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Faszination und Staunen

08. Februar 2014, Mannablog

Bis eben war mein Fenster zu. Es ist draußen noch etwas kühl, nachdem der Schnee von neulich wieder weggeschmolzen ist. Zumindest kommt es mir kalt vor im Gegensatz zu der Heizungsluft, die mich umgibt.

Das Fenster ist jetzt offen, weil ich trotz der recht guten Abdichtung Gepiepse gehört habe. Draußen unterhalten sich lautstark kleine Vögel. Gezwitscher füllt die Atmosphäre, die sonst von den Autos dominiert wird, die ihre Fahrer ins Wochenende bringen. Diese Freude, die die kleinen Geschöpfe ausdrücken, ist total ansteckend. Sie sind aufgeregt und eigentlich weiß ich nicht warum. Aber es weckt so eine Sehnsucht nach dem Sommer in mir, naja, Frühlingsgefühle wahrscheinlich. Vielleicht haben die Tiere keinen besonderen Anlass, aber scheinbar verschwenden sie großzügig ihre Zeit um ein Liedchen nach dem anderen zu trällern.

 

Das Wetter ist in den letzten Tagen echt ein Phänomen. In Kombination mit dem endenden Semester hat der strahlend blaue Himmel und die warme Sonne, die in die Uni geschienen hat, wirklich Wunder gewirkt. Na gut, vielleicht schiebe ich das jetzt einfach darauf. Aber ich konnte mich kaum dagegen wehren, dass ich mich unweigerlich gefreut habe, wenn der Tag angefangen hat. Heute Morgen war ich noch ziemlich müde, aber beim Blick aus dem Fenster hat mich der rosa Sonnenaufgang einfach begeistert. Als würde Gott mich mit einem Blumenstrauß begrüßen und Farbe in den Tag gießen.

Als Kind bin ich viel draußen gewesen und habe Natur auf ganz andere Weise wahrgenommen als heute. Ich weiß noch, dass ich im Garten herumgerobbt bin, Gras ausgerupft und darauf gepfiffen und Sauerampfer probiert habe. Ich habe Kränze aus Blumen geflochten, meiner Mama Fliederblüten gebracht, damit sie sie ins Wasser stellt. Mit meinen kleinen Freunden habe ich Regenwürmer aus der Erde gegraben, Marienkäfer auf der Hand krabbeln lassen, habe bunte Raupen bestaunt und bin vor Ohrwürmern abgehauen. Im Wald habe ich Bäumen die Rinde abgeschält und konnte das frische Holz riechen.

Ich bin über tauende Eisflächen auf Feldern und Wiesen gelaufen, habe schöne Steine auf Wegen aufgesammelt und Gräser von unten nach oben abgezogen. Im Herbst konnten wir Kastanien und Eicheln sammeln und für wenige Pfennige pro Kilo beim Förster abgeben. Wenn wir auf Bäume geklettert sind, hatten wir Harz an den Fingern und die Äpfel aus dem Garten waren sauer und hatten braune Stellen. Barfuß ging es im Sommer über den warmen Asphaltboden, um dann in die trockenen Straßengräben zu rutschen.

Ich glaube, die Beispiele reichen aus, damit man mir glaubt, dass ich ein Dorfkind war. Ziemlich witzig, dass man nach so vielen Jahren, in denen das Dorf auch so langweilig war, das alles doch so einen nostalgischen Charme bekommt. Es brauchte damals nicht viel, um glücklich zu sein. Die Welt war spannend und total reich an Möglichkeiten. Wenn uns Kindern langweilig war, haben wir im Garten Suppe aus Gräsern „gekocht“ und fantasievoll überlegt, was wir sonst mit dem anfangen, was wir zur Verfügung hatten. Durch den Rasensprenger zu laufen war cooler als jedes Schwimmbad.

Dieses Staunen und das damit verbundene Lebensgefühl kann man verlieren. Man kann Bildschirme und Smartphones vor den Augen haben, oder den Terminplan oder – du weißt bestimmt selbst, was alles. Ich vermute, wenn jemand Kinder hat, wird er wieder mehr mit dem Staunen konfrontiert und mit der Frage, ob man sich noch mal darauf einlassen möchte. Ich denke, sich von der Schöpfung faszinieren zu lassen, ist der simpelste Weg Gottes, unser Herz zu erreichen und zu berühren. Eine Reinform von Anbetung für den Schöpfer.

Mir ist klar, dass das Leben eines Erwachsenen im seltensten Fall so ist wie das eines Kindes. Das soll auch überhaupt nicht so sein. Aber wenn dir das Staunen fehlt und du vielleicht auch denkst, dass es deiner „erwachsenen“ Welt fehlt, dann fang doch langsam wieder damit an. Du kannst dir die Kamera schnappen und die Natur fotografieren, die dadurch eine besondere Plattform bekommt. Schau dir mal einen Naturbildband an, wenn du in der Bahnhofsbuchhandlung auf den Zug wartest. Oder steh früh auf und schau dir den Sonnenaufgang an. Für ein Picknick ist es wahrscheinlich noch zu kalt, aber Valentinstag steht ja vor der Tür. Vielleicht will sich ein Pärchen mal warm einpacken und dann auf eine Grünfläche setzen? Natur macht kreativ, denke ich, weil sie selbst total kreativ gemacht ist. Und es gibt sicher viele kreative Wege, die uns das entdecken lassen.


Liebe in einer Idealbeschreibung

07. Februar 2014, claudia - Mannablog

Am Wochenende haben wir gemeinsam mit Freunden einen Text in der Bibel auseinander genommen. Allen Christen ist dieser Text in Lukas 10,27 gut bekannt. Dort heißt es »Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller deiner Kraft und deinem ganzen Verstand! Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«

Obwohl das unser gemeinsamer Ausgangspunkt war, gelangte jeder zu einem anderen Gedankenstrang.

Ist das nicht eine interessante Antwort auf die Frage: "Was muß ich tun um das ewige Leben zu erben?" Erstaunlich ist auch, dass diese Antwort nicht erst von Jesus erfunden wurde. Sie taucht bereits ganz am Anfang der Geschichte dieser Erde auf. Uns viel weiter auf, das schon vor langer Zeit diese Aussage als die Kurzfassung aller Gesetze angesehen wurde.

Schon alleine, dass der Gott  des Universums sich die Liebe der Menschen wünscht ist im Grunde genommen unvorstellbar. Er hat alles, er kann alles, ohne ihn lebt nichts. Und trotzdem wirbt er um die Liebe und Anerkennung seiner Geschöpfe der Menschen.

Dabei ist er in seiner Beschreibung zur Liebe ganzheitlich und damit sehr modern unterwegs. Er beschreibt den Menschen in seiner Gesamtheit. Kein Bereich ist ausgelassen. So ist diese Aufzählung auch eine Motivation und Anleitung zur Liebe zwischen uns Menschen.

Suchst du eine Erklärung wie Liebe sein sollte, dann hast du mit diesem Satz die Idealbeschreibung und wenn du willst eine Orientierung für dich. 


Team-Wochenende von modobonum

02. Februar 2014, marcus - Mannablog

Arbeitsmaterialien am modobonum-Team-Wochenende
Arbeitsmaterialien am modobonum-Team-Wochenende

Blogs entstehen nicht von alleine, auch nicht bei modobonum. Deshalb trifft sich das Team aktuell gerade und plant das neue Jahr.

 

Heute gibt es von uns lediglich ein kleines Lebenszeichen, denn wir stecken mitten in einem unserer vierteljährlichen Team-Wochenenden. Da unser Blog und unsere Arbeit sich nicht von alleine organisiert, gibt es viel zu besprechen und zu planen. Wenn es von Deiner Seite Wünsche, Anliegen oder Vorschläge gibt, dann lass es uns unbedingt wissen!

Wir wünschen Dir für heute einen wunderschönen Tag und einen guten Start in die neue Woche!

 

Dein modobonum-Team.


Heute geht’s mir schlecht. Basta.

31. Januar 2014, Mannablog

Gefühle folgen Taten. Das klingt für mich teilweise wie verkehrte Welt und vielleicht ist es das auch, weil ich dieses Denken nicht gewöhnt bin. Viel zu oft sind Gefühle der Antreiber, und ich sage „Heute ist ein guter Tag!“, weil mich die Sonne wach gekitzelt hat, das Wasser warm genug war und ich mir nicht beim Teetrinken die Zunge verbrannt habe. Aber wehe, wenn dieses zarte Gebilde an Erwartungen wankt.

Gut, nicht jeder Tag weckt im Menschen das Sensibelchen und wirkt wie ein Reiz in die Blackbox mit einer absehbaren launischen Reaktion unsererseits. Aber es gibt eben diese Tage, da lassen wir mit unseren Gefühlen machen, was „wer auch immer“ will. Wir lassen sie und damit uns gehen und kümmern uns nicht richtig um unser seelisches Wohl.

Vielleicht klingt das abgedroschen – auf sich achten, schön mit Samthandschuhen anfassen und so. Nein, ich meine damit, dass es wichtig ist, sich nicht das (paradoxerweise oft erhobene) Privileg zur miesen Laune erkämpfen zu wollen. Oder besser gesagt: sich ihm geschlagen zu geben. Ja, jeder Tag ist gut – bis auf den einen und da darf ich machen, was ich will. Da esse ich meinen kompletten Schokoladenvorrat auf, ich darf meine Familie anmotzen und meinen Freund anschweigen und wenn ich gestern versprochen habe, dass ich mich um das und das kümmere – na und? Heute geht’s mir schlecht! Basta.

Ich geb ganz ehrlich zu: natürlich kenne ich viele Tage, an denen ich merke, dass ich launisch etwas abdrifte. Solange ich schön vor mich hinarbeite, kriege ich davon nicht so viel mit. Aber dann kommt der Härtetest, der Kontakt mit anderen. Bäm. Da steht die Spannung plötzlich und ich weiß nicht – soll ich mich jetzt fragen, was heute mit mir los ist? Ich grabe in meinem Gedächtnis nach Gründen, suche in meinem Umfeld nach Entschuldigungen. Ja, ich hatte heute nicht mein Koffein, oder vielleicht war es der rutschige Weg in die Uni oder … puh. Findet sich schon was.

Aber solche Suchereien machen mich nicht glücklicher. Ich leide darunter, dass ich mit anderen oder Dingen nicht so umgehe wie sonst. Und ich denke, gerade an solchen Tagen bekommen wir von Gott eine wertvolle Chance serviert, um seine etwas andere Logik abzustauben und anzuwenden.

Positiv denken ist schön und gut. Aber positives Denken gründet sich allein auf einem Wunschdenken und nicht auf Fakten oder einem Versprechen. Fakten wären „Es werden heute Nachmittag 30° C und Bombenwetter.“ – was für einige Leute ein größerer Grund zur Freude wäre als das Versprechen einer Person „Ich verspreche dir, dass ich dir helfen werde heute nicht hinzufallen und ich bringe dich bei diesem Wetter heil nach Hause.“ Das Eis bleibt und vielleicht sollte man nicht rennen, um das Hinfallen zu provozieren. Aber das Versprechen hat statt der Fakten eine andere Komponente: die persönliche Zuwendung und Liebe.

Also, welche Logik Gottes meine ich? Ich meine, dass er uns viele, viele ermutigende Worte sagt, die unser Fokus sein können. Praktisch gibt mir das die Motivation, nicht durchzudrehen, wenn ich meine Teetasse aus Versehen runter geschmissen habe (ja, so was ist mir schon öfter passiert…) oder die Person, die sich heute irgendwie grummelig verhält, so zu behandeln, wie ich es von ihr heute vermisse. Ich weiß, man tendiert doch oft dazu, ungerechtes Verhalten ebenso zurück zahlen zu wollen. Das ist auch einfach bequem, man muss sich dazu nicht anstrengen. Aber ich kann aus eigener Erfahrung der letzten Zeit sagen, dass es sich lohnt sich genau so zu verhalten, wie man es eigentlich gerade nicht tun wollte: nämlich im positiven Sinne. Als ich vor Kurzem so ein Problem hatte, ist die Person selbst darauf gekommen, dass etwas anders ist. Gott zeigt Leuten manchmal Dinge eher, wenn wir dafür beten und sie weiterhin respektvoll behandeln.

Ich hatte vor etwa einem Jahr eine ziemlich eindrückliche Begegnung mit Jesaja 58 (Verse 6-10). Erst hat mir Gott unabhängig von der Bibel beim Beten erzählt, warum etwas in meinem Leben falsch läuft und was ich machen soll und am nächsten Tag habe ich dann das Kapitel aufgeschlagen und das hat für mich das Bild geschlossen. Jetzt nach einem Jahr mit etwa einer Woche Differenz taucht es durch eine Bekannte, die für ein Wort für mich dieses Jahr gebetet hat, wieder auf. Nur geht es im Fokus einen Vers weiter:

 

Der Herr wird dich ohne Unterlass leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle niemals versiegen.“ Jesaja 58,11 

Das war ein kleiner Flash, ich wollte es fast nicht glauben. Aber bei Gott gibt es keine Zufälle. Und ich glaube, dieser Vers unterstützt auch das Thema von oben: lass dich von Gott durch die Wüste leiten, die dich umgibt. Lass deine Seele von ihm satt machen und zieh das Wasser aus seiner Quelle.

Diese Aussagen scheinen eine ziemliche Autorität zu haben. Die Standhaftigkeit einer uralten Eiche, ein stabiles Haus mit 24/7-Stromversorgung. Interesse? Probieren kann man es ja mal und ich selbst will auch nicht das Paradebeispiel darstellen. Jeder kann selbst langsam daran wachsen und das hat dann ganz bestimmt auch Auswirkungen auf eine Gemeinschaft.


Sprachverständnis und der "Aha-Effekt"

26. Januar 2014, marcus - Mannablog

Stéphanie Kilgast http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de

Sprache ist unser hauptsächliches Mittel, um Informationen weiterzugeben. Ob wir die Informationen auch immer verstehen können, steht auf einem anderen Blatt. 

Die Rolltreppe, die nach unten führt ist ziemlich lang. Dicht gedrängt stehen die Menschen hintereinander, wobei sie links eine Trasse für diejenigen lassen, die es eilig haben. Das macht man in München so. Endlich unten angekommen, gehe ich den Bahnsteig entlang und steuere auf einen der Glaskästen zu, hinter denen ich einen Streckenplan vermute. Ich habe Glück und finde gleich einen, der mir in vertrauter Weise zeigt, welchen Zug ich nehmen muss, um mein Ziel zu erreichen.

Vertrautheit

Ich verstehe den Fahrplan, weil ich schon in jungem Alter lesen gelernt habe und mittlerweile weiß, wie ich mich auf solch einem Streckennetz orientieren muss. Gott sei Dank ist man als Mensch ja intelligent und kann mit so ziemlich allem umgehen lernen, was einem das Leben vor die Augen bringt. Irgendwann ist eine bestimmte Sache vertraut, und man muss nicht mehr überlegen und herausfinden, wie es funktioniert. Man kann es einfach. Und selbst wenn es nur so eine banale Sache ist, wie diesen Streckenplan zu lesen nüchtern betrachtet ist es eine Meisterleistung des Gehirns.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, ich habe eine ähnliche Situation schon Indien erlebt...allerdings mit weniger Erfolg. Die Schrift auf dem Fahrplan gestalte sich genauso kringelig und schwierig zu lesen für mich, wie alles andere. Ich war auf fremde Hilfe angewiesen. Die Schrift war mir einfach nicht vertraut, und somit war es mir auch unmöglich, die für mich wichtige Information herauszuholen.

Vergangenheit

Nicht nur in anderen Kulturen stoßen wir Menschen somit auf eine manchmal fast unüberwindbare Barriere. Wir brauchen bloß einmal ein altes Buch zur Hand nehmen und versuchen, darin zu lesen. Erstens wird uns bereits die alte Schrift dabei Schwierigkeiten bereiten und zweitens die Wahl der Wörter inklusive Grammatik und Ausdrucksweise. Das Buch wird sich lesen, als wäre es aus einer anderen Welt, was es letztlich auch ist. Aber nicht nur mit Büchern ist das so mit Filmen erleben wir es ähnlich. Sogar Möbel und Kleidung erscheinen uns sonderbar, wenn sie aus einer anderen Zeit als der unseren sind.

Das Alte im neuen Gewand

Viele verstehen sich jedoch meisterlich darin, Kleidung oder Möbel aus einer anderen Zeit neu zu interpretieren oder gekonnt in heutige Mode und Architektur einzubinden. Somit schaffen sie etwas Neues, was uns das Alte behalten lässt. Dies geschieht aber in einer Art und Weise, die wir verstehen und deren Schönheit wir begreifen können. Auch Filme und Bücher werden neu gemacht. Ein Stück Inhalt — übersetzt und relevant gemacht für unsere Zeit. Ein wahrer "Aha-Effekt".

Auf diese Weise wurde z.B. Shakespeares "Romeo und Julia" in einer neuen Geschichte verfilmt, die Millionen Zuschauer im Kino zum Weinen brachte.

Ein anderes Stück Literatur erfährt seit Jahrhunderten den selben Prozess: es wird an die Sprache einer neuen Generation angepasst. Die Bibel ist ein Buch, das jeder neuen Generation etwas zu sagen hat. Die Geschichten, die wir darin finden, berühren auch heute noch das Herz von Millionen Menschen. Kaum jemand kann sie allerdings in ihrer originalen Sprache und Fassung lesen, die meisten tun sich ja schwer sie in altem Deutsch zu lesen.

Für mich ist das auch absolut logisch. Es gibt einen Grund, warum wir Menschen immer wieder das Alte mit dem Neuen verbinden: nur so kann es unser Herz berühren, weil es unsere Sprache spricht.

Ich wünsche dir, dass du dich immer wieder davon begeistern lässt, nach alten Schätzen zu graben und diese neu für dich zu entdecken. Falls die Bibel bisher für dich nur ein angestaubtes, altes Buch mit einer komischen Sprache war, dann versuche doch einmal, sie in deiner eigenen Sprache zu entdecken. Du findest bestimmt eine Übersetzung, die deine Sprache spricht.


Instrumente der Welt und ihre Klänge

19. Januar 2014, marcus - Mannablog

Sattel einer Violine. Bild: Wikimedia Commons, PTJ56.
Sattel einer Violine. Bild: Wikimedia Commons, PTJ56.

Auf der ganzen Welt gibt es Musik, die mit verschiedensten Instrumenten gemacht wird. Jedes der Instrumente hat seinen ganz eigenen Klang.

Gestern sind meine Frau und ich auf eine „musikalische Reise“ gegangen. Leider nicht real, aber zumindest auf der Couch und unserem iPad. Viele Hersteller von Instrumenten oder auch Verkäufer stellen mittlerweile Videos und Klangbeispiele online. Auch auf diversen Videoplattformen wie z.B. Youtube findet man so einiges. Da wir beide begeisterte Musiker sind, war die Reise für uns somit sehr entdeckungsreich.

Unterschiedlich und doch überall gleich

Eines ist uns auf unserer Entdeckungsreise durch das Internet besonders aufgefallen: Musik wird wahrscheinlich so gut wie überall gemacht. Die dazu verwendeten Instrumente basieren dabei meist auf ähnlichen Prinzipien. Sie haben alle einen hohlen Klangkörper, der durch verschiedene andere Bestandteile in Schwingung versetzt wird und dadurch einen Ton abgibt. Meist kommen Saiten oder Klöppel bzw. Stäbe zum Einsatz, um den Klangkörper zum Schwingen zu bringen. Je nach Dicke und Beschaffenheit der Saiten oder Stäbe und auch des Klangkörpers, entsteht ein anders geartetes Klangbild. Viele der Instrumente sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in bestimmten Einzelheiten. Ebenso klingen sie zwar ähnlich, hört man genau hin, erkennt man dennoch Unterschiede.

Manche der Instrumente sind extrem primitiv aufgebaut, was aber nicht sofort auf ihren Klang schließen lässt. Wieder andere sehen sehr edel aus und sind in höchster Handwerkskunst gefertigt.

Der Klang macht die Musik

Das Tolle an Instrumenten ist, dass eigentlich für jeden etwas dabei ist. Es gibt komplizierte und schwer zu erlernende, aber auch einfach aufgebaute und dadurch auch leicht zu erlernende. Viele der leicht zu erlernenden oder auch ohne Vorkenntnisse zu verwendenden haben dennoch oft einen wahnsinnig tollen Klang. Jedes der Instrumente klingt schon für sich alleine, im Zusammenspiel mit anderen entfaltet sich meist jedoch noch einmal eine ganz andere „Klangwelt“.

Ein Klang, der berührt

Die ganze Welt hört Musik, viele Menschen besonders die Charts rauf und runter. Mir ist aufgefallen, dass es im Gegenzug dazu eigentlich verhältnismäßig wenige Menschen sind, die selbst Musik machen. Ich kenne Haushalte, in denen es kein einziges Instrument gibt. Das ist sehr schade, denn den meisten ist gar nicht bewusst, was ihnen dadurch entgeht. Ein Instrument selbst zu spielen, bedeutet in unmittelbarer Nähe zum Klang zu sitzen, ihn nicht nur zu hören sondern die Vibrationen in der Luft und des Instruments zu spüren. Man ist selbst Urheber der Bewegung und Schwingung, kann den Klang des Instruments beeinflussen und das was man innerlich fühlt wie durch ein Ventil nach außen lassen.

Wie bereits erwähnt, muss es ja kein teures Klavier oder eine Gitarre sein. Viele Instrumente sind weder teuer, noch sind sie schwierig zu erlernen.

Wir wissen, dass Musik zu machen schon sehr, sehr lange ein Bestandteil der Menschheit ist. Schon in der Bibel werden relativ früh die ersten Instrumentenbauer als Berufsgruppe erwähnt.

Ich weiß nicht, welchen Bezug du zur Musik und zu Instrumenten hast. Wenn du bereits ein Instrument spielst ist das super für dich. Wenn nicht, dann kann ich dich nur ermutigen, auf die Suche nach „deinem“ Instrument zu gehen. Bei all der Vielfalt ist mit Sicherheit auch ein Instrument für dich etwas dabei, vielleicht sogar mehrere!


Karriere für Anfänger

17. Januar 2014, Mannablog

Na, träumst du von dem großen Aufstieg? Karriere machen und Träume verwirklichen? Das Angebot bekommt man ja heute an jeder Ecke, ob es im Lebensmitteldiscounter ist oder im Bankgeschäft, egal. Hauptsache man strengt sich an und ist am richtigen Platz.

Das Buch Daniel gehört zum Alten Testament der Bibel und birgt in sich eine ganz interessante Geschichte über einen jungen Mann, der die Karriereleiter in großen Schritten nimmt. Meine Bibel beschreibt vor dem Buch kurz die Vorgeschichte. Dort kann ich nachlesen, dass der Daniel wirklich noch sehr jung war, als es mit ihm los ging. Mit 15 bis 20 Jahren wurde er wohl von Jerusalem nach Babylon verschleppt.

Er war also jung, aus königlichem Geschlecht und vermutlich ehrgeizig genug, um den großen Aufstieg zu planen. Könnte man meinen. Auslandserfahrung kann nicht schaden, dazu sah er wahrscheinlich auch gut aus, nahm einen schicken babylonischen Namen an und gleichzeitig verzichtete er noch freiwillig auf das feine Essen der Königstafel und isst mit seinen Kumpels nur Gemüse. Mit dem Ergebnis, dass die Jungs nach einer Probezeit sogar noch attraktiver aussahen als die Fleischesser. Doch Daniel hatte noch mehr im Kopf als nur Gemüse. Bald war er erste Wahl als Traumdeuter am babylonischen Königshof.

War das Erfolgsgeheimnis dieses Mannes also Veganismus, eine vorbildliche Integration in ein neues Land und junger, attraktiver Esprit? Vielleicht! Fakt ist aber, dass Daniel und seine Freunde nicht vergaßen, wo sie herkamen. Sie denken nicht nur an den Gott ihrer Vorfahren, sie reden auch aktiv mit ihm und sie machen ihr ganzes Leben von ihm abhängig. Sie essen das Fleisch am Hof nicht, weil es vor Gott damals unrein war, anderen Göttern geweiht. Daniel fleht zu Gott, um die Träume des Königs deuten zu können. Zu seinem Gott und nicht zu den babylonischen Göttern.

Mit dem Ergebnis, dass er eines Tages mit einem grausamen Urteil konfrontiert wird: Tod allen Wahrsagern des Königs. „Na super, da hat uns Gott ja toll beschützt!“, hätten Daniel und Co. jetzt mosern können. Da haben die babylonischen Wahrsager Zeit geschunden, nicht gewusst, was der König geträumt hatte, geschweige denn, was der Traum nun bedeuten sollte. Als Scharlatane sollten nun alle miteinander beseitigt werden.

Interessant ist, wie Daniel wirklich mit der Situation umgeht. Statt im Angesicht des Todes durchzudrehen, weiß er genau, was zu tun ist. Ich habe sein Vorgehen mal in sechs Punkten zusammengefasst:

1.  Eigeninitiative statt Konkurrenz: Daniel nimmt die anderen Wahrsager in Schutz und erklärt, er werde sich um die Sache kümmern und brauche etwas Zeit.

2.  Gemeinschaft und Einheit: Daniel sucht die Gemeinschaft mit seinen Freunden und Leidensgenossen und hält sie dazu an, intensiv zu Gott zu beten.

3.  Intensives Gespräch mit Gott: Die Freunden bitten Gott um Gnade, dass er ihnen das Geheimnis des Traumes zeigen möge.

4.  Ausdruck der Dankbarkeit in Anbetung: Nachdem Daniel in der Nacht eine Vision über den Traum und seine Bedeutung bekommen hatte, lobt er Gott voller Begeisterung. „Denn sein ist beides, Weisheit und Macht.“ Daniel 2,20b

5.  Diskrete Ankündigung der Lösung: Daniel prahlt danach nicht mit seiner Erleuchtung, sondern nimmt den Scharfrichter zur Seite und erzählt ihm, er habe die Deutung erhalten.

6.  Hinweis auf Gottes Gunst: Vor dem König, der ihn fast umgebracht hätte, verweist er auf den, von dem er die Deutung bekommen hat. „... aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.“ (Daniel 2,28a)

Vielleicht gibt diese Geschichte dem einen oder anderen einen Impuls, um neu über „Karriere“ nachzudenken und über den Umgang mit Problemen. Muss ich andere ausbooten? Muss ich mein eigenes Ding durchziehen? Muss ich meine eigene Genialität raushängen lassen, so dass es auch ja jeder mitbekommt?

Kann ich mich auch auf jemand anderen als nur meinen eigenen Verstand einlassen und verlassen? Kann ich einsehen, dass ich selbst nicht allwissend bin und nicht alles kann? Kann ich die Gaben und Talente, die ich bekommen habe, gewinnbringend einsetzen und dabei trotzdem oder vielleicht gerade dann auf ihren Geber verweisen?

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf wünsche ich euch ein schönes Wochenende!


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