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Stifte, Evernote, Handschrifterkennung und Dein Gehirn

15. März 2015

Stifte: digital oder analog?
Stifte: digital oder analog?

Computerprogramme um Handschriften zu erkennen, haben so ihre Tücken. Wie gut Dein Gehirn darin ist, Handschriften zu erkennen, zeigt sich erst im Praxisvergleich.

 

Letzte Woche habe ich in unserem ersten Video-Blog darüber gesprochen, dass es dem Gedächtnis extrem hilft, Dinge selbst per Hand und Stift aufzuschreiben. Untersuchungen haben gezeigt, dass „Schreiber“ sich Dinge viel besser merken konnten als „Tipper“. Da ich als spätberufener Psychologiestudent dieses Wissen natürlich für mich nutzen möchte, stehe ich nun vor der Frage, wie ich als „Tipper“ das Schreiben am Besten in meinen „Workflow“ einbinde.

 

Analog Schreiben und digital Aufbewahren

Da ich vor Jahren in die Fraktion der „Tipper“ gewechselt habe und nur noch sehr selten (außer in der Arbeit) einen Stift in der Hand habe, stellt sich mir nun natürlich eine wichtige Frage: Wie kann ich das „analoge“ Schreiben am Besten so digital aufbewahren, dass der Text für mich weiterverwendbar ist?

 

Nach einiger Recherche im Internet sind eigentlich nur vier Möglichkeiten übrig geblieben, dieses Unterfangen zu bewerkstelligen:

 

  1. Ein elektronischer Stift, dessen Schreibbewegungen über einen kleinen Empfänger aufgenommen werden, der am Papier befestigt wird. Mit dabei: Handschrifterkennung
  2. Ein elektronischer Stift, der selbst aufzeichnet, dafür aber spezielles Papier benötigt. Mit dabei: Handschrifterkennung
  3. Ein normaler Stift, das Geschriebene Einscannen und per Evernote-Premium-Account-Handschriftenerkennung durchsuchbar machen.
  4. Ein digitaler Stift fürs iPad und die Notizen direkt elektronisch „zu Papier“ bringen.

 

Die Version unter Punkt 1 habe ich momentan zu Hause und bin überhaupt nicht begeistert. Der Stift zeichnet einfach nicht absolut zuverlässig auf, der Text weist jede Menge Artefakte auf. Die Handschrifterkennung lässt auch extrem zu wünschen übrig bzw. erkennt nur Schrott. Ob das am System oder an meiner Handschrift liegt kann ich jetzt nicht direkt nachvollziehen :)

 

Version 2 würde ich gerne ausprobieren, aber ich habe einige bedenken: Die Stifte sind noch teurer, wegen der verbauten Elektronik etwas klobiger, laut Rezensionen teils sehr anfällig für vorzeitiges Ableben und das Spezialpapier muss immer gekauft werden. Allen voran sind hier wohl die Stifte von Livescribe zu nennen.

 

Version 3 gefällt mir vom Schreiben her sehr gut (Juhu, ein normaler Stift!), allerdings kostet Evernote in der Premiumversion 5 Euro im Monat. Vielleicht teste ich das Ganze mal, ob das eine Lösung sein könnte. Auch nur dann, wenn hier die Handschrifterkennung besser ausgereift ist.

 

Version 4 scheint durch Bluetooth-Lösungen bereits recht ausgereift, besonders Stifte von Adonit machen einen sehr guten Eindruck. Ob das Schreiben auf Glas allerdings auf Dauer wirklich angenehm ist, müsste ich tatsächlich ausprobieren. Apps fürs iPad mit Handschrifterkennung gäbe es wohl auch, z.B. „GoodReader 4“. Allerdings habe ich auch hier wieder keine Ahnung wie ausgereift diese wirklich ist.

 

Das Gehirn ist der beste „Erkenner“

Abschließend kann ich sagen, dass mir beim Praxistest des Digitalstiftes enorm bewusst geworden ist, wie gut unser Gehirn im Erkennen von Mustern, Symbolen und Handschriften ist. Würde unsere eingebaute Handschrifterkennung genauso schlecht funktionieren wie das von mir getestete Computerprogramm, dann hätte die Menschheit ein ernstes Problem (zu den anderen ernsten Problemen, die sie eh schon hat). Wir können Gott wirklich dankbar sein, dass die menschliche Hard- und Software so dermaßen ausgereift ist!

 

Und wie geht es weiter?

In diesem Punkt bin ich mir noch nicht hundertprozentig sicher. Der von mir getestete Stift geht auf jeden Fall wieder an den Händler zurück. Den Stift unter Punkt zwei würde ich mir gerne mal vor Ort ansehen. Somit bleibt als nächster Schritt die Punkte 3 und 4 zu testen.

 

Bin ich der einzige mit solchen Problemen oder gibt es jemanden, der sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt hat? Hat jemand von euch bereits Erfahrungen damit gemacht, die er mir mitteilen könnte? Ich freue mich über jeden Kommentar. Natürlich werde ich euch in einem meiner nächsten Blogs auf dem Laufenden halten, welche Lösung ich erstmal anwenden werde.

marcus

Gut für dich

11. März 2015

Ein Lebensmitteldiscounter wirbt zur Zeit mit dem Slogan „Gut ist, was gut für dich ist“. Im Laufe der Fastenzeit muss ich immer wieder darüber nachdenken, was wirklich gut für mich ist. Es kommen automatisch angebliche Bedürfnisse auf, wenn man daran gewöhnt ist, immer gefüllt zu sein und dann etwas weg fällt. Als Mensch fühle ich mich oft von meinem Geschmacksempfinden, meiner Gewohnheit angetrieben. Wenn ich an die süße Schokolade gewöhnt war, fällt es schwer mich auf etwas Gesundes zu beschränken.

Aber ich merke auch, wie die Umgewöhnung mich sanft, aber bestimmt von Dingen ablöst, die eben nicht wirklich gut für mich sind. Diese Dinge „schmecken“ ohne Frage großartig, aber so richtig satt machen sie nicht. Und ich merke, dass sie mir auf Dauer nicht gut tun. Vielleicht sind sie es nur für einen bestimmten Zeitabschnitt, vielleicht nur in bestimmter Dosierung, vielleicht auch nicht für mich, aber für jemand anderen.

Ich glaube, das Prinzip der Gewohnheit an angeblich gute Dinge kann man besonders beim Thema Besitz beobachten. Während der Mensch nackt und ohne Habe auf die Welt kommt, sammelt er sich seinen Besitz zusammen, wenn er aufwächst. Und nicht nur bei mir, auch bei anderen Menschen, die konsumorientiert leben, muss ich feststellen, dass Dinge teilweise unreflektiert gekauft, konsumiert und vergessen werden. Dass es sich einfacher lebt ohne den Ballast von Verschwendung und Luxus. Und wo ist Luxus noch Luxus, wenn man merken muss, dass man seine Verantwortung für die eigenen Ressourcen damit missbraucht und nur an sich denkt? Ohne Rücksicht auf Verluste anderer.

Diese Woche lief im TV das Finale vom "Bachelor" und wieder einmal wurde klar, dass einem Menschen auch unterschiedliche Menschen gleichzeitig ans Herz wachsen können. Weil man es zugelassen hat und dabei wohl vorrangig kalkuliert hat, was man selbst bekommen kann – einen liebevollen Menschen, einen eigenständig smarten Menschen – aber was „gut für dich“ ist und für wen du Gutes tun und das Beste sein kannst, das ist eher außen vor. Meine Schlußfolgerung: ich muss nicht auf jeden Geschmack kommen.

Mit diesen Gedanken nach zwei Wochen Fasten möchte ich euch Mut machen, liebgewonnenem Ballast Tschüss zu sagen und zu erleben, wie sich das Leben anschließend wieder zusammenfügt – neu und heilsam.

Meine Fahrt von Bonn nach Landshut

05. März 2015

Quelle: Adventure Center Seelscheid

Letzte Woche habe ich etwas erlebt, von dem ich euch berichten möchte:

Mein Wahlpflichtseminar fand letzte Woche im Adventure Center in Seelscheid (NRW) statt, zu dem ein weiterer FSJler aus Landshut, namens Tom und ich fuhren.

Recht schnell war der Weg zum Seminar klar, wir würden mit dem Zug nach Erlangen fahren und von dort aus mit einem FSJler mit dem Auto zum Seminar.

Die Planung für die Rückreise jedoch wurde etwas Problematisch, da der FSJler mit dem Auto nach dem Seminar nicht zurück nach Erlangen fahren wollte.

An dem Wochenende bevor das Wahlpflichtseminar statt fand, haben wir nochmal nach einer Verbindung von Seelscheid nach Landshut gesucht.

Eine Idee war, dass wir mit einem Fernbus fahren. Das wäre günstiger als der Regionalzug und schneller obendrein. Jedoch fuhren die Fernbusse ziemlich blöd, sodass wir bis zum Freitag Abend hätten warten müssen.

Doch Tom stärkte meine Motivation und mein Vertrauen in Gott, sodass ich gelassen blieb. Einen Tag vor der Abreise fanden wir dann die perfekte Verbindung um wieder zurück zu kommen:

Von Bonn nach München gab es eine IC/ICE Verbindung, welche für zwei Personen 49,- EUR gekostete. Wir waren begeistert! (Claudia bei dem Fahrpreis auch)

Bis Bonn nahm uns dann einer der anderen FSJler mit. Wir mussten jedoch in Nürnberg umsteigen, was mir wieder Sorgen bereitete, da die Umstiegszeit nur vier Minuten betrug.

Doch wie soll es auch anders sein, wurde unser Vertrauen nicht enttäuscht. Wir erwischten unseren Anschlusszug und kamen so recht zügig in München an. Von dort aus dauerte es dann noch ca. 45 Minuten bis nach Landshut.

Wenn ich mir die Preise so anschaue, dann war das Ticket von Landshut nach Erlangen teurer, als das Ticket von Bonn nach München. (Um 6:30 Uhr morgens konnten wir noch kein Bayernticket nutzen)

Das zeigte mir wieder, dass ich Gott vertrauen kann!

Ein letztes Mal Winter am Irschenberg

28. Februar 2015

Schnee am Irschenberg
Schnee am Irschenberg

Bevor der Frühling kommt, ist es am Irschenberg für dieses Jahr ein letztes Mal Winter.

 

Ob das wirklich so sein wird, kann ich nicht hundertprozentig sagen (Das Bild ist auch schon etwa zwei Wochen alt und ich wohne nicht direkt dort). Zumindest fühlt es sich aber so an. Die letzten Tage ist bei uns hier der Schnee ordentlich dezimiert worden und die kleinen weißen Flocken, die ansonsten im Winter vom Himmel fallen, sind grauen Regentropfen gewichen. Wandert man durch unseren kleinen Ort, begrüßen einen bereits die ersten Krokusse. 

Wieder einmal können wir staunend miterleben, wie scheinbar tote Flecken Erde mit neuem Leben erfüllt werden. Scheinbar aus dem Nichts werden auch diesen Frühling hunderte Arten von Blumen und Blüten erscheinen. Keine davon ist selbstverständlich. Alles wird frisch und saftig aussehen und endlich wird es wieder richtig warme Sonnenstrahlen geben.

Auch wenn ich den Winter mitsamt Schnee wirklich mag und Ende März nochmal eine Woche bei Snowboarden sein werde (hoch oben in der Schweiz) – ich freue mich richtig auf den Frühling. Du bestimmt auch.

 

 

marcus

Abgestorbene Welt, erfrierendes Leben

25. Februar 2015

Gerade war ich draußen im Garten um Holz zu holen für den Kachelofen. Während ich leicht fröstelnd den Weg zum Holzstabel zurück legte, fiel mein Blick auf eine unserer Rosen. Dort hatten sich Eiskristalle an den wenigen verbliebenen Rosenblättern gebildet. Diese Mischung von dunklen, abgestorbenen Blättern mit den weißen Eiskristallen bildete so einen starken Kontrast, dass ich die Kamera holen ging.

Während ich leicht frierend versuchte ein scharfes Foto zu machen, gingen meine Gedanken über das Foto hinweg zurück in die letzten Wochen.

Uns ging es ähnlich. Alles wirkte recht frostig und kalt. Die Welt war einfach zum frieren. Es schien als ob die Welt nur noch ein Ort zum frieren ist. 

Doch dann mitten in dem frieren, entdeckten wir die schönen Kristalle des Lebens und konnten uns daran erfreuen. Manchmal scheint es so als ob die Welt bereits abgestorben ist. Aber nein, sie ist es nicht.

Wie zum Trotz, mitten in diese Kälte hinein fingen die Vögel an zu singen. Sie singen von Frühling und neuem Leben. Sie singen für uns Menschen, um uns Freude und Motivation zurück zu geben, wenn die Kälte des Winters zu heftig ist und uns den Atem nehmen will.

Sie wollen unseren Blick weg führen von erfrierendem Leben. "Erinnere dich" so scheinen sie zu rufen, es gibt mehr als nur Eiskristalle. Es gibt mehr, auch wenn du es jetzt gerade noch nicht siehst. Neues wird kommen!

claudia