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Das Samariter-Experiment

08. Juli 2017, marcus -

Anderen Personen Hilfe zu leisten würde wohl so ziemlich jeder als wichtig erachten. Egal ob es um Kleinigkeiten wie das Aufheben einer Tasche geht oder um Erste Hilfe bei Unfällen, Menschen helfen einander. Woran kann es aber liegen, wenn Menschen nicht oder kaum helfen? Wie wirken sich die Umstände auf ihre Hilfeleistung aus? Dieser Frage sind die beiden Forscher Darley und Batson anhand des „Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter“ nachgegangen - und haben erstaunliche Ergebnisse zu Tage gebracht. 

 

Unmoralisch - oder doch nicht?

Wenn Menschen anderen keine Hilfe leisten oder nur in unzureichendem Maße, dann halten wir sie schnell für unmoralisch. Es drängt sich die Frage auf, ob dies die einzige Erklärung für ein solches Verhalten sein kann oder ob es vielleicht andere, weit tragendere Gründe geben könnte. Die beiden Forscher Darley und Batson sind der Fragestellung, wie sich situationale Faktoren (die Situation) und dispositionale Faktoren (die momentanen Gedanken) auf die Hilfeleistung in einer Notsituation auswirken können, in einer Studie nachgegangen.

Die Studie vom barmherzigen Samariter

Inspiriert vom Gleichnis des Barmherzigen Samariters haben sie sich Theologiestudenten als Testpersonen herausgesucht. Diese wurden eingeladen an der Studie teilzunehmen - allerdings wurde ihnen der wahre Grund der Untersuchung vorenthalten. Wie bereits erwähnt sollten die Einflüsse von momentanen Gedanken und der Situation auf Hilfeverhalten untersucht werden. Um die zu erreichen wurden den einzelnen Testpersonen unterschiedliche Aufgaben gestellt und gleichzeitig die situationalen Gegebenheiten leicht abgeändert.

Manipulation der dispositionalen Faktoren (momentane Gedanken)

Der einen Gruppe an Testpersonen wurde erzählt, dass es ihre Aufgabe sei einen Vortrag über berufliche Zukunftschancen von Theologiestudenten zu halten. Die andere Gruppe sollte ihre Gedanken über das Gleichnis des barmherzigen Samariters in einem Vortrag darlegen. So wurde dafür gesorgt, dass die eine Gruppe sich in Gedanken vorrangig mit weltlich-alltäglichen Themen beschäftigte, die andere mit moralischen Fragen.

Manipulation der situationalen Faktoren (Situation)

Jede der beiden Gruppen erhielt wiederum drei unterschiedliche Angaben, um die Situation unterschiedlich zu gestalten. Dieser Unterschied stellte in Form von „Zeitdruck“ dar. Einigen Teilnehmern wurde gesagt, sie hätten noch genug Zeit um sich Gedanken zu machen und in das andere Gebäude zu gehen, in dem der Vortrag stattfinde. Weiteren wurde gesagt, sie sollten losgehen, dann hätten sie drüben noch ein wenig Zeit. Wieder anderen wurde gesagt sie sollten sich beeilen, sie wären bereits spät dran.

Ablauf des Experiments

Nach der Instruktion machten sich die Teilnehmer auf den Weg in ein anderes Gebäude um dort ihren Vortrag zu halten. Sie begegnet dabei einem Mann der in der Nähe der Türe nach draußen auf dem Boden lag und den Anschein erweckte, er bräuchte Hilfe. Der Mann war eingeweiht und bewertete gleichzeitig das Verhalten der Teilnehmer ihm gegenüber auf einer mehrstufigen Skala.

Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmer noch befragt und über das Experiment aufgeklärt.

Ergebnis

Anders als man erwarten würde, hatten die Gedanken, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigten eher weniger Einfluss auf das gezeigte Verhalten, zumindest nicht in einem signifikanten Maß. Sehr großen Einfluss auf ihr gezeigtes Verhalten hatte jedoch der „Zeitdruck“ mit dem sie unterwegs waren. Diejenigen mit der wenigsten Zeit zu ihrer Verfügung zeigten im Schnitt auch am wenigsten Hilfeverhalten - ein erstaunliches Ergebnis. Dies deckte sich auch mit der Befragung, die im Anschluss stattfand. Auf die Frage, wieso sie dem Menschen nicht geholfen hätten, gaben viele an, dass sie den Menschen zwar gesehen hätten, aber gar nicht darüber nachgedacht hätten ob dieser Hilfe brauchen könnte oder nicht. Sie waren wegen ihrer wenigen Zeit und der gestellten Aufgabe einfach so in Gedanken, dass sie den Menschen zwar gesehen aber gar nicht wirklich wahrgenommen hatten.

Was können wir nun aus dieser interessanten Untersuchung mitnehmen?

Menschen sind oft nicht so, wie sie für uns zu sein scheinen. Wie haben einfach viel zu wenig Einblick in ihre tatsächlichen Gefühle und Gedanken. Wenn wir jemanden kaum kennen, dann sollten wir sehr vorsichtig sein, Handlungen und Aussagen in Persönlichkeitseigenschaften zu verwandeln - wir könnten damit weit daneben liegen.

Wenn wir andere Menschen beobachten sind wir leider stets geneigt, Handlungen ihren Persönlichkeitseigenschaften zuzuschreiben. Verhalten wir uns jedoch selbst unangebracht, erachten wir meist Umstände oder Faktoren außerhalb von uns als ursächlich für unser Handeln. Wir sollten auch anderen Menschen zugestehen, dass Verhalten durch weit mehr als allein durch Persönlichkeitsfaktoren bestimmt ist.

Wir sollten also etwas nachsichtiger gegenüber Menschen sein, von denen wir denken sie hätten uns absichtlich nicht geholfen - vielleicht waren sie einfach nur zu beschäftigt. Wir könnten uns auch vornehmen weniger Dinge in unseren Tag zu packen, früher loszufahren und mehr Zeit mitzubringen. Vielleicht nehmen wir so die Menschen besser wahr, die um uns herum Hilfe brauchen.

Originalstudie: Darley, J. M., & Batson, C. D. (1973). From Jerusalem to Jericho: A study of situational and dispositional variables in helping behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 27, 100-108 


Deutsche christliche Blogs - was machen die eigentlich?

31. Januar 2016, marcus - Mannablog

Prezi-Präsentation: Analyse deutscher christlicher Blogs.
Prezi-Präsentation: Analyse deutscher christlicher Blogs.

Als Blogbetreiber ist es immer interessant, was eigentlich das Umfeld so macht. Da wir hierzu keinerlei vorhandene Daten finden konnten, haben wir selbst eine Datenerhebung vorgenommen.

Die Durchführung einer Bloganalyse von 162 christlichen Blogs aus dem deutschsprachigen Raum erstreckte sich mit Planung und Auswertung über einen Zeitraum von etwa 10 Monaten. Ziel der Erhebung mehrerer Faktoren ist eine Art Bestandsaufnahme der Blogs – wer sind die Betreiber, welche Inhalte produzieren sie, wie setzt sich ihre Zielgruppe zusammen, wie hoch ist ihre Relevanz, wie aktiv gestaltet sich die Ausführung des Blogs und wie lange halten sich bestimmte Blogs über die Zeit hinweg.

Geschlecht und Beruf der Autoren

Der überwiegende Teil der Blogseiten wird mit deutschen „.de“ Endungen betrieben, einige weitere mit „.com“. Andere Endungen kommen kaum vor.

Der Großteil der Blogger ist mit 81 Personen männlich, gefolgt von 40 weiblichen Personen. Zwölf Blogs werden gemischt betrieben und 30 machen hierzu keine Angabe.

Ein Großteil (67%) der Blogs macht keine Angaben zum Beruf des Autors, das übrige Berufsbild zeigt sich mit 20% überwiegend akademisch, Lehrberufe sind lediglich mit 2% vertreten. Allerdings nehmen die Theologen fast 50% der akademischen Berufe ein. Auffällig ist, dass 66 der Blogs zum Zeitpunkt der Datenerhebung zwar noch online aber bereits inaktiv waren oder ein erheblich zurückliegendes Erscheinungsdatum des letzten veröffentlichten Eintrags aufzeigten. Von den regelmäßigen Blogs veröffentlichen 70 monatlich bis wöchentlich. Weitere 14 Blogs veröffentlichen täglich. Zwölf der Blogs veröffentlichen in etwa vierteljährlichen Abständen.

Zeitliche Entwicklung und Social Media

Betrachtet man die Eröffnung neuer Blogs, so lässt sich im Zeitraum von 2002 bis 2014 ein stetiger Anstieg von aktiven Blogs beobachten. Ein stärkerer Anstieg gleich am Anfang der Zeitleiste vor allem zwischen 2006 und 2008 scheint positiv mit der Etablierung von Unternehmen wie Facebook, Wordpress, Youtube und Twitter in Verbindung zu stehen. Ab 2009 wurde damit begonnen, Blogs wieder zu schließen. Auffällig ist ein Anstieg der Schließungen im Zeitraum von 2012 bis 2014.

Bei den Social Media – Plugins auf den Blogseiten führt Facebook mit 57%, gefolgt von Twitter (46%) und Google (26%). Abonnements werden aber auch über Email(33%) und RSS(23%) tätigt.

Inhalt und Darbietung

Inhaltlich bestehen die Blogs zu etwa 75% aus „Andachtsstil“-Veröffentlichungen und persönlichen Berichten. Die restlichen 25% der Blogs befassen sich mit Themen wie Philosophie, Politik, Lifestyle, Design & Kunst, Reise u.a. Die Inhalte sind bei 127 der Blogs mindestens Ansatzweise religiös.

Die Blogs werden vor allem textlich umgesetzt, wobei bei etwa 120 der Blogs auch Bilder zum Einsatz kommen. Videos finden sich auf lediglich 60 Blogs und Audio-Inhalte nur sehr selten.

Beim Thema Vernetzung und Abonennten zeigen sich ganz klar einige Favoriten. Hier scheint auch sichtbar, dass es einige wenige gibt, die versuchen ihre Blogs ansatzweise professionell zu führen. Weitere statistische Analysen hierzu stehen noch aus.

 

Die offizielle Präsentation, die wir auch auf dem Media-Day der Stimme der Hoffnung vorgestellt haben, gibt es hier zum Ansehen.


modobonum im „Adventisten Heute“

18. November 2015, marcus - Mannablog

Nur das Gute verbindet Menschen. Wie modobonum das Knüpfen von Beziehungen fördert - auch zu Gott.

Was bedeutet modobonum eigentlich und was machen die so? Diese Fragen haben wir in der aktuellen Ausgabe der „Adventisten Heute“ beantwortet.

 

Wenn du ein Update über modobonum und unsere Aktivitäten bekommen möchtest, kannst du dich in einem aktuellen Artikel der Zeitschrift „Adventisten Heute“ über uns informieren. Wir geben dir darin einen groben Überblick über uns und unsere Arbeit. Der Artikel ist kostenlos online zu lesen unter 

 

www.advent-verlag.de/cms/cms/upload/adventistenheute/AH-2015-10/index.html

 

Viel Freude beim Lesen wünscht dir das gesamte Team von modobonum.


Schrott, Müll und Wegwerfen.

05. Oktober 2015, marcus - Mannablog

Zwei eigentlich qualitative Produkte die nachhaltig leider zu kurz gedacht sind.
Zwei eigentlich qualitative Produkte die nachhaltig leider zu kurz gedacht sind.

Wegwerfen ist einfach und praktisch, aus den Augen aus dem Sinn. Einmal alle zwei Wochen kommt die Müllabfuhr und nimmt alles mit. Warum werfen wir eigentlich so gerne weg?

Müll produzieren ist natürlich

Ja, Müll produzieren ist natürlich. Das ist zwar auf den ersten Blick ein provokantes Statement, aber es stimmt, denn die Natur macht es uns vor. Jede lebende Zelle „verbrennt“ Material um Energie zu gewinnen und dabei entsteht Müll, der entsorgt werden muss. Auch Organismen als Ganzes produzieren Müll, sonst würden wir Menschen nicht mehrmals täglich Nummer eins und Nummer zwei auf der Toilette machen. Müllproduktion ist also etwas überall vorkommendes, völlig normales.

Müll ist nicht gleich Müll

Das Problem ist allerdings, dass Müll nicht gleich Müll ist. Die Natur ist ja glücklicherweise so eingerichtet, dass der produzierte Müll auf wundersame Art über die Zeit wieder „verschwindet“, also umgebaut wird. Aus altem wird wieder neues gemacht – wir Menschen machen das nach und nennen es „Recycling“. Wir führen also das Alte dem Produktionskreislauf wieder zu und machen etwas Neues daraus. Am Besten kennen wir dieses Verfahren mit Materialien wie Papier, Glas, Blech und anderen Metallen. Leider funktioniert Recycling nicht mit allen Materialien gleich gut, manchem Müll bleibt es am Ende nur verbrannt oder irgendwo unter oder über der Erde als Müllberg gelagert zu werden.

Wie war das nochmal mit der Qualität?

Was mit dem Wegwerfen eng zusammenhängt ist der Faktor Qualität, zumindest bei Produkten die man eigentlich etwas länger haben möchte. Ich kann mich ja tatsächlich noch an die Zeit erinnern, als auf vielen Gegenständen noch der Hinweis „Made in Germany“ fast stolz prangte. Diese Herkunftsbezeichnung findet sich heute nur noch selten auf gekauften Waren. Letztens zeigte mir ein Freund ein Haarschneidegerät, das er vor etwa 15 Jahren meiner Mutter abgekauft hatte (da hatte sie es aber bestimmt selber schon zehn Jahre), das Ding funktioniert noch tadellos – „Made in West-Germany“. Verglichen mit der Qualität dieser Zeit sollten sich manche Hersteller heutzutage schämen – und wir auch, dass wir deren Schrott auch noch kaufen. Der Großteil heutiger Produkte gibt den Geist ziemlich schnell auf und lässt sich aufgrund seiner Beschaffenheit erstens schwer reparieren und zweitens noch schlechter wieder aufbereiten.

Geld verdienen mit Qualität?

Hersteller setzen teilweise trotz hohem Kaufpreis auf die Kurzlebigkeit ihres Produkts und möchten damit mehr Geld verdienen. Mein Wasserkocher von „Russel and Hobbs“ für 100 Euro macht vor wie es geht: Wertige Optik, dennoch billige Komponenten, keine Ersatzteile – dank Sekundenkleber ist das Gerät nach zwei Jahren Nutzung doch noch kein Elektroschrott. Anderes Beispiel: Ein Gesichtsreinigungsgerät von Philips. Nach einiger Zeit in der es nicht genutzt wurde, ist der Akku wohl hinüber. Nach dem Öffnen zeigt sich in schönes Batteriefach mit eingelegter AA-Batterie – verlötet. Natürlich Philips, du willst ja auch Geld damit verdienen und schreibst in deine Bedienungsanleitung extra rein, dass man die Batterie nicht wechseln kann. Bevor man das Gerät wegwirft soll man bitte die Batterie noch entsorgen, damit man die Umwelt schont – was für ein Scheiß. Wie gut dass es Akkus mit Lötfahnen zu kaufen gibt.

Allerdings gibt es auch Hersteller die zeigen, dass es anders geht. Produktion größtenteils in Deutschland, über Jahre hinweg verfügbare Ersatzteile für die Selbstreparatur, bei Bedarf Reparaturservice. Positiv hervorheben muss ich hier einfach meinen Kopfhörerhersteller „Beyerdynamic“. Herstellung komplett so gut wie in Deutschland, exzellenter Kundenservice und Ersatzteile sogar noch für die Modelle der 80er Jahre. Vorbildlich. Anstatt auf schnelle Produktzyklen mit vielen Entsorgungen und Neukäufen zu setzen, wird hier eher in bessere Materialien und höhere Preise für das Produkt und Ersatzteile gesetzt.

Umdenken – bist du dabei?

Wegwerfen ist für uns auf den erste Blick also einfacher und billiger (weil es in der Neuanschaffung bei minderer Qualität weniger kostet). Deshalb werfen wir auch gerne weg – wir werden alten „Schrott“ los. Wäre es nicht besser, wir würden etwas mehr Geld ausgeben und hätten länger etwas von den Dingen, die wir uns kaufen? Wäre es nicht super, wenn Hersteller lieber ihr Geld mit leicht selbst wechselbaren Ersatzteilen oder exzellentem Kundenservice verdienen würden anstatt mit Billigschrott der ständig ersetzt werden muss? Muss alles immer aus billigem Plastik sein, damit man ein paar Euro sparen kann? Mich würde sehr interessieren, wie deine Meinung dazu ist und welche Erfahrung du mit Produkten machst, die du kaufst.


„Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum wachsen“.

14. Juni 2015, marcus - Mannablog

"Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum Wachsen". Eine Karte, die ich von der Fernuniversität Hagen zum Studienstart bekommen habe.
"Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum Wachsen". Eine Karte, die ich von der Fernuniversität Hagen zum Studienstart bekommen habe.

Die meisten von uns haben in ihrem Leben schon einmal auf ein Ziel hingearbeitet. Wenn die Ziele plötzlich ausgehen, dann ist es höchste Zeit, neue zu finden.

 

 

Ziele begleiten uns bereits sehr früh in unserem Leben. Ziele haben meist damit zu tun, einen gegenwärtigen Zustand in der Zukunft positiv zu verändern. Als Kind wollten wir all die tollen Sachen auf dem unerreichbaren Tisch erreichen und so haben wir stehen gelernt. Wir wollten nicht nur getragen werden sondern selbst entscheiden wo wir hingehen, also haben wir laufen gelernt. Wir wollten unsere Wünsche und Bedürfnisse anderen mitteilen und an den interessanten Gesprächen der Erwachsenen teilnehmen, also haben wir Sprechen gelernt.

 

Mit offenen Augen durch die Welt

Ab diesem Zeitpunkt konnte uns nichts mehr bremsen. Wir sind mit offenen Augen durch die Welt gegangen und haben die faszinierenden und neuen Dinge der Welt in der wir leben förmlich „aufgesaugt“. Jeden Tag gab es Neues zu entdecken und unseren Eltern Löcher in den Bauch zu fragen,  um mehr und mehr verstehen zu können.

 

Wenn Neues zu viel wird

Irgendwann kommt dann bei vielen der Punkt, an dem das „Neue“ zu viel wird. Bei manchen setzt dieser Punkt bereits in der Schulzeit ein, bei anderen erst im Berufstrott des Alltags, manchen Retten sich noch in die Rente und bei manchen kommt dieser Punkt nie. Plötzlich interessieren wir uns nicht mehr wirklich für Neues, wir retten uns von Wochenenden zu Wochenende und schlagen die Zeit mit passiven Berieselungen oder nichts tun tot.

 

Neue Ziele animieren zum wachsen

Ohne Ziele ist Wachstum unmöglich, denn wenn wir uns nicht bewusst auf einen Punkt in der Zukunft zubewegen, stehen wir still. Alles bleibt gleich, es gibt keine Veränderung mehr uns irgendwann wird uns dieser Zustand förmlich ankotzen. Versprochen.

 

Selbst wenn du dich bereits in dieser Phase befindest, dann gibt es einen Ausweg: setze dir neue Ziele. Eigentlich ist es ziemlich egal, was für Ziele das sind, die Hauptsache ist, dass sie für dich etwas erstrebenswertes bedeuten. 

 

Lebenslanges Lernen.

Ziele haben eigentlich immer damit zu tun, dass wir auf dem Weg dorthin etwas neues Lernen. Egal ob du mehr über Geschichte wissen möchtest, ein Instrument spielen möchtest, ein Zimmer ausbauen oder einen Berg erklimmen möchtest. Du wirst Lernen. Und indem du lernst wirst wachsen – und zwar enorm. Somit bekommst du zwei Dinge, die dir niemand mehr wegnehmen kann: Wissen und Erfahrung.

 

Viel Raum zum Wachsen

Das Foto der Karte mit dem Spruch „Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum wachsen“ habe ich zum Studienstart von der Fernuniversität Hagen bekommen. Und je mehr ich über den Spruch nachdenke, desto mehr spüre ich, wie wichtig konkrete Ziele im Leben sind, damit wir nicht auf der Stelle treten.

 

Ich wünsche dir zu jeden Zeitpunkt im Leben eines oder mehrere Ziele, die dich zu einem Menschen reich an Wissen, Erfahrung und Liebe machen. 


Stereotype Threat - Die Angst vor den Vorurteilen

06. Juni 2015, marcus - Mannablog

Gender Stereotyping. (c) Chrish Dunne, flickr: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/
Gender Stereotyping. (c) Chrish Dunne, flickr. https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Jeder kennt sie und jeder hat sie in der ein oder anderen Form – Vorurteile. Bestenfalls sind sie harmlos, aber oft gehen sie bis hin zu Rassismus und offener Diskriminierung. Wie groß ist der Schaden, den sie anrichten können?

 

Italiener sind Machos, Deutsche Spießer und Polen klauen dir das Auto unter dem Hintern weg. Nationale Stereotype kann man vielleicht noch mit Humor nehmen. Allerdings gibt es auch negative Vorurteile über Gruppen oder Minderheiten, die nicht mehr lustig sind. Besonders dann nicht, wenn sie diese Gruppen an den Rand der Gesellschaft treiben und aus dem sozialen Leben ausgrenzen.

 

Diskriminierung

Wenn Menschen ode ganze Gruppen aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden und ihnen der Zugang zu Arbeit oder sozialen Institutionen wie Bildung erschwert wird, dann spricht man von Diskriminierung. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir bisher immer gedacht habe, dass eigentlich jeder, der in Deutschland lebt die gleichen Rechte und Möglichkeiten hat. Vielleicht ist das auch auf dem Papier so, allerdings gibt es dabei noch andere Faktoren, die dieses heile Bild von der gerechten Welt ins Wanken bringen. 

 

In meinen Studium lerne ich einen Kurs über kulturelle und soziale Vielfalt und deren mögliche Auswirkungen auf psychische Prozesse und Funktionen. Durch die Beschäftigung mit diesen Inhalten wird mir immer mehr klar, wie schlimm ein falscher Umgang mit Vorurteilen sein kann, egal welche Gruppen es dabei betrifft.

 

Stereotype Threat

Die Angst, dass jemand anders Vorurteile über mich hat, oder dass jemand anders denkt ich hätte Vorurteile gegen ihn nennt man „Stereotype Threat“. Das heisst auf Deutsch soviel wie „Die Angst vor Vorurteilen“. Mit Sicherheit hat jeder schon einmal eine solche Situation erlebt, besonders bewusst wird es einem in Situationen, wo man zu einer Minderheit gehört. Negative Vorurteile gibt es immer, doch wie extrem schlimm diese sich auswirken können, kann man nur nachvollziehen, wenn man es am eigenen Leib erlebt hat ode zumindest aus nächster Nähe „miterlebt“.

 

Ein Experiment zum Thema Stereotype Threat

Letzte Woche bin ich im Zusammenhang mit dem oben genannten Studien-Kurs auf ein Experiment zum Thema „Stereotype Threat“ aufmerksam gemacht worden. Die etwa einstündige Reportage gibt es in der ZDF-Mediathek anzusehen. Sie hat mich sehr zum nachdenken gebracht und mir die Augen geöffnet für ein Problem, dass nicht nur Rassismus betrifft, sondern sich auf alle Bereiche unseres gemeinsamen, unterschiedlichen Lebens erstreckt. 

 

Ich wünsche mir, dass Du Dir diese eine Stunde Zeit nimmst um etwas über dich selbst zu lernen, was dir bis jetzt vielleicht gar nicht so sehr bewusst war. 


Ein Tag mit dreißig Stunden oder Zeitmanagement

19. April 2015, marcus - Mannablog

Lehrgang der FernUni Hagen für Zeitmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.
Lehrgang der FernUni Hagen für Zeitmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.

Ein Tag mit dreißig Stunden? Das hört sich wirklich verrückt und verlockend zugleich an. Da diese Einrichtung wohl eine Utopie bleiben wird, bleibt wahrscheinlich nur Zeitmanagement übrig.

Zur Zeit könnte der Tag von mir aus gerne 30 Stunden haben. Wenn ich mir überlege, wieviele tatsächlich freie Stunden ich pro Tag während der Woche habe, dann passen diese Stunden an eine Hand meiner 5-Tage-Woche.

Die Mühlen des Alltags

Aufstehen um etwa 5:30 Uhr, Bad, Mittagessen einpacken, frühstücken und los geht´s, um etwa halbsieben, in die Arbeit. Dort gehts um sieben los bis 16:00 Uhr. Daheim ankommen dann um etwa 16:30 Uhr. Wenn ich mir überlege, dass ich gegen 22:30 Uhr eigentlich schon wieder im Bett sein will, damit sich die Qualen des frühen Aufstehens in Grenzen halten, dann habe ich genau noch sechs Stunden für ALLE anderen Aufgaben die so anfallen. Essen machen, essen, Trainieren. Irgendwelche anderen Sachen im Haushalt oder Garten. Und dann sollte ich jeden Tag noch mindestens zwei Stunden was fürs Studium tun. Übrig bleibt dann meistens genau: Nichts. Oder wenigstens so eine halbe Stunde, die ich dann mit meiner Frau verbringe.

Stress oder nicht Stress, das ist hier die Frage

Interessanterweise könnte ich nicht behaupten, dass ich mich deswegen jetzt gestresst fühle. Allerhöchstens dann, wenn mir das Leben noch „ungeplante“ Events einbaut, mit denen ich nicht gerechnet habe. Dann wird es manchmal wirklich knapp! Ich sehe diese Frage des Zeitmanagements momentan eher als zusätzliche „Aufgabe“, die es zu lösen gilt. Denn ob ein Leben in Stress ausartet bestimmt – glaubt es oder nicht – wirklich zum größten Teil unsere eigene Einstellung. Stress entsteht nämlich dann, wenn wir das Gefühl haben, das unsere Fähigkeiten und unsere Energie nicht mehr ausreichen, um die Anforderungen unserer Umwelt zu bewältigen. Wenn man also keinen negativen Stress erleben möchte, ist es wichtig, möglichst viel Energie und eine gesunde Vorstellung von den Anforderungen unserer Umwelt an uns zu haben. Also lieber mal positiv denken anstatt immer „das schaffe ich ja nie…“.

Tipps für Zeitmanagement?

Also richtige Tipps fürs Zeitmanagement habe ich noch nicht. Glücklicherweise weiß meine FernUniversität in Hagen bereits, mit welchen Leuten sie es zu tun hat (nämliche verrückte Berufstätige, denen ihre normale Arbeit noch nicht ausreicht und sich ein Fernstudium antun). So gibt es zum Studienstart extra einen Kurs für wissenschaftliches Arbeiten und Zeitmanagement. Finde ich gut!

Allerdings habe ich damit noch nicht angefangen, das kommt erst nächste Woche. Und deshalb würde mich interessieren, wie ihr da draußen euer volles Leben so organisiert, damit auch ja nichts zu kurz kommt. Immer her mit euren Gedanken, Anregungen, Tipps und so weiter!


Schreibst Du noch oder tippst du schon – Eure Antworten

12. April 2015, marcus - Mannablog

Digitale Handschrift oder Tastatur?
Digitale Handschrift oder Tastatur?

Vor ein paar Wochen haben wir eine Umfrage zum Thema Schreiben oder Tippen gestartet. Bemerkenswert war, dass die Antworten zwar nicht gleich waren, aber doch in die selbe Richtung gingen.

 

 

Wer sich jetzt wundert, worum es eigentlich ging, der kann sich meine Blogs vor ein paar Wochen zum Thema Schreiben ansehen. Kurz zusammengefasst geht es um die Vorteile der Handschrift für das Lernen und Merken von Sachverhalten und den generellen Trend weg vom Stift hin zur Tastatur und dem Tippen. Zusätzlich habe ich ein paar Möglichkeiten diskutiert, wie man elektronische Medien und Handschrift am Ende vielleicht doch noch zusammenbringen kann.

 

 

Schreiben oder Tippen – eure Antworten

Wenn es ums Schreiben geht, dann hat jeder seine eigenen Präferenzen und Anwendungsbereiche. Wir wollten von euch wissen, wie es bei euch um die Handschrift bestellt ist und für welche Zwecke ihr noch den guten alten Stift und Zettel hervorkramt. Insgesamt war das Ergebnis nicht wirklich homogen, aber mit der Tendenz in eine gemeinsame Richtung.

 

Wie oft schreibt ihr per Hand?

Eure Antworten reichten in diesem Fall von „Nie“ über „mehrmals pro Woche“ bis hin zu „täglich“.

 

Bei welchen Gelegenheiten schreibt ihr?

Die gängigsten Antworten umfassten hier die Bereiche Privat, Arbeit und unterwegs.

 

Schreibt ihr gerne?

Hier sieht man, dass Schreiben generell eine sehr unterschiedlich betrachtete Angelegenheit ist. Eure Antworten reichten von „Wenn´s sein muss“ über „Geht so“ bis hin zu „Gerne“. Interessant ist, das diese Antworten unabhängig davon gegeben wurden, ob das Schreiben handschriftlich erfolgt oder nicht.

 

Tippt ihr viel?

Absolut umgehauen hat mich die absolute Einstimmigkeit bei dieser Frage. Ausnahmslos wurde von euch angegeben, dass ihr viel tippt. Im Zusammenhang mit der nächsten und letzten Antwort lässt sich die Vermutung aufstellen, dass Tippen meist für längere zusammenhängende Texte in Frage kommt und Handschrift für kürzere Notizen, grafisches und persönliche Mitteilungen.

 

Was schreibt ihr per Hand?

Bei fast fünfzig Prozent der Antworten beschränkt sich der Einsatz von Handschrift lediglich auf Notiz- und Merkzettel. Bei der anderen Hälfte der Antworten wurden Anwendungsgebiete genannt wie Ideen und Konzepte, persönliche Gedanken, Postkarten, Briefe, kleine Nachrichten, Einkaufszettel und Adressen auf Briefe und Pakete.

 

Nicht repräsentativ aber interessant

Da wir hiermit keine groß angelegte Studie durchgeführt haben, sondern lediglich ein Interesse an den Vorlieben unserer Leser hatten, sind die Antworten natürlich nicht repräsentativ. Es lässt sich aber schön erkennen, dass es anscheinend einen gewissen Trend gibt. Tastaturen und Tippen scheinen sich vor allem für „richtige“ Aufgaben durchgesetzt zu haben, wo es um berufliches und viel Text geht. Die Handschrift scheint auf den persönlichen Bereich beschränkt, vor allem im Bereich Briefe und Postkarten und wenn es um ganz wenig Text geht. Auch die schnelle Notiz zwischendurch wird gerne handschriftlich genutzt.

 

Ist Tippen wirklich produktiv?

Die Frage die hier am Ende bleibt: Ist Tippen wirklich produktiv? Mit Sicherheit gibt es Anwendungsbereiche, in denen Tippen die erste Wahl darstellen dürfte. Dennoch kann ich den Gedanken nicht beiseite schieben, dass wir als großes und ganzes die Vorteile unserer Handschrift für den scheinbaren Fortschritt der uns aufdiktierten Tastaturen beiseite geschoben haben. 

 

Versteht mich nicht falsch – elektronische Datenverarbeitung hat immense Vorteile. Aber immer wenn wir ein Jahrtausende altes „Handwerk“ aufgeben, geht meist nicht nur ein Stück Kultur sondern auch sehr viel „Handfertigkeit“ verloren. Und in diesem Fall kann die Wissenschaft sogar belegen, dass Schreiben nicht nur ästhetische Vorteile hat, sondern dem Gehirn hilft, sich Dinge besser zu merken und kreativer zu sein.

 

Das Beste aus beiden Welten?

In einem meiner letzten Blogs hatte ich davon gesprochen, noch eine weitere Möglichkeit testen zu wollen, Handschrift digital zu nutzen. Ich habe es getan und mir für relativ günstiges Geld auf eBay einen fast neuen elektronischen Stift – den Livescribe 3 – zugelegt. Wie es mir mit dem Gerät bisher geht und was es so alles kann, werde ich euch im nächsten Blog verraten.


Schnee auf dem Liftsessel oder das Beste im Leben geben

04. April 2015, marcus - Mannablog

Schneeleuchten an der "Porte du Soleil".
Schneeleuchten an der "Porte du Soleil".

Schnee auf der Piste ist gut, Schnee auf dem Liftsessel nicht. Was ein nasser Hintern mit faulem Liftpersonal zu tun hat oder wie man das Beste im Leben gibt.

 

 

Letzte Woche war ich beim Snowboarden in der Schweiz, genauer gesagt in der französischen Schweiz, in Val d'Illiez. Wir waren insgesamt zehn Leute, die sich vor Ostern auf die Pisten gewagt haben. Leider war das Wetter nicht das Beste, aber dafür gab es durchgehend Neuschnee als frische Pistenauflage. 

 

Schnee und Wasser auf dem Sessellift

Leider war es an einem Tag so warm, dass der herunterfallende Schnee auf dem von den Hintern der Leute angewärmten Seesellift-Sitzen zu Wasser wurde. Dieses sammelte sich leider nicht nur auf den Sitzen, sondern vor allem in unseren Hosen, die inklusive unserer Handschuhe (vom Abwischen der Sitze) bis Mittag komplett durchnässt waren. Währenddessen saß das französisch-schweizerische Liftpersonal seelenruhig in ihren Kanzeln und las wahrscheinlich nasebohrenderweise irgendwelche Magazine, telefonierte oder starrte Löcher in die Luft. 

 

Österreich - Schweiz 1:0

Also wenn ihr mich fragt, dann hat mich das Verhalten dieser Leute wirklich genervt. Gravierend fand ich, dass es kein Einzelfall war. In dem ganzen fetten französisch-schweizerischen Skigebiet hat es nicht ein einziger Angestellter für nötig gehalten, den zahlenden Kunden einen guten Service zu bieten. Ganz ehrlich: Das konnten die Österreicher in den Skigebieten in denen ich bisher war besser. Da wurden Sessellifte von Schnee befreit und bei Bedarf sogar abgewischt. Österreich gegen Schweiz 1:0.

 

Im Job das Beste geben?

Im Endeffekt kommen wir da wieder beim Punkt Dienstleistung an. Gute Dienstleistung will zufriedene Kunden produzieren. Und wenn sie ihren Job richtig macht, dann sind die Kunden nicht nur zufrieden, sondern sogar begeistert. Ich finde zahlende Kunden haben es sich verdient bestens behandelt zu werden, und das Personal ist eben nun mal dafür zuständig, die Kunden eines Unternehmens bestens zu behandeln.

 

Natürlich könnte man jetzt mildernden Umstände geltend machen, wenn der Arbeitgeber ein Schwein ist und das Liftpersonal total ausnutzt, unterbezahlt und übermässig arbeiten lässt. Aber ganz ehrlich: Wer von uns hätte nicht gerne etwas mehr Geld in der Tasche? Deswegen kann ich nicht die Kunden schlecht behandeln.

 

Ein Job hat es verdient in bestens auszuführen.

 

Im Leben das Beste geben

Die ganze Situation hat mich zum Nachdenken gebracht über meine eigene Einsatzbereitschaft im Leben. Egal ob im Privatleben, in der Arbeit, im Studium, für Freunde und für Menschen, die ich nicht einmal kenne. Bin ich bereit gute Arbeit zu leisten, einfach weil es richtig ist? Bin ich bereit im Studium mein Bestes zu geben, damit ich gut werden kann, in dem was ich lerne? Bin ich bereit, für meine Freunde da zu sein, auch wenn ich gerade lieber nasebohrenderweise auf der Couch „herumgammle"? Bin ich bereit Fremden Menschen zu helfen, selbst wenn ich dafür meine Bequemlichkeit aufgeben muss? Tue ich das ganze für gute Bezahlung, umsonst und sogar, wenn ich dafür etwas hergeben muss?

 

Ich kenne die Antwort darauf nicht in jedem einzelnen Fall und ganz bestimmt nicht für die Zukunft. Aber ich kann nicht anders, als dabei an Jesus zu denken. Wenn jemand auf dieser Welt gelebt hat, von dem man sagen könnte, dass er sein Bestes gegeben hat, und das gerne, dann war es mit Sicherheit er. Und er war dabei noch zufrieden und ausgeglichen. Das wünsche ich dir und mir auch.


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