Manna

Gefiltert nach Tag gewohnheit Filter zurücksetzen

Gut für dich

11. März 2015, Mannablog

Ein Lebensmitteldiscounter wirbt zur Zeit mit dem Slogan „Gut ist, was gut für dich ist“. Im Laufe der Fastenzeit muss ich immer wieder darüber nachdenken, was wirklich gut für mich ist. Es kommen automatisch angebliche Bedürfnisse auf, wenn man daran gewöhnt ist, immer gefüllt zu sein und dann etwas weg fällt. Als Mensch fühle ich mich oft von meinem Geschmacksempfinden, meiner Gewohnheit angetrieben. Wenn ich an die süße Schokolade gewöhnt war, fällt es schwer mich auf etwas Gesundes zu beschränken.

Aber ich merke auch, wie die Umgewöhnung mich sanft, aber bestimmt von Dingen ablöst, die eben nicht wirklich gut für mich sind. Diese Dinge „schmecken“ ohne Frage großartig, aber so richtig satt machen sie nicht. Und ich merke, dass sie mir auf Dauer nicht gut tun. Vielleicht sind sie es nur für einen bestimmten Zeitabschnitt, vielleicht nur in bestimmter Dosierung, vielleicht auch nicht für mich, aber für jemand anderen.

Ich glaube, das Prinzip der Gewohnheit an angeblich gute Dinge kann man besonders beim Thema Besitz beobachten. Während der Mensch nackt und ohne Habe auf die Welt kommt, sammelt er sich seinen Besitz zusammen, wenn er aufwächst. Und nicht nur bei mir, auch bei anderen Menschen, die konsumorientiert leben, muss ich feststellen, dass Dinge teilweise unreflektiert gekauft, konsumiert und vergessen werden. Dass es sich einfacher lebt ohne den Ballast von Verschwendung und Luxus. Und wo ist Luxus noch Luxus, wenn man merken muss, dass man seine Verantwortung für die eigenen Ressourcen damit missbraucht und nur an sich denkt? Ohne Rücksicht auf Verluste anderer.

Diese Woche lief im TV das Finale vom "Bachelor" und wieder einmal wurde klar, dass einem Menschen auch unterschiedliche Menschen gleichzeitig ans Herz wachsen können. Weil man es zugelassen hat und dabei wohl vorrangig kalkuliert hat, was man selbst bekommen kann – einen liebevollen Menschen, einen eigenständig smarten Menschen – aber was „gut für dich“ ist und für wen du Gutes tun und das Beste sein kannst, das ist eher außen vor. Meine Schlußfolgerung: ich muss nicht auf jeden Geschmack kommen.

Mit diesen Gedanken nach zwei Wochen Fasten möchte ich euch Mut machen, liebgewonnenem Ballast Tschüss zu sagen und zu erleben, wie sich das Leben anschließend wieder zusammenfügt – neu und heilsam.


Milch und Morgenroutine

13. September 2013, Mannablog

In der westlichen Welt kennen wir etwas wohl ziemlich gut: das Gefühl, zu viel Auswahl zu haben. Zumindest in einigen Lebensbereichen wie Ausbildung oder Käsetheke kann man echt nicht meckern. Da gibt es zwar manche Einschränkungen, aber dennoch ist das Feld, das sich einem eröffnet, sehr groß.

Wie trifft man da seine Entscheidungen? Klar, den Beruf wechselt man normalerweise nicht ständig. Aber es gibt ja auch alltägliche Entscheidungen, die man immer wieder neu überdenken muss. Oder eben nicht. Manche Tätigkeiten tut man schon so aus der Gewohnheit heraus, dass man sich über die Entscheidungen, die ihnen zugrunde liegen, kaum noch Gedanken macht.

Hast du eine Routine, nach der du deinen Tag beginnst oder beendest? Mir ist aufgefallen, dass es viel ausmacht, ob die Routine mich beherrscht oder ob ich über sie bestimme. Es gibt routiniertes Verhalten, das uns von unserer eigentlichen Bestimmung und den guten Möglichkeiten abhält.

Morgens die Mails zu checken ist für mich nicht das Problem, aber ich weiß – wenn ich erst mal den Strom an Nachrichten und Aufgaben an mich heranlasse, bin ich viel zu sehr versucht gleich zu antworten und zu arbeiten. Dabei könnte es doch gut sein, dass eine Zeit der Ruhe mit einer Tasse Kaffee oder Tee und einem guten Buch, vielleicht ja DEM Buch überhaupt, uns erst Kraft gibt, um den Tag gut zu beginnen und zu meistern.

Das Thema Entscheidungen im Alltag ist mir diese Woche auch noch an anderer Stelle begegnet. Ich war mal wieder in einem Supermarkt einkaufen, in dem ich sonst nicht so oft bin und habe mir dort mal das eine oder andere Neue zugelegt. Als ich heute meine Haferflocken essen wollte, musste ich feststellen, dass meine Milch fast leer war. Ein eigentlich selbstverständliches Lebensmittel hatte ich beim Anblick der großen Auswahl im Supermarkt schlichtweg vergessen. Ich habe erst gemerkt, dass ich es brauche und dass ich mich nicht genügend darum gekümmert habe, als ich es wirklich brauchte. 

Okay, Milch ist nicht unverzichtbar. Gottes Nähe aber schon. Aus seiner Gegenwart können wir leben, Kraft und Weisheit für unseren Tag bekommen. Wenn wir ihn stehen lassen und den Konsum anderer Dinge vorziehen, wird er uns womöglich an irgendeiner Stelle des Tages fehlen. Den Draht können wir wieder herstellen, aber dennoch ist es leichter, wenn wir die Verbindung schon am Morgen herstellen.

Wo merkst du, dass deine Routine nur noch automatisiert und nicht für die aktuelle Situation angebracht ist?


Zahnlose Platzhalter

20. März 2013, Mannablog

Du hast die Wahl Dinge zu ändern oder nicht. -

Vor einigen Jahren hat mein Kieferorthopäde festgestellt, dass sich eine Zyste vor dem nachwachsenden zweiten Zahn eingenistet hatte. Ich hätte lange warten können, bis mein Eckzahn herausgewachsen sein würde, wäre das nicht entdeckt worden. Während einer OP bekam ich etliche Spritzen in den Kiefer gerammt und sah durch das Loch im OP-Überhang die blutige Angelegenheit, die sich in meinem Mund abspielte. Aber danach wuchs der Zahn nach und ich konnte meine Brackets bekommen.

Manche Angewohnheiten in unserem Leben versperren den Platz für den wahren Platzbesitzer. Sie entstehen oft unbemerkt und nisten sich ein, werden heimisch. Erst, wenn das Erwartete, also das Gute, das eigentlich an seinen Platz gehört, ausbleibt, bemerkt man die Enttäuschung: der Zahn wächst nicht nach und es stellt sich ein Mangelempfinden ein. Was habe ich falsch gemacht, dass mein Verhalten mich nicht glücklich macht?

Dieses Mangelempfinden wird auf Dauer auch nicht durch besseres „Essen“ oder äußerliches „Zähneputzen“ besser, sondern es braucht die innere Entschlossenheit: Ich kann alles durch den, der mich mächtig macht, Christus! (Zitat, Bibel) Ich kann auch diese Zyste, diese mir lieb gewordene, aber platzeinnehmende Angewohnheit hinter mir lassen.

Lassen wir Gott daran oder winden wir uns lieber und kommen mit den Unzulänglichkeiten klar, die uns ein fehlender Zahn bereitet? Jesus möchte unsere hindernden Gewohnheiten aus unserem Leben „heraus operieren“. Da, wo sie waren, ist erst einmal ein Freiraum und vielleicht sogar Schmerz. Wir meinen dann, es sei ein Verlust, vielleicht denken wir auch es war die falsche Entscheidung und wir verpassen jetzt etwas. Aber es ist schlicht und einfach: ungewohnt. Und auch diese ungewohnte Situation kann sich wenden zu neuen Gewohnheiten, die gesund sind. Ich glaube, dass Gott für alle unsere Platzhalter eine Alternative hat. Aber solange wir keinen Platz dafür haben, haben wir wahrscheinlich auch keine Augen dafür, oder? Oder kümmerst du dich um etwas, von dem du weißt, dass du dafür in deinem Plan sowieso keine Zeit hast?

Mit der Zeit wächst der gesunde Zahn nach: gesunde Gewohnheiten, die flexibel sind. Die Früchte bringen, das heißt sie haben auch einen Nutzen – wie der Zahn. Gibt es auch bei dir Potential für neue Zähne?


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

26. Januar 2013, claudia - Mannablog

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir kochen den gleichen Stil, unser Kleidungsstil ist immer ähnlich. Wir gehen auf die gleichen Internetseiten und kommen gar nicht auf die Idee, daran etwas zu ändern. Es ist unser Alltag und das ist gut so.
Mir geht es so mit YouTube. In der Regel spielt YouTube keine sehr große Rolle in meinem unterwegs sein im Netz. Doch letzte Woche habe ich YouTube entdeckt. (Ja nicht alles ist toll, aber ich muss das ja nicht anschauen.)
So kam ich darauf, dass es sich lohnt in den Katalog seiner Gewohnheiten auch mal etwas Neues aufzunehmen. 
Es ist gut, dass uns Gott die Neugier geschenkt hat. Ohne sie würden wir unser Denken und Verhalten nie hinterfragen und ändern. 
Jetzt muss ich lachen. Ich denke daran wie ich als junge Frau gewesen bin. Ich glaube, wenn ich mir heute begegnen würde, ich würde schreiend davon laufen. 
Nur Mut, es lohnt sich Neues zu entdecken und Alltag zu ändern.
Herzliche Grüße an dich.


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