Manna

f  |   t  |   m
Gefiltert nach Tag persönlichkeit Filter zurücksetzen

Das Samariter-Experiment

08. Juli 2017

Anderen Personen Hilfe zu leisten würde wohl so ziemlich jeder als wichtig erachten. Egal ob es um Kleinigkeiten wie das Aufheben einer Tasche geht oder um Erste Hilfe bei Unfällen, Menschen helfen einander. Woran kann es aber liegen, wenn Menschen nicht oder kaum helfen? Wie wirken sich die Umstände auf ihre Hilfeleistung aus? Dieser Frage sind die beiden Forscher Darley und Batson anhand des „Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter“ nachgegangen - und haben erstaunliche Ergebnisse zu Tage gebracht. 

 

Unmoralisch - oder doch nicht?

Wenn Menschen anderen keine Hilfe leisten oder nur in unzureichendem Maße, dann halten wir sie schnell für unmoralisch. Es drängt sich die Frage auf, ob dies die einzige Erklärung für ein solches Verhalten sein kann oder ob es vielleicht andere, weit tragendere Gründe geben könnte. Die beiden Forscher Darley und Batson sind der Fragestellung, wie sich situationale Faktoren (die Situation) und dispositionale Faktoren (die momentanen Gedanken) auf die Hilfeleistung in einer Notsituation auswirken können, in einer Studie nachgegangen.

Die Studie vom barmherzigen Samariter

Inspiriert vom Gleichnis des Barmherzigen Samariters haben sie sich Theologiestudenten als Testpersonen herausgesucht. Diese wurden eingeladen an der Studie teilzunehmen - allerdings wurde ihnen der wahre Grund der Untersuchung vorenthalten. Wie bereits erwähnt sollten die Einflüsse von momentanen Gedanken und der Situation auf Hilfeverhalten untersucht werden. Um die zu erreichen wurden den einzelnen Testpersonen unterschiedliche Aufgaben gestellt und gleichzeitig die situationalen Gegebenheiten leicht abgeändert.

Manipulation der dispositionalen Faktoren (momentane Gedanken)

Der einen Gruppe an Testpersonen wurde erzählt, dass es ihre Aufgabe sei einen Vortrag über berufliche Zukunftschancen von Theologiestudenten zu halten. Die andere Gruppe sollte ihre Gedanken über das Gleichnis des barmherzigen Samariters in einem Vortrag darlegen. So wurde dafür gesorgt, dass die eine Gruppe sich in Gedanken vorrangig mit weltlich-alltäglichen Themen beschäftigte, die andere mit moralischen Fragen.

Manipulation der situationalen Faktoren (Situation)

Jede der beiden Gruppen erhielt wiederum drei unterschiedliche Angaben, um die Situation unterschiedlich zu gestalten. Dieser Unterschied stellte in Form von „Zeitdruck“ dar. Einigen Teilnehmern wurde gesagt, sie hätten noch genug Zeit um sich Gedanken zu machen und in das andere Gebäude zu gehen, in dem der Vortrag stattfinde. Weiteren wurde gesagt, sie sollten losgehen, dann hätten sie drüben noch ein wenig Zeit. Wieder anderen wurde gesagt sie sollten sich beeilen, sie wären bereits spät dran.

Ablauf des Experiments

Nach der Instruktion machten sich die Teilnehmer auf den Weg in ein anderes Gebäude um dort ihren Vortrag zu halten. Sie begegnet dabei einem Mann der in der Nähe der Türe nach draußen auf dem Boden lag und den Anschein erweckte, er bräuchte Hilfe. Der Mann war eingeweiht und bewertete gleichzeitig das Verhalten der Teilnehmer ihm gegenüber auf einer mehrstufigen Skala.

Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmer noch befragt und über das Experiment aufgeklärt.

Ergebnis

Anders als man erwarten würde, hatten die Gedanken, mit denen sich die Teilnehmer beschäftigten eher weniger Einfluss auf das gezeigte Verhalten, zumindest nicht in einem signifikanten Maß. Sehr großen Einfluss auf ihr gezeigtes Verhalten hatte jedoch der „Zeitdruck“ mit dem sie unterwegs waren. Diejenigen mit der wenigsten Zeit zu ihrer Verfügung zeigten im Schnitt auch am wenigsten Hilfeverhalten - ein erstaunliches Ergebnis. Dies deckte sich auch mit der Befragung, die im Anschluss stattfand. Auf die Frage, wieso sie dem Menschen nicht geholfen hätten, gaben viele an, dass sie den Menschen zwar gesehen hätten, aber gar nicht darüber nachgedacht hätten ob dieser Hilfe brauchen könnte oder nicht. Sie waren wegen ihrer wenigen Zeit und der gestellten Aufgabe einfach so in Gedanken, dass sie den Menschen zwar gesehen aber gar nicht wirklich wahrgenommen hatten.

Was können wir nun aus dieser interessanten Untersuchung mitnehmen?

Menschen sind oft nicht so, wie sie für uns zu sein scheinen. Wie haben einfach viel zu wenig Einblick in ihre tatsächlichen Gefühle und Gedanken. Wenn wir jemanden kaum kennen, dann sollten wir sehr vorsichtig sein, Handlungen und Aussagen in Persönlichkeitseigenschaften zu verwandeln - wir könnten damit weit daneben liegen.

Wenn wir andere Menschen beobachten sind wir leider stets geneigt, Handlungen ihren Persönlichkeitseigenschaften zuzuschreiben. Verhalten wir uns jedoch selbst unangebracht, erachten wir meist Umstände oder Faktoren außerhalb von uns als ursächlich für unser Handeln. Wir sollten auch anderen Menschen zugestehen, dass Verhalten durch weit mehr als allein durch Persönlichkeitsfaktoren bestimmt ist.

Wir sollten also etwas nachsichtiger gegenüber Menschen sein, von denen wir denken sie hätten uns absichtlich nicht geholfen - vielleicht waren sie einfach nur zu beschäftigt. Wir könnten uns auch vornehmen weniger Dinge in unseren Tag zu packen, früher loszufahren und mehr Zeit mitzubringen. Vielleicht nehmen wir so die Menschen besser wahr, die um uns herum Hilfe brauchen.

Originalstudie: Darley, J. M., & Batson, C. D. (1973). From Jerusalem to Jericho: A study of situational and dispositional variables in helping behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 27, 100-108 

marcus

Der Reformationstag, seine Bedeutung, der Mönch Martin Luther und die katholische Kirche

05. November 2013

Auf besonderen Wunsch wird heute der Reformationstag noch mal thematisiert:

In einigen Bundesländern ist heute bereits Feiertag. Dabei wird ein für Christen wichtiger Tag begangen, der Tag der Reformation. Damals, 1517, begann alles mit dem Augustinermönch Martin Luther, der Professor für Theologie in Wittenberg war. Er entdeckte im Buch Bibel etwas ganz Wichtiges. Der Mensch wird nicht durch Werke oder andere Menschen gerettet. (In das neue Paradies kommt nur, wer vorher den Pass dazu bekommt. Dies geschieht in dem Gott ihn gerecht spricht.)

Sein Kritikpunkt richtete sich gegen die herrschende Praxis der katholischen Kirche. Brauchte die Kirche Geld und das brauchten ihre Machthaber immer, dann wurde den Menschen erzählt, dass ihr Name auf einem Stück Papier ihre Taten ungeschehen machten. Die Kirche nennt das noch heute Ablass. Martin Luther sagte: das steht nicht im Buch Bibel. Nur der Glaube an Jesus Christus rettet dich. Dabei heißt Glaube Vertrauen, also mit diesem Jesus Christus leben.

Wir Menschen wollen uns gerne selbst retten. Doch weder ein Pfarrer kann Sünden vergeben, noch ein Mensch sich an die Stelle von Jesus Christus setzen, auch nicht als Stellvertreter.

Martin Luther ging noch weiter. Auch Reliquien oder Pilgerreisen helfen nicht unser Versagen ungeschehen zu machen. Keine 100 "Vater unser" oder andere Bußhandlungen retten uns Menschen. Nur eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus kann das alles tun.

Deshalb ist der Reformationstag vom "kleinen Mönchlein" Martin Luther für uns so wichtig. Danke Martin Luther, dass du so treu dem Wort Gottes warst und nicht die Tradition der katholischen Kirche über alles gestellt hast.

claudia

Den Willen anderer Menschen akzeptieren

13. Oktober 2013

Schon als Kind habe ich gelernt, den Willen anderer Menschen zu akzeptieren. Inzwischen bin ich ein paar Jahre älter geworden. Doch auch heute noch ist eines meiner Lebensprinzipien, den Willen eines anderen Menschen zu akzeptieren.

Den Willen anderer zu akzeptieren, bedeutet sie als Persönlichkeit als Mensch wahrzunehmen und zu achten. Für unsere Mitmenschen heißt das aber im Umkehrschluß, dass sie für ihre Entscheidungen auch selbst verantwortlich sind. Sowohl für die Positiven wie für die Negativen.

In der Regel fahren wir mit dieser Einstellung sehr gut. Manchmal allerdings laufen uns Menschen über den Weg, wo es uns schwer fällt ihren persönlichen Willen zu akzeptieren. Wir mögen diese Menschen und sie treffen Entscheidungen, die wir für unklug halten. Wie sollten wir in so einer Situation mit ihnen umgehen? Sollen wir versuchen sie zu einer Meinungsänderung zu bewegen? Sollen wir sie ziehen lassen und den "Staub von unseren Füßen schütteln" (Zitat NT)

Es beschäftigt uns weiter, eine wirkliche Antwort haben wir bis jetzt nicht gefunden.

claudia

"Komm in die Stille" von Jim Hohnberger

30. Juni 2013

Vor einiger Zeit habe ich ein Buch geschenkt bekommen mit dem Titel: Komm in die Stille. Geschrieben hat ein Ami über sein Leben und seine Suche nach Gott. Obwohl er ein erfolgreicher Immobilienmakler war, spürte er eine Sehnsucht in sich. Von dieser Sehnsucht nach Ruhe und Frieden getrieben, stellte die Familie ihr Leben komplett auf den Kopf. Dieses auf den Kopf stellen war wohl sowohl schmerzlich als auch heilsam für ihr Leben, ihre Ehe und die Beziehung zu Gott. Er schreibt, dass sie erst im zur Ruhe kommen in der Lage waren, Gott wirklich zu hören. Und Jim begegnet Gott, besser gesagt Gott war schon da und er schenkte ihnen diese Ruhe, nach der sie sich so sehr sehnten. Suchst du Ruhe? Bist du mit deinem Leben unzufrieden? Dann empfehle ich dir "Komm in die Stille"

gastbeitrag

Karl Marx und Lenin, Opium für das Volk und warum er irrt

16. April 2013

Karl Marx schrieb: Religion ist das Opium des Volkes. Das war 1844. Einige Jahrzehnte später griff Lenin diesen Ausspruch auf mit einer kleinen Veränderung: Religion ist Opium für das Volk. Beides klingt nicht besonders schön und einladend. Setzt es doch den persönlichen Bezug zu Religion mit Drogen und damit Drogenabhängigkeit gleich.

Religion in meiner Umgebung ist ein bunter Baukasten zum selbst zusammen bauen. Etwas Christliches und etwas Asiatisches, das ganze vermischt mit etwas Mythologie. Ziel ist dabei ein persönliches Wohlgefühl zu erreichen.

Interessanterweise erfüllt es damit genau diese Definition von Karl Marx und Lenin. Es ist Opium um von etwas anderem abzulenken.

Was ist aber, wenn das, was am meisten weggeschoben wird, das Christentum, wahr ist? Was ist wenn es diesen Gott gibt und er diese Erde wirklich geschaffen hat und was ist wenn er von dir und mir Rechenschaft verlangt für unser Leben? Wie ist das, wenn du plötzlich Bericht geben musst, warum du nicht gehandelt hast, als es möglich war?

Religion mag Opium für das Volk sein. Aber in einem irrt Karl Marx gewaltig. Bloß weil er diesen Gott aus seinem Leben geschoben hat, hat er nicht aufgehört zu existieren. Von daher ist das Handeln von Marx sein goldener Schuss gewesen.

claudia

Internationaler Frauentag - Sinn und Ziel oder warum es ihn überhaupt gibt

08. März 2013

Heute ist internationaler Frauentag. Doch wie entstand der Tag, der heute mit Blumen und Geschenken begangen wird?

Als vor gut einhundert Jahren der Frauentag entstand, war er kein Tag zum Feiern und Gratulieren. Es war ein Tag des Kampfes der Frauen für Gleichberechtigung und Wahlrecht. Frauen zogen auf die Straße, weil sie als gleichwertige Partner in der Gesellschaft gesehen werden wollten.

1908 gründeten amerikanische Frauen eine Bewegung mit dem Ziel, das Wahlrecht auch für Frauen zu erreichen. Der Termin 8.3. als jährlicher Feiertag wurde erst 1921 festgelegt. Es geschah als Erinnerung an die Frauen von St. Petersburg. Die armen Frauen dort waren es, die an diesem Tag ihrer Not und Verzweiflung mit Protesten Luft machten. Der Ruf nach Brot und Feuerholz brachte die Frauen auf die Straße.

Keine romantischen Gedanken, sondern der Wunsch nach Gerechtigkeit ließ den internationalen Frauentag entstehen. Inzwischen ist der internationale Frauentag in vielen Ländern nationaler Feiertag. Indem der Tag gefeiert wird, täuscht er über viele Nöte und Missstände von Frauen in aller Welt hinweg.

Dabei geht es vielen einfach nur um gleiche Rechte. Es gibt um die Anerkennung als gleichwertiger Teil der Gesellschaft. Um Anerkennung der Arbeitskraft von Frauen und um Anerkennung ihrer Persönlichkeit. Deshalb sollte der Tag lieber wieder das sein, als was er einmal begann. Ein Tag des Kampfes für die Anerkennung von Frauen.

claudia