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Fanatiker, Engstirnigkeit und jede Menge Gotteskrieger

18. Januar 2015, marcus - Mannablog

Hatred by Ben Slow, Foto: MsSaraKelly, Flickr. https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Hatred by Ben Slow, Foto: MsSaraKelly, Flickr. https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Wir alle kennen sie, die Gotteskrieger und engstirnigen Fanatiker. Jeder ist schon einmal einem Fanatiker begegnet, aber wie wird man eigentlich einer?

Wer in letzter Zeit auch nur halbwegs die weltweiten Nachrichten mitverfolgt hat, muss unweigerlich eines feststellen: Die Fanatiker sind auf dem Vormarsch. Allen voran die selbsternannten, islamistischen Gotteskrieger. Aber auch im ganz normalen Alltag begegnen wir ihnen immer wieder. Dabei stellt sich mir eine Frage: Wo kommen sie eigentlich her, die ganzen Fanatiker?

Fanatismus

Nicht nur, dass in der Wortendung „-ismus“ schon eine festgefahrene Richtung festgestellt wird, steckt im „Fanatismus“ auch noch der „Fan“ drin. Wer Fanatiker ist, hat sich also mit Leib und Seele einer ganz bestimmten Sache verschrieben. Was jedem Fanatismus innewohnt, ist die Glorifizierung einer bestimmten Idee, Vorstellung oder Einstellung. Mit dazu gehört auch bei vielen Fanatikern auch eine extrem hohe emotionale Wertschätzung von Objekten, Tätigkeiten oder Interessen. Wer gerne mehr zur Definition wissen möchte, kann sich ja bei Wikipedia belesen. Aber ja nicht für eine offizielle Arbeit verwenden, gell!

Fanatiker

Fanatiker halten ihre eigene Vorstellungswelt für unbedingt wahr und verteidigen ihr Weltbild vehement. Sie sind im allgemeinen intolerant gegenüber anderen Meinungen und versuchen andere Menschen von ihren Ansichten zu überzeugen. Sie sind für keinerlei Infragestellung ihrer Überzeugungen zugänglich und sind wegen mangelndem kritischem Denken und Selbstreflexion nicht für Argumente offen.

Der Werdegang des Fanatikers

Ich habe mir in letzter Zeit des öfteren die Frage gestellt, wie man eigentlich zum Fanatiker wird. Ein paar markante Eckpunkte sind mir dabei aufgefallen. Falls Du also Interesse hast, Fanatiker zu werden, könntest Du Dich an folgende Liste halten:

? Es ist sehr hilfreich, generell schon einmal wenig Interesse an anderen Menschen zu haben

? Versuche auf keinen Fall, Dich in andere Menschen hineinzuversetzen oder sie verstehen zu wollen.

? Beschäftige Dich recht einseitig. Lies nur Dinge, die mit deiner Meinung übereinstimmen. Höre nur eine bestimmte Art von Musik. Probiere nichts Neues, bleib bei Altbewährtem. Und so weiter, you get the idea.

? Umgib Dich am Besten nur mit Menschen, die deiner Meinung sind und genauso fanatisch sind wie Du. Dann kommst Du nicht auf andere Gedanken und läufst nicht Gefahr, dein Weltbild hinterfragen zu müssen.

? Definiere Dich total über dein engstirniges Weltbild und mache es Dir zum Auftrag, es gegen alles und jeden zu verteidigen. Auf diese Weise wird dich jegliche Kritik unglaublich kränken und in deinem Stolz verletzen. Das wird dir dabei helfen dein Weltbild mit noch mehr krankhaftem Biss zu verteidigen.

Die Liste wird wahrscheinlich nicht vollständig sein und man müsste ein paar Punkte vielleicht noch verbessern. Aber im großen und ganzen solltest Du auf diese Weise gute Chancen haben, ein totaler Fanatiker zu werden!

Fanatismus und Gott

Genauso wie es in allen anderen Bereichen Fanatismus gibt, macht dieses Phänomen auch im Bereich „Gott“ keinen Halt. Und das erleben wir momentan weltweit in besonderem Ausmaß mit dem „Islamismus“. Allerdings gibt es Fanatiker in jeder anderen Glaubensrichtung auch, vielleicht nicht ganz so blutig und unmenschlich. Muss nicht einfach sein für Gott, wenn alle ihn für einen Tyrannen halten, nur weil solche Deppen in seinem Namen seelische und körperliche Grausamkeiten begehen. Dabei sieht Gottes Liste ganz anders aus:

Zeige Interesse an Deinen Mitmenschen

Versuche dich in sie hineinzuversetzen und zu verstehen

Beschäftige Dich breit, informiere Dich und sei bereit Dich selbst in Frage zu stellen. Prüfe alles, aber behalte nur das Gute.

Misch Dich unter die Menschen und sei ihr Freund. So bekommst Du neue Gedanken und kannst für Dein Leben dazulernen.

Definiere Dich über Gottes Liebe zu Dir. Du musst weder Gott, noch Deinen Glauben, Deine Einstellung, Hobbys oder Vorlieben mit Gewalt verteidigen. Akzeptiere die Meinung anderer und hab sie trotzdem gern.

Die Liste ist wahrscheinlich genauso wenig vollständig, aber sie sollte ganz gut im Stande sein, Dich vor Fanatismus zu bewahren, falls Du das willst. Such Dir einfach die Liste raus, die Dir besser gefällt. Viel Erfolg dabei!


Mit Jubel in die Hölle

17. April 2014, claudia - Mannablog

Was war vor 100 Jahren? Wir alle waren nicht dabei und doch haben die Veränderungen die in diesem Jahr begannen unsere Gesellschaft bis heute verändert.

Eine Dokumentation des ZDF erinnerte mich an meinen Schulunterricht. Im Unterricht waren es nur Zahlen, Daten und Fakten die zu lernen waren. In "Mit Jubel in die Hölle" wurde aus dem Geschichtswissen leben.

In einer Dokumentation zum Beginn des 1. Weltkrieges wurde nicht das große Panorama dargestellt. Drei junge Männer im Krieg, in Tagebüchern festgehalten bilden die Basis.

Viele begrüßten 1914 den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Kaum einer ahnte, wie mörderisch er wirklich werden würde und dass er das Ende des alten Europa bedeutete. 

Neben Spielfilmsequenzen sind es kolorierte historische Aufnahmen die die Dokumentation lebendig machen.

Ich denke an den Jubel mit denen viele Mensche heute noch bereit sind für die Sache anderer zu sterben. Was würde passieren, wenn die vielen digitalen Kriegsspiele real verletzen und töten würden?

Der Film "Mit Jubel in die Hölle" befindet in der Mediathek vom ZDF. Im Presseportal des ZDF ist noch mehr zum Film und den Hintergründen zu finden. Dort habe ich auch folgende Auszüge aus Briefen und Tagebüchern gefunden:

Aus Briefen und Tagebuch von Kurt Hopffer, Offizier (2. Februar 1892, Bamberg - 2. Juni 1916, vor Verdun):
Brief von der Somme an die Eltern, 2. Oktober 1914:
"Meine Rekruten, meine Aspiranten riefen mir unter Handwinken begeistert 'Hurra' zu, als wir durch den Wald in die Höhe hinaufstürmten. Meine Leute, die ich erzogen habe, die ich zu Soldaten gemacht habe, durfte ich mit gezogenem Säbel, der das Wappen der Hopffer trägt, mit dem Eisernen Kreuz auf der Brust unter Hurra in die feindliche Stellung führen, als ich die Hände zum Vaterunser faltete. Ich schreibe das nicht um mich zu brüsten – nein bei weitem nicht – aber euch sage ich es, weil es der schönste Moment meines Lebens war, weil ich mich in diesem Moment selbst bezwang, für Deutschlands Ruhm und Größe." 


Aus dem Tagebuch von Karl Rosner, Jurist (18. Februar 1885, Neustadt an der Waldnaab/Oberpfalz – 21. Februar 1985, München)

9. Juni 1916, vor Verdun:
"Die Leute, die gefallen sind, waren liebe Freunde. Man hat in fremden Landen Leid und Freut mit ihnen geteilt und man empfindet ihren Tod fast wie das Ableben naher Verwandter. 
Wen mag dereinst die richtende Geschichte für das nutzlose Blutbad von Verdun verantwortlich machen? "

Aus dem Tagebuch von Käthe Kollwitz*, Künstlerin (1867 Königsberg - 1945 Moritzburg)

Berlin, 11. Oktober 1916:
Nie wird mir das alles klar werden. Wahr ist nur, dass die Jungen, unser Peter, vor zwei Jahren mit Frömmigkeit in den Krieg gingen. Und dass sie es wahrmachten, für Deutschland sterben zu wollen. Sie starben – fast alle. Starben für Deutschland und bei Deutschlands Feinden, Millionen. 
Ist es treulos gegen Dich – Peter – dass ich nur noch den Wahnsinn sehen kann im Kriege?


Erlebnisse meiner Großmutter oder Wurzeln in der Familie

09. Oktober 2013, claudia - Mannablog

Beim Aufräumen fand Mama ein Buch mit Erlebnissen meiner Großmutter. Aufgezeichnet sind darin Erfahrungen und Erlebnisse aus einem halben Jahrhundert deutscher Geschichte. 

Weil ich die Schrift meiner Großmutter nicht lesen kann, haben wir angefangen diese Geschichten zu übertragen. Mama liest vor und ich schreibe in den Rechner rein. Das was da in kurzen, prägnanten Worten berichtet ist, bringt mir meine Familiengeschichte nahe. Ich lese von Siegen und Niederlagen, von Freude und Tränen. Ganz nebenbei erfahre ich auch etwas über die Geschichte unsere Landes.

Obwohl sie schon lange tot ist, kann ich mich noch gut an meine Großmutter erinnern. Vor meinem Auge sehe ich eine kleine, alte Dame mit weißen, kleinen Locken und wenigen Falten. Ihre Disziplin und ihre Fürsorge ist mir erst später bewusst geworden. Mich beeindruckt was ich von ihrem Leben höre. Es ist das erste Mal, dass ich beginne sie tiefer kennen zu lernen. Viel zu viel von ihrem Erleben habe ich als Kind wieder vergessen.

Und doch hatten ihr Leben und die Berichte, die sie mir als Kind weitergab, einen tiefen Einfluß auf mich und mein Leben. Ihre Berichte waren reales Leben, kein Kino und es waren spannende Geschichten. Es gab Siege, Kämpfe und Enttäuschungen und alles das prägte mich.

Ich wünsche jedem von uns so eine Großmutter, die aus ihrem Leben erzählt und wie das Leben verlaufen ist. Diese Erzählungen zeigen uns, wo wir her kommen und geben uns Wurzeln in der Familie.


Die einzige Kommunikation

24. Juni 2012, marcus - Mannablog

Ich habe gestern Nachmittag einen Artikel in der WIRED gelesen, der über die Zeit vor dem Sturz von Gaddafi in Lybien handelte. Interessant war, dass der Schreiber besonderes Augenmerk auf die Kommunikation über das Internet lenkte, und wie das Regime diese Kontrollierte. 
Die einzige Chance des Widerstands sich zu formieren bestand über das Internet, und dieses wurde leider komplett von Gaddafis Geheimdiensten kontrolliert. Komplette Email und Skype-Kommunikationen wurden abgefangen und abgehört, und massenweise Akten über das komplette Onlineleben von Menschen angelegt. 
Die Kommunikation funktionierte ohnehin zeitweise dann nur noch innerhalb des Landes; eine Kontaktaufnahme in andere Länder war kaum möglich.
Niz und Mokhtar Mhani bauten eines Tages eine Satellitenschüssel eines Konzerns ab, und schmuggelten diese unter Todesgefahr nach Hause, um mit Hilfe von Kontakten in Ägypten einen sicheren Satelliteninternetzugang einzurichten. Dieser Zugang war einer der wenigen die es überhaupt noch gab, um den Kontakt mit der Außenwelt aufrecht zu erhalten.
Nur durch solch tapfere Widerstandskämpfer war es den Menschen dort möglich, ihren Tyrannen los zu werden.
Ich musste bei dieser Geschichte unweigerlich an das Schicksal unserer Welt denken. Auch wenn wir ihn nicht sehen und keiner an ihn glaubt, die Bibel spricht davon, dass Gott einen Feind hat, einen Gegner. Er hat sich vor langer Zeit unsere Heimat unter den Nagel gerissen, und jetzt leben wir im Krieg. Zwar nicht überall, aber insgesamt. Doch Gott hat durch Jesus dafür gesorgt, dass wir wieder einen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können, und dieser Kontakt funktioniert über das Gebet. Tapfere Menschen haben über die Jahrhunderte dafür gesorgt, dass wir heute die Bibel haben können, und von Jesus lesen können.
Wenn du dir also auch einmal abgeschnitten von der Außenwelt vorkommst, und der Krieg dieser Welt über dich hereinbricht, dann nimm einfach Kontakt mit Gott auf. Nutze diese einmalige Gelegenheit. Er hat die Macht dich aus deinem Gefängnis herauszuholen. 
Wer den Artikel nochmal nachlesen möchte, findet diesen unter http://www.wired.com/threatlevel/2012/05/ff_libya/all/


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