Manna

Die Qualität der robusten Dinge

06. April 2014, marcus - Mannablog

iPod mit ausgetauschter Batterie. Copyright: Marcus Eitzenberger
iPod mit ausgetauschter Batterie. Copyright: Marcus Eitzenberger
Gute Qualität: Auf den Boden aufgeschlagenes Apogee One funktioniert noch. Copyright: Marcus Eitzenberger
Gute Qualität: Auf den Boden aufgeschlagenes Apogee One funktioniert noch. Copyright: Marcus Eitzenberger

 

Im Laufe seines Lebens nutzt ein Mensch viele Gegenstände. Manche sind von guter Qualität und halten lange, andere nicht. Doch kaum ein Gegenstand hält so lange wie der Mensch selbst.

 

 

Würde man einen Menschen am Ende seines Lebens mit sämtlichen Dingen fotografieren wollen, die er jemals besessen hat, würde man ziemlich viel Platz benötigen. Platz für sämtliche Hosen, T-Shirts, Sweater, Schuhe, Rucksäcke, Taschen, Möbel, Autos sowie Gegenstände für Hobbies wie Ski, Instrumente oder Werkzeuge.

 

Qualität

 

Jeder dieser Gegenstände hat eine gewisse Qualität und damit auch eine bestimmte Lebensspanne, die er überdauern kann. Je nach Robustheit, Häufigkeit der Nutzung und Anwendungsgebiet hält ein Gegenstand länger oder kürzer. Manche Dinge sind dafür ausgelegt, möglichst lange in Verwendung sein zu können. Ihre Qualität ist so gut, dass der Hersteller seine Kunden auch mit erhältlichen Ersatzteilen versorgt, um kleinere Reparaturen selbst vornehmen zu können. Meist spielen solche Waren allerdings in einer etwas höherpreisigen Liga. Andere wiederum sind günstig zu kaufen, weisen allerdings bereits oft bei der bestimmungsgemäßen Benutzung Mängel oder Nachteile auf und sind oft auch sehr viel schneller kaputt.

 

Robustheit

 

Robustheit zeichnet sich dadurch aus, dass mit einem Gegenstand auch mal etwas härter und weniger sorgsam umgegangen werden kann, ohne dass dieser gleich kaputt geht. Qualitative Ware ist oft sogar daraus ausgelegt, eine bestimmte Menge an „Brutalität“ gut verkraften zu können, besonders wenn es um Profiequipment geht.

 

Der zähe Mensch

 

Es gibt allerdings nur wenige Gegenstände, die die Lebenszeit eines Menschen bei andauernder Beanspruchung überdauern. Und wenn sie es tun, dann meist nur wenn man sie gut pflegt und alle paar Jahre kleinere Reparaturen daran vornimmt. Im Gegensatz dazu ist der Mensch ein wahres Meisterwerk an Robustheit und Qualität. Man muss ihn fast schon als zäh bezeichnen, im Hinblick auf die vielen Anforderungen, sowohl körperlich als auch psychisch.

Das ist nur möglich, weil der Körper mit allerhand Reparaturprogrammen ausgestattet ist, die sowohl auf körperlicher als auch geistiger Ebene unverzüglich Verletzungen wieder selbst heilen. Von kleineren Abschürfungen bis hin zu Knochenbrüchen – der Körper bekommt fast alles wieder repariert. 

 

An alles gedacht

 

Der Ingenieur unseres Körpers hat wirklich an alles gedacht, damit wir lange Freude an unserer Gesundheit und unserem Leben haben. Er hat nicht gespart und nur beste Materialien verwendet um Höchstleistungen und äußerst lange Lebensdauer zu ermöglichen. Durch eine Art „Notfallprogramm“ können wir unseren jetzigen Körper zukünftig sogar gegen einen ganz neuen eintauschen, inklusive neuer Erde. Alles neu. Dann brauchen wir unser altes Hab und Gut hier nicht mehr. Bis es allerdings soweit ist, kann ich jedem empfehlen lieber etwas mehr Geld auszugeben und gute Qualität zu kaufen. In den meisten Fällen zahlt es sich richtig aus.


Gesang der mein Ohr und mein Herz erreicht

03. April 2014, claudia - Mannablog

Direkt neben unserer Terrasse gibt es ein Spalier an der ein Jelängerjelieber wächst. Dort in dieser immer grünen Pflanze hat unsere Amsel ein Nest gebaut. 

Das Nest ist fertig und viel Zeit zum ausruhen hat unser Amselpärchen nicht. Abwechseln sind sie unterwegs, Futtersuche oder brühten steht auf dem Programm. 

Es scheint ihnen nicht besser zu gehen als uns. Bei uns steht reden oder schreiben auf der Arbeitsliste. Doch im Gegensatz zu uns scheint unsere Amsel das mit der worklife Balance besser hinzubekommen. Denn gerade jetzt höre ich ihre Lied durch die geöffnete Balkontür bis zu mir an den Schreibtisch.

So gerne würde ich ihren Gesang verstehen! Doch eigentlich egal, denn die Melodie ist einfach sehr schön. Mitten zwischen Mails, Abstimmung, Koordinierung, Nachfragen erreichen mich diese einzelnen Töne und bereiten in mir eine Melodie der Freude. 

So schafft es meine Amsel, die sicher auch müde vom Tag ist, mein Herz und alle Geschäftigkeit die sich davor ablagern will zu durchdringen. 

Ach, mein Bruder Jesus. Danke, dass du nicht willst, dass die Arbeit mich nieder ringt und danke, dass es dafür so kleine Geschöpfe wie Amseln gibt, die mich daran erinnern.


Verschenke dich, solange du kannst

02. April 2014, Mannablog

Meine Oma geht auf die 90 zu. 90 Jahre, das ist eine lange Zeit und sie ist geprägt von vielen Umschwüngen und Erlebnissen, die nicht alle leicht sind. Besonders bei ihr nicht, die Kriege und Flucht erlebt hat, ihren Mann früh verlor und vieles mehr durchgemacht hat. Trotzdem lebt sie in diesem Alter recht ruhig in ihrer kleinen Wohnung. Wenn wir sie besuchen, sieht sie aus dem Fenster und freut sich über die Sonne. Sie schaut Fernsehsendungen über die gängigen Zoos in Deutschland und empfindet mit den Tieren mit, die gezeigt werden. Die fast 90 Jahre haben sie nicht entmündigt, aber sie lebt auf einem naiveren Niveau, auf dem es auch einfach ist, sich über das Einfache zu freuen. 
Sie fragt mich immer wieder, was ich studiere und wo, was ich danach mache. Dabei schaut sie mich jedes Mal halb interessiert, halb unwissend verwirrt an, ihre Augen sind überrahmt mit blau nachgezeichneten Augenbrauen. Als ich meine Mutter nach dem Grund gefragt habe, hat sie mir gesagt, Oma wollte etwas Farbe in ihr Gesicht bringen. Farbe in die grauer werdende Welt, wo die Farben verblassen, wo die Tage rückwärts gezählt werden.
Ich habe mich gefragt, wie es ist, als alter Mensch auf seinen Tod hin zu leben. Erwartet man ihn freudig oder mit Angst oder lebt man wie immer, weil man ja sonst auch nicht auf unangenehme Dinge zulebt? Die Gewissheit in diesem Alter bald zu sterben ist so gewiss, da muss doch das Bedürfnis nach Gewissheit von dem, was danach kommt, auch immens groß sein. Oder nicht?
Während ich bei meiner Familie zu Besuch war, hat meine Mutter mir von einer Predigt erzählt. In der Gemeinde, in der sie gehalten wurde, hatte es vor Kurzem Todesfälle – wohl unerwartet- gegeben. Das hatte Anlass zu einer Welle der Liebe gegeben. Quintessenz war, dass du und ich – wir Geschenke sind, welche sich an unsere Familien, Freunde, Mitmenschen im Allgemeinen verschenken dürfen. Diese Liebesgeschenke werden immer weiter gegeben, wenn erst mal einer angesteckt ist. Das wünsche ich mir auch für euer und mein Leben! Dass ich die Zeit nutze, in der ich mit Menschen zu tun habe, die noch in diesem Leben anwesend sind. Ein großer Teil unseres Lebenssinns steckt doch letztendlich darin, Jesu Geschenk an uns zum Anlass zu nehmen, diese Liebe weiter zu geben. Und es ist ja bekannt, dass Jesus diese Liebe so großzügig ausgeteilt hat, ohne auf Gegenvorschuss oder Erwiderung zu bestehen. Zu der Liebe gehört vieles, und nicht zuletzt, für Andere zu beten. Dann hilft nicht nur der Mensch, sondern auch Gott persönlich!


Trockenheit

31. März 2014, claudia - Mannablog

Es ist Frühling, wie wunderbar! Alles in unserem Garten ist auf dem Weg zum blühen. Unsere Forsythie leuchtet in einem satten goldgelb, zur Freude für uns alle und weithin sichtbar.

Während wir uns an der Pracht des zurück kehrenden Lebens freuen, sind wir etwas erschreckt von der großen Trockenheit. Ja, es ist ein erstaunliches Frühjahr. Noch nie war die Natur Ende März so weit voran geschritten und noch nie mussten wir bereits im März intensiv gießen, damit die Pflanzen ihre Kraft erhalten und weiter wachsen.

Das erinnert mich an den Bon vom Wochenende. Alex und ich schauten gemeinsam "Ein Quantum Trost". In dem James Bond Film geht es um die für uns alle lebenswichtige Ressource, Wasser. Der bereits 2008 gedrehte Film zeigt nur einen kleinen wahrscheinlich dafür sehr realen Kampf der bereits um Ressourcen wie Wasser gekämpft wird. Der Film geht offen aus.

So geht es uns derzeit auf dieser Erde auch. Wir kämpfen um Ressourcen von seltenen Rohstoffen und um Wasser. Heute stellt der Weltklimarat seinen aktuellen Bericht vor. Kurz ausgedrückt heisst es: 

Weltklimarat warnt vor Dürre, Hitze und Überflutung 

Das Szenario was sich darin für unsere Zukunft darin findet, ist alles andere als erbaulich. Laut Bericht haben wir wohl nur die Wahl zwischen zu viel ungenießbaren Wasser und zu wenig.

Schuldig wird darin der Mensch gesprochen. Seine Ausbeutung und Gier nach Profit, treiben den CO2 Ausstoß immer weiter in die Höhe. Die Aufforderung an die Staaten der Welt gemeinsam an einer Lösung für den Erhalt der Erde zu arbeiten verhallen bis jetzt ohne Konsequenz.  

Wenn ich nur alleine den Bericht in der Süddeutschen Zeitung zu Ende lese, entwickelt sich ein schaler Geschmack auf die Zukunft. Es dauert einige Sekunden, bis sich ein Hoffnungsschimmer in meinem Gesicht breit macht.

Bereits in der Bibel steht, dass der Mensch die Erde zu Grund richten wird. Doch gleichzeitig mit dieser negativen Ankündigung, gibt es einen Rettungsanker. Weil wir Menschen uns nicht selbst aus dem Sumpf ziehen können, wurde ein Plan entwickelt uns Menschen zu befreien. Dieser Plan wurde umgesetzt und ist immer noch aktiv. Wenn diese Erde einmal nicht mehr zu retten sein wird, dann kommt Jesus und wird eine neue Erde schaffen.

Das Geniale an dieser neuen Erde ist, dass die darauf lebenden Menschen nicht mehr dem Gesetz der Gier und des Profitstrebens unterliegen werden. In dem Jesus uns Menschen raus zieht, gibt er uns auch die Möglichkeit das alles los zu lassen. 

Lese ich diese Prognosen über die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte, dann erfüllt es mein Herz mit Trauer über uns Menschen. Doch gleichzeitig bin ich voller Hoffnung, weil ich weiß das es nicht das Ende ist. 


Brünnstein, der "brennende Berg"

30. März 2014, marcus - Mannablog

Brünnstein. Copyright: Marcus Eitzenberger
Brünnstein. Copyright: Marcus Eitzenberger
Walchsee mit Kaisergebirge. Copyright: Marcus Eitzenberger
Walchsee mit Kaisergebirge. Copyright: Marcus Eitzenberger

Gestern war ich mit Freunden am Walchsee in der Nähe des Kaisergebirges unterwegs. Der Sonnenuntergang bescherte uns dann den "Brünnstein" als "brennenden Berg".

Die Wanderung um den Walchsee führt teils auf geteerter Straße und teils auf befestigten Uferwegen um den See herum, umgeben von einer malerischen Bergkulisse. Durch den günstig gelegen Winkel des Tals, genießt man dort die Sonne, bis diese am Horizont direkt hinter einem der Hausberge untergeht, dem "Brünnstein". Der Nachhauseweg mit Auto fiel genau in den Zeitraum des Sonnenuntergangs und ließ uns ein prächtiges Naturschauspiel erleben: Der Brünnstein stand tatsächlich in "Flammen". Wir parkten das Auto und hielten den Moment in Bildern fest. 

Der Anblick öffnete unsere Gedanken obendrein für den Namen des Berges, "Brünnstein". Dieser hört sich vor diesem Hintergrund fast an wie "brennender Stein". Wäre gut möglich, dass der Felskopf tatsächlich seinen Namen von der untergehenden Sonne hat. Eine Recherche im Internet hat hierzu leider nichts ergeben.

Wer Gottes Natur in seiner majestätischen Pracht erleben möchte, dem kann ich einen Spaziergang um den Walchsee nur empfehlen. Wer die Runde in die Abendstunden legt, könnte auf dem Nachhauseweg vielleicht sogar dem "brennenden Berg" begegnen.


Reparierte Beziehung

29. März 2014, claudia - Mannablog

Kennst du das auch? Du hast einen Fehler gemacht und das belastet dich. Dieses Wissen kann so sehr belasten, dass der Menschen krank werden kann. Es behindert die Beziehung zu einem oder mehreren Menschen. Es macht Versteckspielen nötig und erfindet Lügen.

Dabei wissen wir doch alle, wie befreiend es ist, wenn die Schuld bekannt und bereinigt wird. Ist das nicht ein wunderbares Gefühl, wenn die Welt wieder in Ordnung ist? Selbst wenn es noch Baustellen gibt, die aufgeräumt werden müssen, so ist das einsetzende Gefühl der Erleichterung das darüber hinwegtragende Element.

Genau so ist es auch in Bezug auf unser Verhältnis zu Gott. Wollen wir wieder eine reparierte Beziehung zu ihm haben und die Welt soll wieder in Ordnung sein, dann müssen unsere Sünden aus der Welt. Dafür brauchen wir jemanden, der für uns eintritt. Ohne diesen Vermittler kann das Verhältnis nicht repariert werden.

Es gibt einen Vermittler, der diese Funktion übernimmt und für uns eintritt: Jesus Christus. Um vermitteln zu können, trat er an unsere Stelle und nahm meine und deine Sünden auf sich und bezahlte sie. Nur dadurch ist es möglich, die Beziehung zu Gott zu reparieren.

Ist diese Beziehung wieder repariert, ist das ein wunderbares Gefühl der Befreiung. Auch wenn vielleicht noch Baustellen da sind, die gelöst werden müssen.


The Bar at Buena Vista

27. März 2014, claudia - Mannablog

Das modobook hat sich als sehr Unternehmungslustig erwiesen. Regelmäßig will es mit uns unterwegs sein, die Welt und seine Menschen kennen lernen.

Heute vor einer Woche haben wir den Geburtstag von Alex gefeiert. Er hatte zu seinem letzten Geburtstag Karten für eine Veranstaltung in München erhalten. "The Bar at Buena Vista" versprach gute cubanische Musik und damit einen guten Abend. 

Was der Abend versprach hielt er auch. Es begann mit einem Parkplatz direkt vor dem Theater, was mitten im Wohngebiet in München ein echtes Geschenk war. 

In einem ausverkauften Theater erklangen Rumba, Salsa und Cha-Cha-Cha Rythmen. Doch nicht die erstklassige Musik macht die Veranstaltung aus, es sind die alten Herren aus Cuba. Sie erwecken die Musik zum Leben. Der Blick in ihr eigenes Leben vor 50 Jahren, in das Cuba vor der Revolution, macht den Charme dieses Abends aus.

Der Jüngste der alten Herren war 69 Jahre und wenn wir uns richtig erinnern, dann war der Älteste 95 Jahre. Was für eine Energie und Lebensfreude! Dabei war ihr Leben auch kein Zuckerschlecken, sondern Kampf ums überleben und Mühe. 

Vielen Dank an "The Bar at Buena Vista"! Es war ein sehr schöner leichter Abend. Wir glauben, dass es auch unserem modobook gefallen hat. 


Das Ego ist ein Kellerkind

26. März 2014, Mannablog

Im modobook von modobonum ist eine Lebensgeschichte abgebildet, wie sie verlaufen kann. Die eine Seite zeigt ein Leben, das von guten Entscheidungen und echter Gemeinschaft geprägt ist. Die andere zeigt den Weg in den Tod, eine verzweifelte Suche nach unechter Erfüllung, die von Gefühlen bestimmt wird, die statt aufzubauen, Lasten aufstapeln.

Ich habe mir das Heft noch mal angeschaut und mir überlegt, welcher Aspekt für mich momentan besonders entscheidend ist, damit sich ein Leben in eine gesunde Richtung entwickelt. Bei der Gegenüberstellung von Gleichgültigkeit und Liebe bin ich hängen geblieben. Damit hängt auch das Paar Wahrheit und Lüge zusammen.

Ich habe mich in letzter Zeit damit beschäftigt, was wirkliche Gemeinschaft ausmacht. Gemeinschaft ist heute irgendwie ein Wort, das man selten benutzt. Im Internet spricht man von Community, Tisch- und Dorfgemeinschaft ist wahrscheinlich auch nicht täglich im Sprachgebrauch zu finden. Und auch nicht in der Realität. Jedenfalls weiß ich, dass viele Leute in der Stadt allein wohnen, ihr Essen vielleicht vor dem PC oder Fernseher essen oder dass in der Familie, in der auf das gemeinsame Essen geachtet wird, trotzdem hier und da ein Blick auf dem Smartphone landet.

Gemeinschaft ist für mich eine Einheit von Menschen, die sich in vielen Aspekten unterscheiden, aber ein gemeinsames Ziel verfolgen. Ihre Essenz ist Liebe statt Gleichgültigkeit: sie nehmen die anderen wichtiger als sich selbst, so wird an jeden gedacht. Es wird geteilt, was man hat, um der Gemeinschaft zu dienen. Das ist wahrscheinlich ein Idealbild, nach dem sich bestimmt auch einige Menschen sehnen. Oder nicht?

Ich merke, dass man sich auch bewusst davon distanzieren kann. Gleichgültig zu werden wird irgendwann zum gleichgültig bleiben. Es macht irgendwann Mühe, Zeit, Liebe, Geduld und Aufmerksamkeit für andere von seinen eigenen Ressourcen abzuzwacken. Ich kann es mir in meiner eigenen Welt, meinen eigenen Plänen, meiner Karriere, meiner Beziehung etc. richtig gemütlich machen. Aber wirkliche Gemeinschaft werde ich verpassen. Ich werde auch nicht nur mit den schönen Dingen allein sein, sondern auch mit meinen Gedanken, Sorgen, Sinnfragen und Unsicherheiten.

Echte Gemeinschaft braucht Transparenz. Nicht unfreiwillig, sondern eine Offenheit, die sich langsam von selbst ergibt. Ich möchte das mit einem Raum vergleichen, in dem ein strahlendes Licht steht. Wenn ich mich zu dem Licht stelle, werde ich nicht umhinkommen, dass es mich wärmt ,dass ich selbst erhellt werde und meine Umgebung deutlicher wahrnehme. Mir fallen vielleicht die Fehler der anderen deutlicher auf, aber auch meine Fehler werden deutlich sichtbar. In dieser Atmosphäre der Ehrlichkeit können wir wirkliche Annahme und Vergebung lernen. Nicht nur mit den eigenen Masken leben zu können, den anderen nicht nur von seiner besten Seite anzunehmen und als Freund zu sehen.

Ich glaube, Gott ist so ein Licht, um das sich Menschen versammeln können. Es lässt uns nicht unverändert, wenn wir uns in seiner Gegenwart öffnen. Ich wünsche uns, immer mehr zu erleben, wie das Vertrauen in ihn die Chance gibt, dass die dunklen, traurigen und perspektivlosen Stellen in jedem einzelnen Leben ans Licht kommen, um einer bedingungslosen Liebe und Hoffnung zu weichen. Die Entscheidung liegt bei dir selbst.


Berufstätig oder nicht - Mütter sind Frauen mit Kindern

21. März 2014, gastbeitrag - Mannablog

Auf die Frage, ob Mütter erwerbstätig sein sollten, gibt es keine richtige Antwort. Demzufolge aber auch keine falsche. Trotzdem wird seit Jahren in den Medien – in der Gesellschaft überhaupt – heftig über sie diskutiert. Hat eine Frau ihre beruflichen Wünsche, ihren Drang zur Selbstverwirklichung, gefälligst zurückzustellen, sobald sie sich für Kinder entscheidet? Oder ist sie dann das „Heimchen am Herd“?

Meine Erfahrung ist: Die größten Feinde von Müttern, die mit dieser Problematik zu tun haben, sind nicht die Arbeitgeber, ist nicht „die Gesellschaft“ – es sind wir Mütter selbst, untereinander. Unglaublich, mit welcher Bösartigkeit da getuschelt wird: „Wusstest du? Die x hat ihr Kind mit einem halben Jahr in die Krippe gegeben! Das ist doch unmöglich!“ – „Verstehst du das, dass y nicht endlich wieder anfängt zu arbeiten? Die muss doch zu Hause vor Langeweile sterben mit ihrem Kind!“

Die fiktiven Briefe einer berufstätigen an eine nicht berufstätige Mutter (und umgekehrt) der Ärztin Dr. Carolyn Ee sind darum so anrührend wie utopisch. Wenn wirklich eine solche Achtung und Wertschätzung unter uns herrschen würde, gäbe es deutlich weniger Gerede und dafür viel mehr tatkräftige gegenseitige Unterstützung.

Dabei ist das Aufeinander-Herumhacken aus meiner Sicht ziemlich leicht zu durchschauen: Es drückt nichts anderes aus als die Unsicherheit bezüglich der eigenen Entscheidungen und des eigenen Lebenskonzeptes. Eine Mutter, die sich gut überlegt hat, wie sie das mit dem Beruf und den Kindern regeln will, was zu ihr und ihrer Familie passt, und die auch dazu steht, hat es nicht nötig, einen anderen Lebensentwurf schlecht zureden.

Ich für mich persönlich habe herausgefunden, dass ich ohne Job nicht zufrieden sein kann. Und ich bin übrigens auch fest davon überzeugt, dass Gott sich freut, wenn ich mit Elan und Spaß meiner Arbeit nachgehe. Andererseits möchte ich mich auch in angemessener Weise um meine wunderbaren Kinder kümmern. Beides klappt nicht ohne Kompromisse, aber es klappt. Ich möchte es nicht anders haben. Das heißt jedoch nicht, dass für eine andere Mutter nicht etwas völlig anderes gelten kann.

Hören wir doch auf, einander die Fähigkeit zu sinnvollen eigenen Entscheidungen abzusprechen und konzentrieren wir uns lieber darauf, uns gegenseitig zu respektieren und zu unterstützen!


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