Manna

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Mein Zeitwunder

28. September 2014, Mannablog

Es soll ja so kopflastige Menschen geben, und ja – ominöserweise denke ich da an mich, die ihre Woche in To-Do-Listen vor sich hertragen. Wie ein kleiner Computerbildschirm im Gehirn spult sich vor dem inneren Auge ab, was ich - für die Uni zu tun hab, was regelmäßig gemacht werden muss, was spontan reingekommen ist und natürlich, was für schöne Vorhaben ich habe.

Und – das kommt noch hinzu – ich liebe es normalerweise, diese Dinge alle aufzuschreiben. Listenweise, weil das Abhaken so schön ist. Ich dachte jedenfalls, dass dieses Listenschreiben mich entlastet. Sozusagen den Druck von innen nach außen aufs Papier oder den Desktop-Notizzettel abzuleiten.

Es hat nicht geholfen. Im Nachhinein und nach vielen Monaten oder wahrscheinlich Jahren der Übung weiß ich – es hat mich nur noch mehr unter Druck gesetzt, vor mir eine Liste zu haben, die unerfüllt darauf wartet, geleert zu werden. Und das ist nicht das Einzige: es kommt dazu, dass ich mich mehr und mehr wie eine aufgabenerfüllende Maschine gefühlt habe und das nicht nur bei den Verpflichtungen, sondern auch die Verabredungen und schönen Vorhaben kamen und gingen und kamen und gingen und alles ging irgendwie durch den Fleischwolf der Planung und Erfüllung.

 

Mir hat das in letzter Zeit sehr zu schaffen gemacht und ich habe Gott gebeten, mir diesen Druck zu nehmen. Gott ist keine Maschine, genauso wenig wie wir, und er hat sich – und mir- Zeit gelassen, genug Zeit, um mir klar zu machen, dass ich wirklich nicht mehr alleine kann.

 

Und dann, ohne Vorwarnung, war ich ruhig. Ich kann es nicht anders beschreiben! Ich war diese Woche im Gottesdienst und der Pastor hat für Gottes Frieden für uns gebetet und hat den Himmel sich öffnen gesehen und die Gedanken beruhigten sich. Und es hält immer noch an.

 

Mein Gott, der alle Zeit in seinen Händen hält und der weiß, was morgen ist – im Gegensatz zu mir, der lässt mich jetzt in kleineren Schritten denken. Er hat mir die Last der Pflichten im Hinterkopf genommen, sodass ich ganz entspannt sogar mehr schaffe als vorher. Ich tu einfach, was ich tun muss, wenn ich Zeit habe – und die Zeit ist irgendwie plötzlich einfach mal hier, mal da, vorhanden. Dadurch, dass ich nicht mehr dokumentiere, was ich alles tun muss oder will, hat sich eine Leichtigkeit breit gemacht, die manches vergisst, was ich erfüllt habe, aber genau so auch in genau diesem Moment lebt und glücklich ist, dass Gott die Zeit hält und für mich bereit hält.

Ich bin dafür echt total dankbar und wünsche allen von euch, die auch ihre Probleme mit der Zeit und dem damit verbundenen Druck haben, ein Zeitwunder. Übrigens hatten wir in unserer Hochschulgruppe vor Kurzem einen Abend dazu und ich habe Gott um genau dieses Zeitwunder gebeten – schon als mir das Problem noch gar nicht so bewusst war. Gott kennt uns und unsere Schwächen, schon lange bevor wir selbst uns und sie wirklich kennen. 


Probleme einfach überhören

24. März 2013, marcus - Mannablog

Ich habe letztens ein Programm einem Test unterzogen, das dafür gut ist Knacken, Rauschen und andere Störgeräusche aus Aufnahmen zu entfernen. Man kann das Ganze zum Beispiel auch verwenden, um Schallplatten zu digitalisieren und anschließend von unschönen Geräuschen zu befreien. Da ich weder Plattenspieler noch Platten habe, machte ich mir mit Hilfe eines Audio-Werkzeugs einfach welche: Es fügt Knacken, Kratzen, und andere Störgeräusche in beliebiger Intensität zu Aufnahmen hinzu. Nachdem ich meine „Schallplatten“ fertig hatte, testete ich die Software auf Herz und Nieren und verglich die Ergebnisse mit den Originaldateien. Ich war wirklich zufrieden mit der erbrachten Leistung des Programms und malte mir schon aus, ein durchweg positives Review zu schreiben.
Zuhause angekommen wollte ich es allerdings nochmal genauer wissen und nutzte zum Abhören diesmal mein Audio-Interface und meine guten alten Beyerdynamic DT770 Pro Kopfhörer. Was sich mir damit dann offenbarte, konnte ich anfänglich kaum glauben. Ich hatte das Gefühl, die Dateien überhaupt gar nicht bearbeitet zu haben. Da waren sie wieder, die Störgeräusche! Anscheinend hatte ich die Geräusche mit der eingebauten Soundkarte und den kleinen Kopfhörern einfach nicht wahrnehmen können. Und so musste ich meine Meinung noch einmal revidieren….

Die Geschichte hat mich wieder einmal gelehrt, dass man manchmal schon etwas genauer hinsehen bzw. -hören muss, bevor man sich ein Urteil erlauben kann. Oft sind wir Menschen sehr schnell dabei, ein Vorurteil zu fällen, dass dann auch andere noch beeinflusst. Und meistens haben wir von der ganzen Sache überhaupt keine Ahnung, sonst wäre es ja auch kein Vorurteil. Und hätten wir die Sache näher betrachtet, dann hätten wir sogar noch Verständnis und würden das dumme Gerede gleich sein lassen.

Ich möchte dich ermutigen, alles, was dir begegnet, erst einmal zu hinterfragen und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Es könnte sein, dass du etwas Wichtiges übersehen hast. Es gibt nur einen, der alle Details kennt, und selbst obwohl er das tut, behandelt er jeden Menschen so, als würde es nur Gutes zu berichten geben. Gott macht das so, und wir sollten es wenigstens versuchen. Wir haben in dieser Hinsicht noch sehr viel zu lernen. Also Kopfhörer auf und genau hinhören. 


Gespaltene Herzen

07. Dezember 2012, Mannablog

Es geht gerade eine Werbung durch die Fernsehsender und Internetvideos: du kannst sein, was du willst, und auch mehrere Rollen gleichzeitig spielen. Auf den Plakaten der Kampagne sind „gespaltene Personen“ zu sehen.

Ich bin eigentlich kein Gegner davon, dass zum Beispiel jüngere Mütter auch arbeiten gehen können oder Studenten neben ihrem Studium auch schon den einen oder anderen Job annehmen. Und was es noch für Beispiele geben mag. Aber wenn man sich mal etwas in das Prinzip dieser Kompromisse eindenkt, wird klar: nicht alles, nicht alle Lebensentwürfe lassen sich so leicht kombinieren. Ein Teil wird auf jeden Fall den Kürzeren ziehen und in irgendeiner Weise vernachlässigt werden.

Und wie ist das mit unserem Glauben? Faule Kompromisse und geteilte Herzen gibt es in diesem Bereich doch schon genug. Ich vermute, dass er auf der Welt zahlreiche Christen, wenn nicht sogar alle irgendwann mal trifft: der harte Kampf zwischen Gast- und Bewohner-Sein auf dieser Welt. Wir wollen uns ausleben, wir haben Träume, wir haben Vorstellungen, was uns glücklich macht oder machen soll.

In der Bibel steht mehrfach, dass wir unsere Gaben für Gott einsetzen und nicht untätig herum sitzen sollen - wozu wären wir sonst hier zu Gast? Und Gott gibt uns auch Träume, auf die wir zu leben. Aber es ist ein Unterschied, ob wir uns von unseren Gefühlen und Erfahrungen diktieren lassen, was uns gut tut oder ob wir Gott vertrauen, dass seine Gebote und Verheißungen uns zum Besten dienen. Wenn wir mit unserem eigenen Kopf durch die Wand wollen, während Gott uns auf der anderen Seite die Tür aufhält, sind wir selbst die Leidtragenden.

Der Weg durch Gottes Türen ist oft der, der uns nicht sofort befriedigt und in Fast-Food-Manier ruhig stellt. Gottes Wege sind aber die, auf denen wir langfristig sicher, zufrieden und glücklich sein werden. Wenn wir uns an ihn halten, anstatt blind alle Rollen mitzuspielen, die uns so einfallen und gefallen, dann werden wir auch keine geteilten Herzen mit jeder Menge  

Überlege dir mal, wo du momentan vielleicht lieber schnell mit dem Kopf durch die Wand willst, obwohl Gott dir auf dem längeren Weg eine offene Tür und eine solide Grundlage verspricht.


Danke an unser Team

01. Oktober 2012, claudia - Mannablog

Zwei Tage waren wir jetzt als Team zusammen. Viel und lecker essen stand auf dem Programm und ganz nebenbei rauchten die Köpfe von der Arbeit. Gute Ideen wurden geboren, überarbeitet und manches auch wieder verworfen. Es ging um Konzepte, Werbung und immer um uns Menschen in unserem Land.
Wie eigenartig war es doch, als nach diesem intensiven Wochenende das Haus am Abend leer und ruhig war. Unsere Internetleitung fing an sich zu entspannen, weil der Traffic wieder auf das gewohnte Maß zurück fiel.
Müde und geschafft gehen wir in die nächsten Tage hinein. Mit der Erinnerung an zwei sehr gute und produktive gemeinsame Tage. Claudia


Langeweile oder lange Weile?

13. September 2012, claudia - Mannablog

Als ich am Freitag im Flieger nach Berlin flog, versuchte eine Mutter ihrer Tochter etwas über das Wort Langeweile zu erzählen. Eine Reihe weiter hinten konnte ich ihrem Gespräch folgen. Im Verlauf dieses Gespräches wanderte ein breites Grinsen in mein Gesicht und mein Kopf nahm das Wort Langeweile mit aus dem Flieger hinaus.

"Oh ich habe so eine Langeweile!" Wer kennt diese und ähnliche Aussagen nicht? Auch wenn diese Zeit schon eine Weile her ist, irgendwann einmal haben sie die Meisten von uns gebraucht. Doch was ist mit ihr, der Langeweile?

Lange Weile ist etwas Wunderbares, so sagte die Mutter im Flieger, denn es heißt, dass du Zeit hast. Du hast eine lange Weile Zeit. Im Grund ist damit dieses Wort total super. Ich habe Zeit, eine lange Weile. Wer kann das schon von uns behaupten?

Dabei ist Langeweile eines Sache unseres Kopfes. Wir fühlen uns unterfordert oder haben eine Zwangspause und schon fängt sich das Rad an zu drehen. Denke ich an Krankheit, in der wir auch eine Zwangspause bekommen, da würde ja auch keiner sagen, ich habe Langeweile. Mit anderen Worten, ob ich Langeweile oder lange Weile habe, hängt von uns selbst ab. In einem bin ich mir sicher. Egal wie du die beiden Worte schreibst, sie sind gut und wichtig für uns selbst. In diesen Zeiten in denen wir scheinbar nichts tun, arbeitet unser Körper vor. Er sorgt in dieser Zeit für Kraft um die nächsten Aufgaben und Herausforderungen gut bestehen zu können. Deshalb wünsche ich dir eine lange Weile Zeit in dein Leben hinein.

Hier ist mein Tipp zum Thema: Wie wäre es heute abend mit einer langen Runde Zeit für dich? Setze dich einfach aus Sofa und tue nichts. Während du so da sitze, denke doch mal über das Thema Langeweile nach und was dir für Ideen dazu kommen.


Informationsflut

03. Juni 2012, marcus - Mannablog

Ich sitze wieder einmal in meinem Bereitschaftszimmer in der Arbeit, und es geht mir momentan wirklich wieder gut. Zumindest gemessen an den letzten Tagen, in denen ich Kopfschmerzen, wohl auch etwas leichtes Fieber und Magenbeschwerden hatte. Das Schlimmste an der ganzen Sache waren wirklich die Kopfschmerzen, da ich es hasse wenn ich mich nicht mehr auf wichtige Dinge konzentrieren kann. Wobei - das stimmt nicht ganz. Auf die wichtigen Dinge kann ich mich schon noch konzentrieren, aber nicht mehr auf Sachen, die meine Aufmerksamkeit für längere Zeit binden. Eine der Sachen, die ich zwar gerne tue, die mir dann aber zunehmend schwerer fällt, ist Lesen. Dabei ist die Aufnahme von Information für mich eine schon fast lebensnotwendige Sache. So kommt es wohl auch dazu, dass das Internet für mich eine wahre Freiheit bedeutet. Ich kann zu jeder Zeit, an jedem Ort, wann immer ich will, Informationen abrufen. Leider ist es so, dass ich natürlicherweise tagsüber meinem Wissensdurst nicht mehr hinterherkomme. Das versuche ich dann abends - beziehungsweise fast schon nachts - nachzuholen und tue damit meinem Körper auch keinen Gefallen.

Ich bin mir also fast sicher, dass ich von höchster Stelle eine Art Auszeit verordnet bekommen habe. Ich hätte die letzten Tage nur noch schlafen können und habe auch zeitweise absolute Unlust gegenüber Informationsaufnahme gehabt. Und jetzt sitze ich hier auf meinem Bett, und habe etwas sehr, sehr Wichtiges gelernt. Es kann auch einmal sehr schön sein, einfach nur nichts zu tun. Ich glaube, dass ich das in Zukunft öfter einmal "nicht" tun werde!

Wenn dir also auch einmal alles zu viel wird, und dir dein Körper schon fast mit dem Prügel zeigt das es mal wieder Zeit ist umzudenken, dann mach es einfach wie ich: nichts.


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