Manna

Gefiltert nach Tag fehler Filter zurücksetzen

My Goodness

11. Juli 2014, Mannablog

Ein Studium kann so viele Vorträge und Präsentationen enthalten, dass man wirklich Zeitmanagement betreiben muss. Und das beginnt nicht erst, wenn man sich mit der Recherche zum Thema befasst, sondern schon an dem Tag, an dem die Termine verteilt werden. Man kann es drehen und wenden, wie man will – in diesem Semester hätte ich es wahrscheinlich nur schlecht einteilen können. Aber Fakt ist, dass ich jetzt zum Ende hin noch mal ordentlich was tun musste und dass im Endeffekt etwa 80 Prozent der Arbeit zu Hause am Schreibtisch getan wird und die restlichen Prozente werden vor Ort abgeliefert und in die müden Gesichter, wenn sie denn überhaupt erschienen sind, propagiert.

Wenn es nicht schon in der Schulzeit anfing, so muss man sich spätestens in der Studien- und Ausbildungszeit ein dickes Fell aneignen, was den Umgang mit Kritik betrifft. Es ist ja dabei erst mal zweitrangig, ob der Kritiker etwas persönlich meint oder nicht. Fakt ist, dass irgendwo Bedarf für eine Veränderung besteht. Und die Kritik, die reinkommt, kann man immer auch durch den eigenen Filter laufen lassen. War das der Situation geschuldet, einmalig, entspricht das meiner Persönlichkeit? Definiert mich der Fehler oder ist es vielmehr eine Chance voran zu kommen?

Ich denke, viele können mir da zustimmen: oft ist es wirklich eine Chance. Zu sehen, wie man von Mal zu Mal kleinere oder größere Erfolge verzeichnen kann. Sich darüber wirklich mal zu freuen. Ich meine, man kann ja immer sagen: Ja, das hätte sowieso mein Standard sein müssen, was soll ich da stolz auf mich sein?! - Aber das ist eben nicht immer so. Jeder Mensch geht von einer anderen Grundlage aus in eine Richtung, die er für gut und gesund hält und da ist jeder Schritt in diese Richtung ein Erfolg, den man feiern kann. In Maßen.

Ich persönlich habe mein fast fertiges Semester mit einem Café-Date gefeiert und es war einfach schön, zu wissen – das ist jetzt fast geschafft und meine Mühe hat sich gelohnt. Ich habe beobachtet, dass man als Student auch ganz schön schnell von einer Etappe zur nächsten springen kann und sich dabei gar nicht richtig Zeit lässt, um mal eine geschaffte Sache sacken zu lassen. Wie schon öfter gesagt: der Mensch braucht das, weil er nicht nur wie eine Maschine mechanisch arbeiten will. Davon gehe ich mal aus.

Ich habe mir also Gedanken über Feedback und Ratschläge gemacht und bin dabei auch auf Gott gekommen. Wie ist das eigentlich in dem Bereich? Gott gibt uns eine Menge Ratschläge, die wir befolgen sollen. Wenn ich mir überlege, was alles unter „Götzendienst“ fallen kann (und dass wir Gott lieben sollen und nicht menschengemachte Dinge), dann würde ich mich am liebsten unter meinem Schreibtisch verkriechen und mein Tablet gleich mitnehmen. Und eine Schoki und ein Buch und … wahrscheinlich ein paar Stunden später wieder hervor kommen und wie Garfield gegenüber der Lasagne zu Gott sagen: „Könnte ich noch etwas mehr bekommen?“ Etwas mehr, das mir wirklich das gibt, was ich brauche.

 

Mit dem Anspruch Gottes zu leben, bringt uns ständig in die Misere: Ich kann das nicht halten. Und sobald dieser Gedanke gedacht ist, kommt die Beruhigung, dass Jesus ja für die Menschen gestorben ist, - weil – sie es nicht selbst gebacken kriegen. Das schlechte Gewissen bleibt trotzdem, weil mir dann bewusst wird, dass ich wieder in die Falle getappt bin: Mein Gott ist ein guter Gott, grundgütig sozusagen. Was verspricht er nicht alles in der Bibel, das er uns schenken möchte. Er erhält gerade – dein – Leben! Und ja, er nimmt auch. Aber in der Zwischenzeit von Geburt und Tod ist er unser lebensspendender Atem, das, was uns zum Menschen gemacht hat. Und was mache ich? Ich erstelle mir wieder ein Gedankenbild von ihm, das mich mehr bestraft als er es je in meinem Leben wirklich getan hat. Stattdessen konnte ich so viel Segen erleben und oft hat er fiese Lebensphasen gewendet, wie es mir nicht im Traum eingefallen wäre.

 

Was bleibt ist der Wunsch nach Liebe. Den Nächsten, sich selbst, Gott, die Feinde. Und Gott schießt sie vor: eine Liebe, die erwidert werden möchte. Eine Liebe, die uns Grenzen aufweist, die wir selbst austesten dürfen. Aber wie oft habe ich erlebt, dass die Grenzen – Gottes konstruktive Kritik, wenn man so will – so gut gemeint waren und die Freiheit dahinter nach dem Überschreiten unattraktiv und hässlich zu sein schien. Die Freiheit, nach meinem Gutdünken zu entscheiden, was gut für mich und andere ist – nach Laune und Tagesform, nach Kontext und Gegenüber. Wie froh bin ich da eigentlich, dass ich einen Gott als Gegenüber habe, der eine Kontinuität in das Konzept des Gutseins bringt, die beeindruckt und gleichzeitig ihresgleichen sucht.

Kommen wir dort an, die Liebe dieser „Korrektur“ zu erwidern, in der Erkenntnis ihres Senders?


Zu gut für dich

09. Juni 2014, Mannablog

Ist dir schon mal aufgefallen, dass wir andere Leute an den Stellen kritisieren, die uns selbst am leichtesten fallen? An den Stellen, die bei uns ganz gut aussehen?

 

Mir ist heute ein Mädchen aufgefallen, das mit einer sehr grellen Haarfarbe durch die Stadt lief. Dazu passte auch das gleichfarbige Outfit, das schon etwas extravagant wirkte. Jedenfalls würde man das so nicht in einem Katalog finden. Die Trägerin schien sich aber doch ganz wohl damit zu fühlen, zumindest lief sie recht selbstbewusst herum. Mir fiel aber auf, dass sie sich gleichzeitig mit einem Blick umsah, der eher nach Krawall als nach Sonnenschein aussah. Und das, obwohl das Wetter wunderschön war. Ihr Blick graste also ihr Umfeld ab, wohl in dem Bewusstsein, dass sie mit ihrem Aussehen irgendwelche abschätzigen Blicke auffangen und sofort zurückgeben müsste.

 

Die Version der Situation ist meine eigene Interpretation. Ich weiß natürlich nicht, was wirklich in ihr vorging oder was in so einigen Menschen vorgeht, die sich schnell wegen ihrer Andersartigkeit verletzlich machen und zurück pieksen, sobald ein Gedanke darauf kommen könnte. Ich weiß von meinen eigenen Schwachstellen, dass man nicht mit jedem Aspekt seiner selbst so resistent umgeht und mit sich selbst im Reinen ist. Modische Abweichungen von der Norm oder Übergewicht – so etwas kann nicht jeder mit echtem Selbstbewusstsein tragen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es da doch viele Unsicherheiten gibt, weil der Betroffene sich zu viel aus dem Vergleich mit anderen macht. Dann werden die, die anders als er sind, schnell als böse abgestempelt, obwohl da kein Signal kam oder dieses missverstanden wurde.

 

Da gibt es also zum Einen die Unsicherheit, die uns dazu bringen kann, dass wir über andere Menschen negativ urteilen, die uns anzweifeln (könnten). Zum Anderen ist da aber auch ein Stolz in den vermutlich meisten Menschen verankert, der sich auf ganz bestimmte Lebensaspekte bezieht. Da gibt es eine Frau, die ihren Haushalt immer tiptop führt und gastfreundlich ist. Der Student, der sehr extravertiert und niemals um ein Wort verlegen ist. Ein Mann, der super einparkt und sein Auto in und auswendig kennt. Das Mädchen in der Grundschule, das immer für seine künstlerischen Fähigkeiten gelobt wird. Die Frau, die auf jeder Feier ihren Gesang zum Besten gibt. Ein Mensch, der zu jedem nett und hilfsbereit ist.

 

Vielleicht findest du dich in der Aufzählung wieder oder kannst dir mal einen Moment Zeit nehmen, um diese bestimmte Stelle in deinem Leben zu identifizieren, die du selten bis nie anzweifelst. Vielleicht siehst du sie ja sogar als gottgegeben und freust dich darüber. Vielleicht steckst du sehr viel Ehrgeiz und Anspruch an dich selbst dort hinein und weißt genau, dass man es mit dem nötigen Ehrgeiz schaffen kann. Trotzdem kann es, denke ich, dazu kommen, dass wir uns unsere Steckenpferde zu sehr zu Herzen nehmen und sie wie eine vergoldete Medaille hinter die Glaswand unseres Herzens stellen.

 

Die erste Folge von solch einem Verhalten ist, dass wir kritikresistent werden und meinen, in unserer Disziplin nur uns selbst als Berater zu brauchen. Wir haben das und das erreicht, das sollen uns die anderen erst mal nachmachen. Kritikunfähigkeit macht einsam, weil andere natürlich ungern mit uns zusammen sein und arbeiten wollen, wenn wir meinen, unsere Meinung wäre die einzig wahre.

 

Die zweite Folge ist weniger traurig für uns selbst als für die anderen: wir nehmen uns heraus, in unserer Königsdisziplin Richter über jeden beliebig anderen zu sein, der darin schlechter ist oder einen Fehler macht, den wir selbst (noch) nicht gemacht haben. Wie immer ist das nicht zu verallgemeinern und sicherlich gibt es bei vielen Leuten, die eine Expertise über Jahre erworben haben, auch eine große Toleranzschwelle für Fehler von anderen und Respekt gegenüber der vielleicht weniger guten Leistung von anderen. Ich würde diese zweite Folge vor allem auf Charakterzüge und „das Gute im Menschen“ beziehen. Die Anteile meiner Persönlichkeit und meines Verhaltens, die ich im Griff habe.

 

Und da kriegt die sonst so runde Sache ihren Knick – wenn ich mir herausnehme in meinem „Gutsein“ andere beurteilen und abschätzend betrachten zu müssen, dann ist das „Gutsein“ vielmehr eine Selbstrechtfertigung und basiert mehr auf persönlichem Stolz als auf wirklicher Herzensgüte. Nichts gegen einen Rat unter Freunden, aber ich denke, das ist ein Punkt, an dem man schnell mal eine Grenze, wenn auch nur gedanklich, überschreiten kann. Ich wünsche mir und euch gute Erfahrungen damit, alles Gute, was wir empfangen haben und weitergeben dürfen, alles Gute, was wir im Laufe des Lebens entwickeln und was wir auf dem Herzen haben, in Dankbarkeit anzunehmen und damit treu umzugehen. Und das ohne, dass es wieder zum Werkzeug wird, das andere degradiert. 


Das ist doch krank!

16. August 2013, Mannablog

Ich bin in einer Generation groß geworden, die schon früh gelernt hat, zu beurteilen und zu kritisieren. Eigenständige Individuen müssen heute klare Aussagen zu – einfach allem – abgeben können. Und wenn sie es nicht in Worte fassen, dann kommunizieren sie es doch wenigstens passiv, durch Kleidung, Auftreten, Vermeiden oder den Like auf Facebook. 

Es ist wirklich wichtig, dass wir uns klar von Dingen distanzieren, die wir als schädlich ansehen. Sich eine Meinung über etwas zu bilden, hilft bei der Selbstreflektion und dem Verfolgen eines einheitlichen Lebensstils. Aber es gibt da eine Sache, die schon Jesus bei seinen Mitmenschen angekreidet hat (ja, er durfte verurteilen – wenn wir schon beim Thema sind – denn der ohne Sünde ist, darf den ersten Stein werfen, oder?). Der Stein sollte aber nicht verletzen, da bin ich mir ziemlich sicher, sondern zurechtrücken: Ihr sollt nicht übereinander richten!

Darin steckt der Kern: Richte nicht über andere Personen. Beurteile nicht ständig die Laune, den Erfolg, das Verhalten, die Masken der anderen. Ich habe gemerkt, wie anstrengend und zermürbend es sein kann, sich mit den Fehlern gerade der sehr nahestehenden Menschen auseinanderzusetzen. Auseinandersetzen, ja, oder sie zersetzen, auseinandernehmen, im Detail und mit der Lupe betrachten. Und dem anderen dann fein seziert aufzeigen.

Mein Bruder war diese Woche bei mir zu Besuch. Eine Sache, die ich an ihm – leider – oft sehr nervig fand: den Heuschnupfen. Taschentüchervorräte und -verschleiß, und bei den ohrenbetäubenden Schnaubern und tränenden Augen (okay, ich übertreibe) musste ich immer wieder denken: Junge, steck mich nicht an!

Dabei weiß ich, dass das Heuschnupfen ist und der ist eigentlich nicht ansteckend. Das Problem liegt außerhalb von meinem Bruder. Und ich sehe nur seine Reaktion. Nun ja, heute habe ich gemerkt, dass ich auch hin und wieder meinen Taschentuchvorrat anzapfe. Eigentlich vielleicht sogar täglich. Irgendwie ist mir das gar nicht aufgefallen und war für mich ganz normal. Aber Moment, wir haben Sommer, nicht wahr? Eigentlich auch fühlbar. Kaum hatte ich den Gedanken formuliert: „Na den Schnupfen hast du doch garantiert von deinem Bruder!“, kam mir die Erleuchtung – wie wäre es denn damit, in Erwägung zu ziehen, dass ich das selbe Problem wie er habe oder zumindest in abgeschwächter Form?

Das war für mich irgendwie ein Denkzettel. Nicht dass mich Schnupfen so wahnsinnig beschäftigt, aber die Fehlersuche und das Abschieben von Verantwortung auf andere – ja, die Suche nach dem Schuldigen – treibt der Mensch im Allgemeinen oft sehr weit. Dabei muss er, manchmal, gar nicht weit schauen, nämlich nur bis in sein Herz.


Bahnhofsfreude

26. April 2013, Mannablog

Das heutige Bild drückt Wiedersehensfreude aus. Ich persönlich bin nicht so ein Mensch, der seine Freude total nach außen zeigt und das tut mir wiederum für meine Gegenüber fast etwas leid. Aber umso lieber beobachte ich, wie Bahnhöfe zu Oasen für Menschen werden, die von Begegnung zu Abschied zum Wiedersehen leben. Menschen, die emotionslos im Zug saßen, lachen und ihre Augen strahlen, wenn sie die erwarteten Personen sehen.

Mein Freund und ich hatten vor einigen Tagen ein Fotoshooting zum Thema 'Fernbeziehung' für eine Zeitschrift. (Noch) haben wir zwar keine, aber allein der Gedanke daran ist ziemlich ungewohnt und nicht leicht.

Mein Respekt gilt den Menschen, die ihre Lieben immer wieder gehen lassen, damit diese auch ihre eigenen Träume und Verantwortungen verwirklichen können. Paare zum Beispiel, die sich vermissen und die hohen Telefonkosten und viele Stunden Fahrt in Kauf nehmen. Nur, um für den anderen da zu sein und ihn wiederzusehen und sich mit ihm austauschen zu können.

Aus der Nähe betrachtet man sich manchmal gegenseitig nur flüchtig, vielleicht erscheinen die Fehler des anderen in Großaufnahme nicht so vorteilhaft. Aber aus der Ferne betrachtet kann man wieder den ganzen Menschen sehen. Erkennen, was ihn antreibt und ausmacht, wer er ist – ohne seinen Partner, ohne seine Eltern, ohne seinen besten Kumpel.

Ich habe Freunde, die ich sehr selten sehe und trotzdem fühle ich mich immer wieder so schnell zu Hause und wohl, wenn ich sie treffe. Sie lassen mich stehen und lassen mich auch gehen. Sie lassen zu, dass ich mich verändere. Mein Bruder war früher für mich als pubertierende Jugendliche klein und nervig. Inzwischen freue ich mich richtig darauf, ihn wiederzusehen und mit ihm zu reden.

Und wie sieht das aus, wenn der Alltag doch mal wieder – zusammen mit den Fernstehenden – einkehrt? Wir sollten nicht vergessen, mal wieder den Fernblick einzuschalten. Auch nicht den Fernblick auf Gott, unseren Vater, auf dessen „Wieder“sehen in der wohl größten Fernbeziehung wir uns unendlich freuen dürfen. Sagst du ihm das bis dahin auch?


Heillos effizient

05. April 2013, Mannablog

Bringt sich der moderne Mensch um ein besonderes Geschenk? Bringt er sich womöglich um etwas Essentielles? Du kennst bestimmt Menschen, die nur auf ihre eigenen Ziele konzentriert leben. Vielleicht ertappst du auch dich selbst dabei, dass dir für deine Karriere, deine Beziehung, dein Glück, deine Effizienz andere (Dinge) schlichtweg egal sind.

Ich habe heute mit Freunden das neue Semesterprogramm unserer Hochschulgruppe geplant. Vorher haben wir uns einen Plan für das Planen gemacht – drückt das nicht schon die deutsche Mentalität aus? Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass ich noch vor Kurzem davon ausgegangen wäre, der effizienteste Weg sei der schnellste: die Liste, die vor mir liegt, wird abgearbeitet und zwar ohne große Umschweife. Das klingt irgendwie schrecklich rational und wie eine donnernde Leistungsmaschine, die keine Rücksicht auf Personen und Gefühle nimmt. Aber sind wir heute nicht manchmal geradezu dazu getrimmt, genau so im Job vorzugehen – sachlich, zielstrebig – sodass sich das womöglich auch auf private Angelegenheiten auswirkt? Da ist der Partner, wie er eben ist, mit Schwächen behaftet und wir sagen ihm diese klipp und klar und hinterher folgt gleich noch die Liste mit den Eigenschaften, die wir uns früher mal für unseren Traumpartner notiert haben. Fehlt nur noch der Satz „Ich kann so nicht arbeiten!“

Meine Güte, drehen wir uns um uns selbst. In der Bibel heißt es schon, dass wir aus Staub geschaffen sind und wir werden wieder zu Staub. Unser Leben wird als Haschen nach dem Wind beschrieben und auf der Jagd nach persönlichem Glück und schnellen Ergebnissen können wir uns selbst und unsere Erwartungen nicht einholen. Gerade diese Woche hat mir wieder jemand erzählt, dass ihn das Erreichen seiner Zieletappen nicht glücklich gemacht hat. Vielmehr hat es ihn leer zurück gelassen, weil auf dem Treppchen nichts stand, was ihn satt machen konnte. Kein Festessen, nur der schale Geschmack, dass man sich selbst übertroffen hat.

Am Anfang dieses Mannas habe ich geschrieben, dass wir Menschen heutzutage vielleicht an dem Wahren vorbeileben: ich meine damit die Bereitschaft, sich auf die Situationen einzulassen, in die wir gestellt sind. Ich meine damit, zuzuhören, da zu sein, wirklich da. Den Prozess wert zu schätzen und das nicht nur aus gutem Willen, sondern verstehen zu lernen, dass in der Entwicklung einer Sache, in dem stückweisen Gehen, Stehenbleiben und Rücksichtnehmen auf andere wirklich ein Wert steckt. Ich glaube, darin finden wir viel mehr Sättigung und ich wünsche jedem Leser, dass er das in seinen eigenen Erlebnissen erfahren wird.


MÜV statt TÜV

10. Februar 2013, marcus - Mannablog

Letzten Monat war mit einem unserer Autos der zweijährige Besuch beim netten Herrn vom TÜV fällig. Zuerst war ich ja noch recht optimistisch was den Zustand unseres Schmuckstücks betraf, wurde dann aber durch die prüfend - Fehler - aufzählende Art des TÜV - Prüfers schnell meiner Hoffnungen beraubt. Ein Mangel gesellte sich zum Nächsten, und am Ende hatte ich eine ziemliche Liste in der Hand, die meinem Auto „gravierende“ Mängel bescheinigte. Eigentlich war ich mir schon fast im Klaren darüber gewesen, dass ja nicht alles so toll sein konnte, wie es äußerlich den Anschein machte. Die Fehler lagen halt eben doch tiefer...
Ich habe mich dann also mit der Liste daheim hingesetzt und die Ersatzteile bestellt. Wie gut, dass ich einen Papa habe, der mit sämtlichen Werkzeugen inklusive Hebebühne ausgestattet ist und nebenbei auch vor keiner noch so schwierigen Reparatur zurückschreckt. Das ganze gestaltete sich darüber hinaus auch noch äußerst schwierig und war nur durch Spezialwerkzeug und jede Menge Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen lösbar. Die Reparaturen zogen sich über mehrere Tage, aber diesen Freitag war es dann endlich soweit: wir waren fertig!
Jetzt habe ich wieder ein Auto dass nicht nur außen super aussieht, sondern auch im Fahrwerk hält was es verspricht.
Ach ja - TÜV heisst übrigens Technischer Überwachungsverein. 

Interessant ist, dass so ziemlich alles was man kaufen kann irgendwie geprüft wird, ob es auch den Anforderungen entspricht, die man an es stellt. Egal ob das nun ein Auto ist, ein Fön oder ein Kinderhochstuhl. Im Falle der Autos sind dann ja auch Nachprüfungen notwendig, um die Funktionsfähigkeit auch im fortlaufenden Betrieb immer wieder festzustellen.
Dabei ist mir der Gedanke gekommen, ob es nicht auch sinnvoll wäre, eine Art MÜV einzuführen, einen „Menschlichen Überwachungsverein“. Ok, sagen wir mal so: Den gab es schon des öfteren mal in der Geschichte der Menschheit. Da hieß er dann halt meistens anders (z.B. STASI) und wurde eigentlich immer gegen die Menschen eingesetzt. So etwas meine ich nicht. Ich meine eher eine Hilfe, dass es einem gut geht, dass das Leben halt so läuft wie es eigentlich gedacht ist. Allerdings gibt es keinen Menschen, der in einen so „hinein schauen“ kann, so wie man das bei einem Auto macht. Und das ist wahrscheinlich auch gut so. Gut, dass diesen Part unser Schöpfer übernehmen kann. Er kennt uns genau, kann bis ganz hinein sehen und weiß auch was es zu reparieren gibt. Vergiss also TÜV, MÜV, oder wie sie alle heißen. Der Profi in dieser Hinsicht ist GOTT. Und das Beste: Der Service kostet dich nichts außer der Treue zu seiner Werkstatt. 


Eine Party für dich

30. Januar 2013, Mannablog

Stell dir mal eine Situation vor, in der du versagt hast und deine Eltern oder die Menschen, denen gegenüber du Verantwortung ablegen musstest, maßlos enttäuscht von dir waren. Einen Fehler, den dir keiner vergeben konnte.

Falls dir so etwas einfällt, ist das traurig. Nicht, weil du so einen riesigen Fehler fabriziert hast, sondern entweder weil es anscheinend wirklich Menschen gibt, die nicht vergeben oder weil deine Erwartungshaltung so stark negativ geprägt war, dass du auch erhalten hast, was du vermutet hast. Oder du hast es zumindest so wahrgenommen.

Ich komme immer wieder an den Punkt, wo ich mich schlecht fühle, wenn ich im Gebet vor Gott komme. Mir wird bewusst, dass ich Fehler gemacht habe oder dass ich mich absichtlich aus seinem Herrschafts- und Mitsprachebereich gezogen habe. Dem Bereich, der mir gut tut und der mich schützt. Irgendwie ist das eine Form des Fremdelns, wie man es von kleinen Kindern kennt, die unsicher sind, wem sie trauen können.

Als mir mal wieder solche Gedanken kamen, gab mir Gott eine Antwort. Ich wurde an die Geschichte vom verlorenen Sohn erinnert. Erst fiel mir ein, dass der Vater den Sohn bei seiner Rückkehr nach einem ausschweifenden Leben freudestrahlend wieder willkommen hieß. Aber bei einem Blick in die Bibel waren da noch viel mehr erstaunliche Details der Liebe des Vaters: er sieht das verlorene Kind von weit weg, er rennt ihm entgegen, fällt ihm um den Hals, küsst es. Er geht nicht auf die zermürbten Wortes des Kindes ein, das nun anbietet als weniger als sein leibliches Kind zu leben. Nein, der Vater lässt ein Festgewand bringen, zieht es dem Kind an und bedeckt das dreckige Äußere, für das sich das Kind schämt. Einen Ring, der vorwiegend für Bündnisse verwendet wird, bekommt das Kind an den Finger gesteckt und neue Schuhe für seinen neuen Weg bedecken seine Füße. Sofort werden Vorbereitungen für eine Willkommensparty getroffen, Fleisch wird aufgetischt und alle freuen sich.

Der Sohn, das verlorene Kind, wird so überschwänglich von seinem Vater willkommen geheißen, dass er sich kaum dagegen wehren kann. Sein Äußeres verändert sich, er wird zärtlich begrüßt, er wird gestärkt mit Nahrungsmitteln und emotional aufgebaut mit Freude, Musik und alten Bekannten.

Ist der Vater, der sich uns in diesem Gleichnis vorstellt, ein Vater, dem wir nicht trauen können? Ist das ein Vater, der uns droht und uns alle unsere Fehler vorhält, wenn wir uns hinter dem Rockzipfel hervortrauen? Oder sind es vielmehr unsere Erfahrungen in der gefallenen Welt, die uns das weismachen wollen? Ich wünsche uns allen wirkliche Begegnungen mit unserem Papa im Himmel.


Neu anfangen ...

11. Januar 2013, claudia - Mannablog

Hast du dir auch schon einmal gewünscht neu anzufangen und alles Geschehene hinter dir zu lassen?

Neu anfangen, die alten Fehler nicht noch einmal machen, ein weißes Blatt Papier neu beschreiben. Wer wünscht sich das nicht? Eine neue Chance zur Gestaltung haben.

Im Internet geht das ganz leicht. Einfach ein neuer Name, vielleicht auch ein neues Foto und los gehts. Doch irgendwie merken wir mit der Zeit, dass wir uns nicht geändert haben. Unsere Persönlichkeit ist gleich geblieben. Wir haben die gleichen Macken und den gleichen Geschmack. So laufen wir wieder gegen die Wand. Ist das neu anfangen?

Neu anfangen als ein Kreislauf, der immer wieder von vorn beginnt. Lernen wir wie im Film "und täglich grüßt das Murmeltier" aus unserem Leben oder ist es nicht öfter so, dass der Kreislauf scheinbar undurchbrechbar ist?

Am Anfang steht unser Wille zur Veränderung, ohne diesen und unsere Entscheidung ist kein Neuanfang möglich. Doch es gibt Bereiche, da langt unser Wille nicht. Die Vergangenheit, auch wenn wir sie nicht mehr wollen, bindet uns mit unsichtbaren Seilen fest an sich. Unsere Persönlichkeit ändert sich nicht und will einfach stur bleiben.

Ich kenne nur einen Weg diese Seile der Vergangenheit endgültig zu durchtrennen und ich kenne nur einen Weg mein Verhalten zum positiven und das beständig zu verbessern. Keine Therapie und keine Namensänderung helfen da, nur allein Jesus der Löser hat die Macht diese Seile zu durchtrennen und einen Neuanfang möglich zu machen. Aus eigenem Erleben kann ich sagen: das funktioniert!

Anleitung:

Hallo Jesus, ich bitte dich sei du mein Löser und schneide die Seile in die Vergangenheit durch. Von folgenden Dingen (Aufzählung) bitte ich dich mich zu befreien. Bitte verändere du mich und mein Verhalten (Punkt nennen), denn ich mag so nicht mehr sein. Danke!


Zurück in die Vergangenheit

09. September 2012, marcus - Mannablog

Hast du dir schon einmal gewünscht, in die Vergangenheit zurück gehen zu können? Ein paar Jahre, ein paar Monate oder vielleicht auch nur die paar Sekunden, bevor du die dummen Worte gesagt hast, die du jetzt nicht mehr zurück nehmen kannst? Nur dieses eine Mal, es wäre so schön, alles ungeschehen machen zu können….
Leider ist das nicht so einfach, wie wir es uns oft vorstellen. Es gibt unzählige Filme, die dieses Thema aufgreifen; Zurück in die Zukunft und Source Code sind nur zwei Beispiele dafür. Was ist es in uns, dass uns so sehr danach ringen lässt, Dinge ungeschehen zu machen, etwas anders oder besser zu machen?
Wir Menschen sind im Grunde leider fehlbare, schwache, ahnungslose Geschöpfe. Und der Umstand, dass wir Fehler machen, weil wir uns oft selbst zu wichtig nehmen, bereitet uns sehr oft Probleme. Meist sind es nur kurze, kleine, fast unscheinbare Taten oder Worte, die andere Verletzen und eine Lawine ins Rollen bringen, die wir im Leben nicht wieder stoppen können. Manchmal entscheiden wir uns vielleicht falsch, weil uns ein Spleen oder eine Leidenschaft von dem abhält, was wirklich gut für uns ist. Und wenn wir merken, dass wir da gerade Mist gebaut haben, dann ist es schon zu spät.
Stell dir vor, es gibt jemanden, der die Zeit in seiner Hand hat. Vor ihm liegt die Zukunft genauso ausgebreitet wie die Vergangenheit. Er lebt weder Gestern, noch Heute, noch Morgen, denn er steht über der Zeit. Vor ihm liegt alles das wie ein offenes Buch. Er hat schon immer gewusst, dass du und ich ihm eines Tages Schwierigkeiten bereiten würden. Also hat er einfach die Zeitmaschine angemacht und alles zurückgedreht bevor wir alles noch schlimmer machen würden….
Nein, natürlich hat er das nicht gemacht. Denn sonst wären du und ich heute nicht hier. Er wusste, dass du die richtige Entscheidung gewesen bist. Auch wenn du manchmal unausstehlich bist, und du dich selber nicht leiden kannst. Auch wenn du jeden Tag andere verletzt oder herabwürdigst, Du warst die richtige Entscheidung, weil er dich liebt. Er will dich haben. Du bist für Gott so wichtig, dass er vor mehr als zweitausend Jahren seinem Leben ein Ende gesetzt hat, damit du heute atmen kannst. Er hat die Hölle durchgemacht, damit du den Himmel haben kannst. Er ist nicht den einfachen Weg gegangen.
Wenn du also wieder einmal gerne am Rädchen der Zeit drehen würdest, dann denk an den Schöpfer der Zeit. Es lohnt sich - so wie er - die Dinge wieder gerade zu biegen. Das Leben ist es wert. Die Menschen um dich herum sind es wert.


Umgang mit den eigenen Fehlern

16. Juli 2012, Mannablog

Uns allen geht es so, dass wir nicht fehlerfrei sind. Doch wie ist unser Umgang mit den eigenen Fehlern? Manche Fehler sind schlimmer als andere. Der Ärger in uns ist dabei immer gleich real. Das Unangenehme an Fehlern ist, dass sie in der Regel Konsequenzen nach sich ziehen.

Nicht immer sind diese Konsequenzen einfach und schnell zu beheben, so wie z. B. 30 € in der Verkehrskontrolle. Manchmal sind die Konsequenzen auch teuer und haben Auswirkungen auf den Rest unseres Lebens.

Und so sind Fehler an sich doppelt schlimm. Zum einen wegen des eigenen Ärgers und der damit geraubten Lebensfreude und zum anderen wegen der Konsequenzen. Soweit so gut.

Die Bewährungsprobe für uns kommt an einer anderen Stelle. Sie kommt wenn es uns gelingt, zu unseren Fehlern zu stehen. Manche der negativen Konsequenzen lassen sich auf diese Weise aus der Welt schaffen. Der innere Frustpegel sinkt und die Rauchwolken verziehen sich. Leider fällt es uns oft schwer zu Fehlern zu stehen und so beginnt ein Kreislauf von Schweigen, Negativem und noch mehr Schweigen. (Schweigen könnte auch durch Lügen ersetzt werden.)

Ich weiß, zu einem Fehler zu stehen, bedeutet Ehrlichkeit und persönliches Rückrat. Dazu zu stehen ist nicht einfach. Keiner mag gerne zugeben einen Fehler gemacht zu haben. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der für das Eingestehen eines Fehlers spricht. Wer einen Fehler zugibt, steht zu seinem Leben und auch zu sich als Persönlichkeit. In der Konsequenz stärkt damit das Fehlerzugeben den eigenen Rücken und die Persönlichkeit. Es baut den Frust und Ärger ab, hilft sich selbst im eigenen Spiegel anzuschauen und ganz wichtig: es macht das Herz etwas weiter für die Fehler der Mitmenschen.

Deshalb habe Mut und gestehe dir und anderen deine Fehler ein!


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