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Wann endlich bricht das Eis?

26. März 2015

Heute bin ich froh, kein Journalist zu sein. Ich muss nicht Worte für etwas finden, für etwas das mich mit Entsetzen füllt. Und ich muss diese meine Wahrnehmung von mir selbst nicht mit anderem Inhalt überdecken.

Der Absturz der Germanwings Maschine, mit all den Informationen die jetzt bekannt werden, macht es mir unmöglich. Als ob das nicht schon genug wäre, habe ich mich in den letzten Stunden mit der Situation der syrischen Christen befasst. 

Wann endlich bricht das Eis in den Herzen von uns Menschen?

 

 

Foto: PublicDomainPictures, CC0 Public Domain, Pixabay

claudia

Über den Wolken

26. Juni 2013

Heute gibt es mal wieder ein Foto zur Abwechslung. Danke an Tobias für die tolle Aufnahme!

 

 

 

Das Bild entstand auf dem Flug von Budapest nach Hannover und markiert den Endpunkt einer dreiwöchigen Wanderfreizeit durch Osteuropa (Schwerpunkte Ukraine und Ungarn). Das Problem war, dass ich ein Mädel ohne deutschen aber mit ukrainischen Pass dabei hatte - und dass wir das erst feststellten, aks wir am Anfang der Freizeit schon in Polen waren. Sie hatte keine Visa beantragt und es gab für uns kein Zurück mehr. Wir sind auch ohne Probleme von Polen in die Ukraine und von der Ukraine nach Ungarn gekommen. Zurück wollten wir über die Slowakei und Tschechien nach Deutschland. Und an der ungarisch-slowakischen Grenze passierte es: Die Slowaken liessen das (unter 14jährige) Mädel nicht einreisen - nichtmal zum Transit. Ich hab' meine Gruppe mit ein paar Euro Bargeld, zwei Leitern und dem Spruch, ich würde sie vor der deutschen Grenze schon irgendwie einholen, weitergeschickt und saß mit dem Mädel an der ungarisch-ukrainischen Grenze fest. Der nächste Zug nach Budapest war dann unserer. In Budapest angekommen ging das Klinkenputzen bei den Botschaften los. Blöderweise war Stephanstag - einer wichtigsten ungarischen Staatsfeiertage - und in den Botschaften nur die Notbesetzung zu erreichen. Die Deutsche Botschaft sagte mir, das würde wohl so etwa drei Wochen dauern, bis sich in dieser Visa-Geschichte etwas tun würde. Das war für mich nicht akzeptabel - zwei Tage später waren die Ferien zu Ende und überhaupt musste es einen anderen Weg geben. Sowohl die Tschechen als auch die Slowaken und Ötserreicher waren sich einig darin, einem in Deutschland lebenden Ukrainer kein Tranistvisum für die Reise von Ungarn nach Deutschland auszustellen. Ich hatte noch den Vater aller Magen-Darm-Viren im Leib und dann nur noch den Kanal voll - und meinte zu dem Mädel, bevor ich bereit sei, irgendwie weiter zu denken, wolle ich jetzt ein Hotelzimmer, ein gescheites Essen und 'ne Dusche. Uns blieb als einziger unkomplizierter Weg der Flug von Budapest nach Hannover. Meine Frau konnte von Deutschland aus zwei Tickets reservieren, die wir dann am nächsten Tag in Budpest bezahlen konnten. Beim Einchecken in das Flugzeug machten uns dann die Ungarn Fachsen. Das Mädel war schon einen Tag länger im Land, als es mit dem Einresestempel, das es im Pass hatte, hätte bleiben dürfen. Dass wir am Vortag bei der Aureise Stress hatten, interessierte den guten Mann an der Grenze nicht wirklich. Als wir das dann letztlich mit seinem Vorgesetzen ausdiskutiert hatten, durften wir unter den verstimmten und drohenden Blicken der Herrschaften dann doch noch fliegen. Derweil war meine Gruppe über Prag nach Liberec/Zittau gefahren - und hatte kein Geld mehr für Zugfahrt nach Hannover. Ich wollte sie ja an der Grenze eingeholt haben... Die haben dann Pfandflaschen getauscht und Münzgeld aller möglichen Währungen bei Taxifahrern getauscht, um die das Geld für die Weiterfahrt zusammen zu kriegen. Auch das hat dann geklappt... Wenn ich dieses Bild sehe muss ich immer daran denken, dass mein Gott die Perspektive von "Über den Wolken" hat - den großen Überblick und Möglichkeit, hier und da ein paar Weichen zu stellen, damit Flugzeugplätze frei sind, Grenzbeamte einlenken und Taxifahrer fremdes Münzgeld brauchen können.

gastbeitrag