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„Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum wachsen“.

14. Juni 2015, marcus - Mannablog

"Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum Wachsen". Eine Karte, die ich von der Fernuniversität Hagen zum Studienstart bekommen habe.
"Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum Wachsen". Eine Karte, die ich von der Fernuniversität Hagen zum Studienstart bekommen habe.

Die meisten von uns haben in ihrem Leben schon einmal auf ein Ziel hingearbeitet. Wenn die Ziele plötzlich ausgehen, dann ist es höchste Zeit, neue zu finden.

 

 

Ziele begleiten uns bereits sehr früh in unserem Leben. Ziele haben meist damit zu tun, einen gegenwärtigen Zustand in der Zukunft positiv zu verändern. Als Kind wollten wir all die tollen Sachen auf dem unerreichbaren Tisch erreichen und so haben wir stehen gelernt. Wir wollten nicht nur getragen werden sondern selbst entscheiden wo wir hingehen, also haben wir laufen gelernt. Wir wollten unsere Wünsche und Bedürfnisse anderen mitteilen und an den interessanten Gesprächen der Erwachsenen teilnehmen, also haben wir Sprechen gelernt.

 

Mit offenen Augen durch die Welt

Ab diesem Zeitpunkt konnte uns nichts mehr bremsen. Wir sind mit offenen Augen durch die Welt gegangen und haben die faszinierenden und neuen Dinge der Welt in der wir leben förmlich „aufgesaugt“. Jeden Tag gab es Neues zu entdecken und unseren Eltern Löcher in den Bauch zu fragen,  um mehr und mehr verstehen zu können.

 

Wenn Neues zu viel wird

Irgendwann kommt dann bei vielen der Punkt, an dem das „Neue“ zu viel wird. Bei manchen setzt dieser Punkt bereits in der Schulzeit ein, bei anderen erst im Berufstrott des Alltags, manchen Retten sich noch in die Rente und bei manchen kommt dieser Punkt nie. Plötzlich interessieren wir uns nicht mehr wirklich für Neues, wir retten uns von Wochenenden zu Wochenende und schlagen die Zeit mit passiven Berieselungen oder nichts tun tot.

 

Neue Ziele animieren zum wachsen

Ohne Ziele ist Wachstum unmöglich, denn wenn wir uns nicht bewusst auf einen Punkt in der Zukunft zubewegen, stehen wir still. Alles bleibt gleich, es gibt keine Veränderung mehr uns irgendwann wird uns dieser Zustand förmlich ankotzen. Versprochen.

 

Selbst wenn du dich bereits in dieser Phase befindest, dann gibt es einen Ausweg: setze dir neue Ziele. Eigentlich ist es ziemlich egal, was für Ziele das sind, die Hauptsache ist, dass sie für dich etwas erstrebenswertes bedeuten. 

 

Lebenslanges Lernen.

Ziele haben eigentlich immer damit zu tun, dass wir auf dem Weg dorthin etwas neues Lernen. Egal ob du mehr über Geschichte wissen möchtest, ein Instrument spielen möchtest, ein Zimmer ausbauen oder einen Berg erklimmen möchtest. Du wirst Lernen. Und indem du lernst wirst wachsen – und zwar enorm. Somit bekommst du zwei Dinge, die dir niemand mehr wegnehmen kann: Wissen und Erfahrung.

 

Viel Raum zum Wachsen

Das Foto der Karte mit dem Spruch „Wer sein Ziel weit steckt, hat viel Raum zum wachsen“ habe ich zum Studienstart von der Fernuniversität Hagen bekommen. Und je mehr ich über den Spruch nachdenke, desto mehr spüre ich, wie wichtig konkrete Ziele im Leben sind, damit wir nicht auf der Stelle treten.

 

Ich wünsche dir zu jeden Zeitpunkt im Leben eines oder mehrere Ziele, die dich zu einem Menschen reich an Wissen, Erfahrung und Liebe machen. 


Ein Tag mit dreißig Stunden oder Zeitmanagement

19. April 2015, marcus - Mannablog

Lehrgang der FernUni Hagen für Zeitmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.
Lehrgang der FernUni Hagen für Zeitmanagement und wissenschaftliches Arbeiten.

Ein Tag mit dreißig Stunden? Das hört sich wirklich verrückt und verlockend zugleich an. Da diese Einrichtung wohl eine Utopie bleiben wird, bleibt wahrscheinlich nur Zeitmanagement übrig.

Zur Zeit könnte der Tag von mir aus gerne 30 Stunden haben. Wenn ich mir überlege, wieviele tatsächlich freie Stunden ich pro Tag während der Woche habe, dann passen diese Stunden an eine Hand meiner 5-Tage-Woche.

Die Mühlen des Alltags

Aufstehen um etwa 5:30 Uhr, Bad, Mittagessen einpacken, frühstücken und los geht´s, um etwa halbsieben, in die Arbeit. Dort gehts um sieben los bis 16:00 Uhr. Daheim ankommen dann um etwa 16:30 Uhr. Wenn ich mir überlege, dass ich gegen 22:30 Uhr eigentlich schon wieder im Bett sein will, damit sich die Qualen des frühen Aufstehens in Grenzen halten, dann habe ich genau noch sechs Stunden für ALLE anderen Aufgaben die so anfallen. Essen machen, essen, Trainieren. Irgendwelche anderen Sachen im Haushalt oder Garten. Und dann sollte ich jeden Tag noch mindestens zwei Stunden was fürs Studium tun. Übrig bleibt dann meistens genau: Nichts. Oder wenigstens so eine halbe Stunde, die ich dann mit meiner Frau verbringe.

Stress oder nicht Stress, das ist hier die Frage

Interessanterweise könnte ich nicht behaupten, dass ich mich deswegen jetzt gestresst fühle. Allerhöchstens dann, wenn mir das Leben noch „ungeplante“ Events einbaut, mit denen ich nicht gerechnet habe. Dann wird es manchmal wirklich knapp! Ich sehe diese Frage des Zeitmanagements momentan eher als zusätzliche „Aufgabe“, die es zu lösen gilt. Denn ob ein Leben in Stress ausartet bestimmt – glaubt es oder nicht – wirklich zum größten Teil unsere eigene Einstellung. Stress entsteht nämlich dann, wenn wir das Gefühl haben, das unsere Fähigkeiten und unsere Energie nicht mehr ausreichen, um die Anforderungen unserer Umwelt zu bewältigen. Wenn man also keinen negativen Stress erleben möchte, ist es wichtig, möglichst viel Energie und eine gesunde Vorstellung von den Anforderungen unserer Umwelt an uns zu haben. Also lieber mal positiv denken anstatt immer „das schaffe ich ja nie…“.

Tipps für Zeitmanagement?

Also richtige Tipps fürs Zeitmanagement habe ich noch nicht. Glücklicherweise weiß meine FernUniversität in Hagen bereits, mit welchen Leuten sie es zu tun hat (nämliche verrückte Berufstätige, denen ihre normale Arbeit noch nicht ausreicht und sich ein Fernstudium antun). So gibt es zum Studienstart extra einen Kurs für wissenschaftliches Arbeiten und Zeitmanagement. Finde ich gut!

Allerdings habe ich damit noch nicht angefangen, das kommt erst nächste Woche. Und deshalb würde mich interessieren, wie ihr da draußen euer volles Leben so organisiert, damit auch ja nichts zu kurz kommt. Immer her mit euren Gedanken, Anregungen, Tipps und so weiter!


Das Hamsterrad als Karriereleiter

14. Oktober 2014, Mannablog

Mary, did you know ... that the Dishes don't wash themselves?

Was unterscheidet einen Ersti von einem Studenten, der kurz vor seinem Abschluss steht? Mh, ich schätze, in meinem Fall war es so, dass ich am Anfang ziemlich sorglos in das Studium hinein gelebt habe, als ich ungefähr wusste, wie der Hase läuft. In dieser Woche haben die Erstis an meiner Uni wieder jede Menge Party und Spaß mitgenommen, ich kann ihnen das nicht wirklich übel nehmen.

Ich fühle mich aber irgendwie auch etwas alt, wenn ich merke, dass ich Studium, Job und Karriere immer mehr Wichtigkeit zugemessen habe, je mehr Semester es wurden. Die Unerfahrenheit der ersten Semester war spannend und spaßig. Mit den Jahren habe ich freiwillige Aufgaben übernommen und berufliche Aufträge bekommen - beides hat Zeit und Elan gekostet. Ich möchte damit nicht sagen, dass es schlecht ist, gut zu arbeiten.

Aber seit ich diese Woche in einem Blog den Satz "Das Hamsterrad kann von innen betrachtet wie eine Karriereleiter aussehen." gelesen habe, hat er mich immer wieder heimgesucht und ich hinterfrage meine Motive hinter der ganzen Geschäftigkeit. Ich drehe mich, ständig, um die Dinge, die zu tun sind. Ein paar freie Tage sind Balsam für die Seele, aber auch irgendwie eine Tortur, weil ich es nicht gewöhnt bin, mal etwas nicht wirklich 'Sinnvolles' zu tun.

Da muss ich unweigerlich an den Satz denken, den Jesus zu Martha gesagt hat, als er bei ihr und ihrer Schwester Maria zu Besuch war: "Nur eines aber ist wirklich wichtig und gut! Maria hat sich für dieses eine entschieden, und das kann ihr niemand mehr nehmen." (Lukas 10, 42) Maria hat sich zu Jesus gesetzt und er hat ihr jede Menge erzählt. Ja, eine Frau kann scheinbar auch gebannt zuhören, ohne zu quatschen - wenn da der Sohn Gottes vor ihr sitzt. Martha dagegen hat sich darum gekümmert, dass der Haushalt rund läuft. Was soll ich sagen.

Ich bin wohl die geborene Martha. Wenn man sich mal deutsche Klischees anschaut, dann sind da Planen und Organisieren (Bürokratie!) ganz weit oben. Ich bin gerne zielstrebig und zuverlässig. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, mach ich dafür auch mal etwas mehr als nötig. Die Frage ist nur: Wie lang hält so was an? Eine YouTuberin hat neulich in einem ihrer Videos gemeint, dass man so etwas nicht könnte, wenn man nichts zurückbekommt. Burnout ahoi und so.

Ich verstehe das, weil ich auch schon manchmal gedacht habe, dass dieses ständige Auf-Abruf-Da-Sein einen Standard erhebt, der mir irgendwann auch das Genick brechen kann. Man muss klar seine Meinung, auch diesbezüglich, vertreten. Das ist ein gutes Recht eines Menschen. Dieses Zurückbekommen hat für mich aber auch einen Haken. Es hat nicht jeder, dem ich helfe, die Möglichkeit, mir etwas zurückzugeben. Jegliche Form von Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft ohne Hintergedanken wird hier ja von vornherein angeknackst.

In der Bibel ist gerade die selbstlose Liebe, die Agape, die Liebe, mit der wir Gottes Wesen am besten widerspiegeln können. So eine Liebe gibt. Ich kann mir ganz viel Anerkennung von meinem Chef erhoffen (siehe diese Werbung: www.youtube.com/watch, von meinen ehrenamtlichen Mitarbeitern, von den Menschen, die mir nicht mehr zurückgeben können als ein Dankeschön oder ein Lob. Aber das kann doch kein gesunder Ausgangszustand sein, wenn ich mit einem leeren Tank losfahre, in der Hoffnung, dass er gefüllt wird und in der Sicherheit, dass ich bei fehlender Füllung aussteige und nicht weiter in die richtige Richtung fahre.

Wie bei allem ist der Blick auf die Ewigkeit hier ein weiser Ratgeber. Vergänglichkeit, Sinnlosigkeit. So etwas sehe ich jeden Tag und ich versuche gar nicht immer dagegen anzukämpfen. Der schale Geschmack, der bleibt, ist für mich dennoch Grund genug, mir Gottes Design für den Menschen anzusehen. Gott ist kein ausbeuterischer Gott. Er hasst Ungerechtigkeit. Er liebt Aufrichtigkeit, auch gegenüber unseren eigenen Grenzen. Gott gibt uns Bestätigung für die Dinge, die wir aus Liebe für ihn ganz persönlich tun - weil wir auch ganz persönlich von ihm ausgesucht sind, für diese Aufgaben, für diesen Ort, für diese Zeit.

Gott betont an vielen Stellen der Bibel, dass ihm der Sabbat - der Ruhetag - und sein göttlicher Frieden für den Menschen enorm wichtig ist (z.B. vgl. Jesaja 56,4-8). Gleichzeitig wird der faule Mensch mit seiner eigenen Dummheit aufgezogen, er solle sich die Ameisen ansehen und von ihnen lernen (vgl. Sprüche 6,6). Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein lebenslanges Lernen ist, darin zu wachsen.

Wir lernen so vieles und das am besten, wenn wir es üben, auch das Denken. Und während ich zur Zeit mal wieder ein Fitnessprogramm durchgehe, möchte ich auch darauf achten, dass ich mein Herz und mein Leben in diesen Sachen fit halte und mich aus dem Hamsterrad zu springen traue. Wie geht es dir so damit?


If Words were my Language

24. Juni 2014, Mannablog

In letzter Zeit komme ich immer wieder mit der englischen Sprache in Berührung. Zum Einen kenne ich ein paar Leute, mit denen ich auf Englisch rede und zum Anderen lese ich gerade ganz gern Sherlock Holmes. Mir macht es vor allem Spaß laut zu lesen, weil ich da noch mehr das Gefühl für die Sprache bekomme (und eine heisere Stimme gratis dazu). Schaden kann es ja eigentlich auch nicht, an seiner Aussprache zu feilen. Ich komme damit zwar nie an die tollen Akzente heran, die die unterschiedlichen Muttersprachler setzen, aber zumindest kann ich irgendwann so gut werden, wie es mir persönlich möglich ist.

learn a languageVor einer Weile habe ich mir in der Drogerie so einen English Breakfast Tea gekauft. Für das ultimative englische Frühstücksgefühl, direkt nach dem Aufwachen sozusagen. Naja, nicht wirklich. Er schmeckt mir zwar gut und wahrscheinlich macht mich der Schwarze Tee darin auch etwas munterer, aber ich fühle mich deshalb nicht mehr der anderen Seite des Ärmelkanals zugehörig.

 

Eine Fremdsprache ist an sich ganz praktisch, wenn man in einer Situation ist, in der man sie braucht. Beim Urlaub im Ausland oder beim Auslandssemester, beim beruflichen und privaten Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen, im Sprachkurs etc. Aber solange man sie nicht akut braucht, hockt sie unbenutzt in ihrer Schublade. Damit sie nicht völlig eingestaubt ist, wenn sie dann doch mal gebraucht wird, muss sie immer wieder in den Mund genommen werden und das Gehirn durchwandern. So blöd das klingt. Und vielleicht geht es dir dann auch wie mir manchmal – dass du in der Fremdsprache denkst und dir überlegen müsst, wie das, was du sagen willst, denn gleich in deiner Muttersprache ausdrückbar ist.

 

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, wie wichtig es ist, eine bestimmte Sprache fließend sprechen zu können. Ich meine die Beziehungssprache mit Gott. Es gibt Zeiten, da spreche ich lieber mit Freunden über das, was mich beschäftigt und ich denke Gott hat uns auch bewusst als soziale Wesen geschaffen. Aber es gibt auch die Tage, an denen ich genau weiß, dass ich mir damit zwar irgendwas von der Seele reden würde, aber keine Antwort auf der ganzen Welt mir das geben könnte, was Gott mir geben kann.

Vielleicht kennst du solche Momente, wo du innerlich mit dir selbst kämpfst und dir eine Sache zu groß und unfassbar scheint, um sie mit Worte auszudrücken. Ich merke, dass es mir hilft, auch und besonders diese unausgesprochenen Worte vor Gott zu bringen. Er hat versprochen, meine Gedanken schon zu hören und zu verstehen, bevor ich sie in zurechtgelegten Worten an ihn richte. Diese Sprache ist vertraut und von so einem Frieden und Geborgenheit geprägt, dass alleine das Wissen um seine Fürsorge manchmal Antwort genug ist.

 

cracks in your wallIch habe letztes Wochenende mal wieder intensiv Musik gehört, diese Art von Musikhören, wo man einfach nur dasitzt und zuhört – mit den Ohren, dem Gefühl, dem Herzen – auf Text und Musik. Klingt kitschig, nennt man glaube ich genießen. Jedenfalls wollte ich ein paar schöne Lieder für jemanden zusammenstellen, der gerade viel um die Ohren hat (nur eben vielleicht nicht die passende Musik), und dabei ist mir ein Lied besonders aufgefallen. Jason Gray – „Fear is Easy, Love is Hard“ heißt es. Es geht darin darum, dass ein Mensch sich lieber einigelt anstatt zuzulassen, dass die Liebe in ihm das Licht anmacht. Es geht darum, dass wir manchmal krampfhaft an den Mauern um unser Herz festhalten und aus blöden Situationen heraus bitter werden.

make my words a beautiful bouquetIch möchte nicht hart und bitter werden und mein Herz ummauern. Das Herz soll nicht auf Krawall gebürstet sein, sondern Liebe sammeln und weitergeben. Was denkst du, das klingt doch besser – oder? Für mich ist der beste Weg dahin, den Abfluss zu benutzen. Meine Sprache mit Gott einzusetzen und zu erleben, was sie und er mit mir machen.


Contra- oder Prokrasti-Nation?

01. März 2014, Mannablog

Ich würde mal behaupten, dass ein Student in der Prüfungszeit vor Kreativität nur so strotzt! Frage mal einen durchschnittlichen Studenten, den seine Vorlesungen zwar interessieren, dem das Lernen aber irgendwie dennoch etwas überflüssig vorkommt. Prokrastination heißt das Zauberwort, das morgens, mittags und abends auf dem Silbertablett aufgetischt wird.

Ich mag das Wort nicht. Klar, ich mache darüber gerne mit meinem Freund Scherze, zumal wir beide den Bedeutungsgehalt des Wortes ganz unterschiedlich füllen. Es drückt aber immer irgendwie aus, dass man in dem Moment gerade das Falsche macht. Ich möchte – eigentlich – meine Hausarbeit schreiben, aber ich nutze meine Zeit, um diese leckeren Muffins zu backen, die ich neulich entdeckt habe. Die Klausur in einer Woche steht an und rückt immer näher, aber ich bin online unterwegs. Und das nicht auf der Suche nach klausurrelevantem Stoff.

Relevanz spielt bei dem Thema eine ganz entscheidende Rolle. Denn wenn man in so einer Stellen-oder-Fliehen-Situation ist, drängen sich da indirekt Fragen auf wie: Was empfinde ich als relevant für mein Leben? Was möchte ich? Was ist mein Ziel? Und die Antwort darauf ist viel zu oft halbherzig: Ja, ich möchte die Klausur gut bestehen, aber ich will auch das und das machen.

Und da schleichen sich faule Kompromisse ein. Ein Ziel setzen ist gut, um diesen Leitgedanken kommt man in Marketingvorlesungen nicht drum herum. Ein Ziel kann man nur erreichen, wenn man sich darauf zu bewegt. Mir hilft die Ansicht, dass ich jedem weiteren Tag etwas Stress nehme, wenn ich heute etwas für mein Ziel tue. Die Zeit, die zur Verfügung steht, wird sowieso von Tag zu Tag weniger. Also warum soll ich mir selbst etwas vormachen, indem ich alles mögliche mache, und das nie „richtig“, weil ich immer im Hinterkopf habe, dass da doch noch das große Ziel ist, wo ich hin will.

Also lieber mal Zähne zusammenbeißen und loslegen. Eine Stunde, zwei Stunden – das eigene Pensum kriegt man raus. Aber danach weiß ich, dass es das für heute war. Ich kann mich anderen Dingen widmen, die in meinem Leben auch relevant sind. Und was Schönes machen, ein gutes Buch lesen zum Beispiel, oder neue Musik hören. Ich finde Bücher super entspannend, wenn man in fremde Welten eintauchen kann und dabei auch noch was lernt. Und es ist weniger anstrengend für die Augen, als wenn ich mir stundenlang auf dem Bildschirm Serien anschaue.

Das einzig Gute am Prokrastinieren ist für mich übrigens der Fakt, dass ich in der Anfangsphase in ein „Ach ja, ich habe ja noch so viel anderes zu tun, was sowieso gemacht werden muss“ verfalle und dann ist plötzlich die Rümpelecke ordentlich oder der Geschirrberg abgewaschen und weggeräumt. Und das Fenster könnte auch mal wieder geputzt werden, wenn die Sonne so schön scheint, oder? In solchen Situationen sollte man auch einfach etwas Humor haben und diese Phasen wenigstens sinnvoll nutzen.

So ein bisschen praktische Arbeit kann zumindest neben dem Lernen auch wieder einen Motivationsschub geben und ist mal eine Abwechslung zur kopflastigen Arbeit. Dann kann man beim Lernen durch das saubere Fenster schauen und tagträumen, äh, oder Gott um Konzentration bitten. Und wenn die Sonne dann zwischen den Wolken hervorblitzt, sollte man das vielleicht eher als Zwinkern und Hoffnungsstrahl verstehen und nicht sauer sein, weil es draußen viel schöner ist als am Schreibtisch. 


Das könnte ich nie

04. November 2012, marcus - Mannablog

Das könnte ich nie. Bestimmt kommt dir dieser Satz auch bekannt vor. Er wird gerne in den unterschiedlichsten Situationen angewandt, um zum Ausdruck zu bringen, dass man entweder die eigenen Fähigkeit nicht als ausreichend einschätzt, oder um seinem Gegenüber klarzumachen dass man selber nie so waghalsig, halsbrecherisch, hinterlistig oder auch gemein wäre. ?Das könnte ich nie? ist also entweder eine bewundernde oder verachtende Aussage. In der Natur dieser Aussage liegt die Tatsache, dass man das betreffende Verhalten noch nicht durchgeführt hat, geschweige denn ausprobiert hat. Sonst könnte man ja nicht die Aussage treffen ?Das könnte ich nie?. Denn wenn ich etwas probiert habe, wäre höchstens die Aussage ?Das kann ich nicht? richtig. Selbst in diesem Fall ist es aber fraglich, ob man es lange genug versucht hat, um wirklich mit Sicherheit eine Unfähigkeit, das betreffende Verhalten zu erlernen, ausschließen zu können.

 

Woran liegt es eigentlich, dass wir manchmal so schnell und voreilig über unser eigenes Können urteilen? Sollten wir es eigentlich inzwischen nicht besser wissen? Wir sind vom Brabbeln zum Sprechen, vom Krabbeln zum Gehen, vom kindlichen Wissen zum erwachsenen Wissen gekommen. Doch wir beachten das gar nicht, denn das ist ja ?normal? so. Wir haben gelernt in einem sozialen Gefüge zu leben, haben eine Schule besucht und üben einen Beruf aus. Und alles haben wir irgendwie geschafft. Alles sind Tätigkeiten in Bereichen die wir vorher noch nie ausgeübt haben. Und trotzdem haben wir, habe ich, hast du es irgendwie geschafft. Vielleicht sind Schule und Beruf aber gerade deine Problembereiche (?Das kann ich nicht.?) und du hast deine Erfolge eher im Sport. Oder du du fährst die schnellsten Rennen in Need for Speed und kennst dich in World of Warcraft besser aus als in deinem Heimatort.

Was auch immer in deinem Leben gerade los ist, wo auch immer du das Gefühl hast, dass du an dieser Stelle niemals weiter kommen wirst: Lass dir nichts einreden. Du kannst mehr als du dir selber zutraust, du hast es ja auf deinem Lebensweg bereits bewiesen. Mensch, du hast mal als Baby angefangen und alles gelernt was du jetzt kannst!

 

Auch wenn du vielleicht momentan das Gefühl hast, deine Ziele nicht zu erreichen, möchte ich dir Mut machen. Es gibt ein Ziel, an dem du hundertprozentig ankommen wirst, egal was oder wie viel du kannst. Es gibt einen Lebensweg auf dem du nicht alleine unterwegs sein musst, und auf dem du dich auch nicht verlaufen kannst.

 

?Eine feste Straße wird dort sein, den ?heiligen Weg? wird man sie nennen. Wer unrein ist, darf sie nicht betreten, nur für das Volk des Herrn ist sie bestimmt. Selbst Unkundige finden den Weg, sie werden dort nicht irregehen.?

(Jesaja Kapitel 36 Vers 8)


Umgang mit den eigenen Fehlern

16. Juli 2012, Mannablog

Uns allen geht es so, dass wir nicht fehlerfrei sind. Doch wie ist unser Umgang mit den eigenen Fehlern? Manche Fehler sind schlimmer als andere. Der Ärger in uns ist dabei immer gleich real. Das Unangenehme an Fehlern ist, dass sie in der Regel Konsequenzen nach sich ziehen.

Nicht immer sind diese Konsequenzen einfach und schnell zu beheben, so wie z. B. 30 € in der Verkehrskontrolle. Manchmal sind die Konsequenzen auch teuer und haben Auswirkungen auf den Rest unseres Lebens.

Und so sind Fehler an sich doppelt schlimm. Zum einen wegen des eigenen Ärgers und der damit geraubten Lebensfreude und zum anderen wegen der Konsequenzen. Soweit so gut.

Die Bewährungsprobe für uns kommt an einer anderen Stelle. Sie kommt wenn es uns gelingt, zu unseren Fehlern zu stehen. Manche der negativen Konsequenzen lassen sich auf diese Weise aus der Welt schaffen. Der innere Frustpegel sinkt und die Rauchwolken verziehen sich. Leider fällt es uns oft schwer zu Fehlern zu stehen und so beginnt ein Kreislauf von Schweigen, Negativem und noch mehr Schweigen. (Schweigen könnte auch durch Lügen ersetzt werden.)

Ich weiß, zu einem Fehler zu stehen, bedeutet Ehrlichkeit und persönliches Rückrat. Dazu zu stehen ist nicht einfach. Keiner mag gerne zugeben einen Fehler gemacht zu haben. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der für das Eingestehen eines Fehlers spricht. Wer einen Fehler zugibt, steht zu seinem Leben und auch zu sich als Persönlichkeit. In der Konsequenz stärkt damit das Fehlerzugeben den eigenen Rücken und die Persönlichkeit. Es baut den Frust und Ärger ab, hilft sich selbst im eigenen Spiegel anzuschauen und ganz wichtig: es macht das Herz etwas weiter für die Fehler der Mitmenschen.

Deshalb habe Mut und gestehe dir und anderen deine Fehler ein!


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