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Der Körper wird alt, aber der Verstand ist jeden Tag neu

16. Februar 2014, marcus - Mannablog

Sieht man sich Fotos eines Menschen an seinen verschiedenen Lebensabschnitten an, ist es erstaunlich wie er sich verändert und doch der selbe bleibt. Irgendwann macht der Körper nicht mehr mit, aber was ist mit dem was uns wirklich ausmacht - dem Verstand?

Ich kenne keinen Menschen, der sich nicht - wenigstens insgeheim - Bilder von sich selbst ansieht. Es ist, als ob wir uns einfach nicht merken können, wie wir im kleinsten Detail aussehen. Der Blick in den Spiegel zeigt uns, dass noch alles da ist und dass wir auf die Öffentlichkeit losgelassen werden können. Wie leicht wir vergessen, was hinter uns liegt, zeigt uns auch das Erstaunen das wir an den Tag legen, wenn wir uns alte Bilder oder Videos aus unserer Kinder- und Jugendzeit ansehen oder einfach nur aus ein einer zurück liegenden Zeit. Wie sich alles verändert hat…..

Das Leben ist (leider) vergänglich

Wäre es nicht einmal interessant, eine Fotoreihe zu haben, auf der ein Mensch jedes Jahr einmal fotografiert wurde? Am besten einmal so wie Gott ihn schuf und stets vor dem selben Hintergrund und einmal so, wie er sich selbst sieht und gibt. Eine ganze Lebensspanne vom Säuglingsalter bis hin zum Sterbebett….

Ich kann schon fast durchs Internet hindurch spüren, wie viele nun ein Gefühl beschleicht, das den Teil mit dem Sterbebett am liebsten ausklammern würde. Das ist der Gedanke, dem wir lieber nicht zuviel Raum geben wollen, alles andere ja, aber Krankheit und Tod – nein Danke! Dabei ist der Tod leider unausweichlich. Wissenschaftlich gesehen baut der Körper etwa ab dem 25. Lebensjahr schon wieder ab, nüchtern betrachtet beginnt hier bereits das langsame Sterben.

Die Gedanken sind frei

Unser Körper wird zunehmends anfälliger, gebrechlicher und stirbt irgendwann, aber was ist mit dem was uns eigentlich als Persönlichkeit ausmacht, unserem Verstand? Naturwissenschaftlich gesehen ist unsere Gedankenwelt kein materielles Ding. Man kann einen Gedanken oder eine Erinnerung nicht anfassen und in der Hand halten. Genauso wie der Bauplan unserer Körpers in den Zellen in der DNS gespeichert ist, so sind in unserem Gehirn Milliarden von Nervenzellen zu einem gigantischen Computernetzwerk verkabelt, die es irgendwie schaffen, Dinge zu speichern und abzurufen. Allerdings gibt es bei diesem System eine Besonderheit, die bisher noch niemand geschafft hat zu imitieren: Wir haben ein Bewusstsein. Wir wissen wer wir sind und woher wir kommen. Wir haben unseren eigenen Willen und Pläne für unsere Zukunft. Wir können Dinge in unserem Geist erschaffen und in die reale Welt übertragen. Wir haben Gefühle, wir lachen, weinen, sind zornig, empfinden Hass, Wut, Trauer, Einsamkeit, Freude, Liebe und haben gelernt anderen zu vergeben, wenn sie uns weh getan haben. Je länger ich darüber nachdenke, was ein Mensch eigentlich ist, desto größere Ehrfurcht und Achtung empfinde ich für dieses so zerbrechliche und doch so anmutige Wesen.

Das altern des Geistes

Erstaunlich, dass ein solch komplexes Konstrukt wie unser Bewusstsein eine rein immaterielle Sache ist, oder? Genauso wie eine CD aus einem physikalischen Träger und der darauf enthaltenen Information besteht, die erst hörbar wird, wenn sie in Schallwellen umgesetzt wird, wird unser Bewusstsein auch erst sichtbar wenn wir uns äußern….und es geht leider auch verloren, wenn der „Datenträger“, also unser Gehirn, seine Funktion aufgibt. Solange der „Träger“ funktioniert, werden digitale Daten niemals alt.

Ich für meinen Teil erkläre mir so den ungestillten Lebenshunger eines Menschen. Das „System“ Mensch funktioniert, und nichts kann ihn bremsen. Auch wenn Menschen spüren, dass der Datenträger nicht mehr so schnell ist, wenn Krankheit oder Alter kommen, bleibt dieser Lebenshunger bestehen.

Egal wie wie jung du bist und noch nicht ans sterben denkst, eine gute Hoffnung habe ich für Dich: Gott hat uns versprochen, dass er in der Zukunft eine neue Welt machen wird, in der alles neu ist. Auch dein Körper. Und Du, also dein Bewusstsein, bist immer noch Du.


Totensonntag - ein Sonntag für die Lebenden

24. November 2013, claudia - Mannablog

Heute bekamen wir eine Mail mit einer Anfrage zum Totensonntag, mit der Bitte doch einen Blog dazu zu schreiben.

Also ging ich ins Internet und schaute was google und co. an Informationen zu diesem Tag haben. 

Im Jahre 1540 wurde der Tag das erste Mal in der Brandenburger Kirchenordnung erwähnt. Ziel und Wunsch war es, einen Tag zur Ehrung der Toten zu haben. So wurde der Sonntag vor dem ersten Advent als solcher definiert.

Inzwischen sind fünfhundert Jahre ins Land gegangen. Was ist von dem Tag geblieben? Wußtest du, dass dieser Tag als ein Tag der Stille begangen werden sollte? Für mich war das alles Neu. 

Ein Tag um der Toten zu gedenken, ist sicher ehrenwert. Die ehemals Lebenden zu ehren ist wichtig, denn sie bilden die Basis für unser Leben heute. Gäbe es unsere Vorfahren nicht, wo wären wir?

Und doch sagt Jesus, dass es wichtiger ist der Lebenden zu gedenken. Wie wäre es mit einem Tag der Lebenden? Ein Tag an dem Menschen daran denken, dass sie einmal sterben müssen und deshalb ihr Leben überdenken. Ein Tag um neu zu beginnen und das nicht nur zum Jahresanfang, würde sich in unserem Kalender gut machen. 

Ein Tag zur Ehrung der Toten macht nur Sinn, wenn es Konsequenzen für die Lebenden gibt. Ehren wir unsere Vorfahren, dann bleibt die Frage nach dem Umgang mit dem was sie uns hinter lassen haben. 


Der Stachel des Todes

27. September 2012, Mannablog

Es sind so Phänomene, die der Alltag enthält und gleichzeitig ganz tiefgehende Dinge, die sich kreuzen. Mein Nagellack blättert langsam ab, die Bäume verlieren ihre Blätter. Am Sonntag noch hatte ich ein kleines Kind auf dem Schoß und war begeistert von seiner Lebendigkeit und heute sehe ich einen heruntergekommenen Mann, der seine alte Mutter im Rollstuhl umher schiebt. Immer wieder hält er an, redet auf sie ein und will sie aufwecken. Aber sie bleibt regungslos mit geschlossenen Augen sitzen. Vor einigen Wochen habe ich die beiden vor einem Eiscafé getroffen, er hat ihr eine Eistüte gebracht und sich mit ihr an dem lauen Abend recht rührselig beschäftigt. Und jetzt – ist sie tot? Ist sie womöglich vorhin still und leise von ihrem Sohn gegangen, für den sie zur Lebensaufgabe geworden war?
Diese Gedanken haben mich ziemlich verfolgt und traurig gemacht. Tod und Leben, das liegt so nah beieinander. Sobald jemand in diese Welt geboren wird, hat er schon wieder Potential, zu gehen. Tod hat doch meist diesen Beigeschmack von später Zukunft. Und seine vage Existenz im öffentlichen Gespräch und Alltag bewirkt, dass wir uns einige Ausreden einfallen lassen. Ausreden dafür, unser Leben nicht so leben zu müssen, wie wir es sollten und vielleicht auch eigentlich wollen. Zumindest noch nicht. Aber werden wir wirklich irgendwann aufwachen, wenn wir uns nach dieser Prämisse richten – wenn ich noch nicht bald von der Welt gehe, hab ich noch genug Zeit um Fehler zu machen, falsche Verhaltensweisen zu verfestigen, zu bereuen und mich dann schwungartig im perfekten Schritt in Richtung Tod zu bewegen?!
Was soll das? Der Prediger in der Bibel sagte schon, dass das Leben nur ein Hauch ist. Kaufen wir die Zeit aus, so wie es geraten wird? Es geht hier nicht darum, alles zu machen, was möglich ist. Sich abzurackern und perfekt zu werden. Nein – der Prozess ist oft schon das Ziel, das wir auf dieser Erde verfolgen können. Gott an uns ranlassen, in unseren Alltag. Nicht zu verzweifeln am bevorstehenden Tod, wann auch immer der kommen mag, und auch nicht an seinen Vorwegerscheinungen – der gestorbenen menschlichen Natur, die uns selbst und anderen das Leben manchmal so schwer macht.
Lassen wir Jesus unseren Anfang und unser Ziel sein, unabhängig von Geburt und Tod. „Tod, wo ist dein Stachel?“ 1. Korinther 15,55


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