f  |   t  |   m
Gefiltert nach Tag tür Filter zurücksetzen

Das gute Gefühl des Erfolgs

08. Juni 2014

Wechsel der Bremsblöcke.
Wechsel der Bremsblöcke.
Die neuen Bremsblöcke sind gut zu erkennen.
Die neuen Bremsblöcke sind gut zu erkennen.

Erfolg ist ein gutes Gefühl, und die meisten von uns haben es hoffentlich schon wenigstens einmal gehabt. Aber was macht Erfolg aus, was ist das eigentlich?

Wenn Du an Erfolg denkst, dann kommt Dir wahrscheinlich etwas anderes in den Sinn als deinen Freunden oder mir. Manche sehen den Erfolg im prallgefüllten Bankkonto eines Businnessmans, andere in den vollgefüllten Konzerthallen eines Superstars und manche in der abgeschiedenen, einsamen Bezwingung des eigenen Körpers auf einem der höchsten Berge der Erde. Bedeutet das jetzt aber wiederum, dass wir kleinen Normalos keinen Erfolg haben können? Ist uns das gute Gefühl des Erfolgs nicht vergönnt?

Ich wachse über mich hinaus

"Soll ich es machen? Ach, ich weiß nicht. Ich habe so etwas noch nie gemacht. Ich traue mich nicht." So oder ähnlich klingt es, wenn ein Mensch es nicht wagt, etwas zu tun, was er vorher noch nie getan hat. Die Angst vor dem Ungewissen, vor dem Versagen und vor den spottenden Blicken anderer ist ein großer Faktor in dieser Unsicherheit. Ebenso mit von der Partie sind mangelndes Selbstvertrauen und manchmal auch Bequemlichkeit. 

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe noch keinen Menschen mit dieser Einstellung gesehen, der das Gefühl von Erfolg annähernd sichtbar an sich trägt. Wer auch immer Erfolg erlebt hat, konnte diesen mit Sicherheit nicht vor dem Abendprogramm des Fernsehers mit einer Tüte Chips in der Hand erreichen. Wer Erfolg hat, wächst über sich hinaus, wagt etwas und gewinnt dabei. 

Das Ziel vor Augen erreichen

Erfolg haben heißt laut Definition, selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Jetzt kommen wir der Sache also schon näher. Echter Erfolg hat also primär nichts mit Geld oder Berühmtheit zu tun. Denn es gab auch reiche Leute die sich das Leben genommen haben oder berühmte Leute, die lediglich durch zweifelhaftes Betragen auffielen. Erfolg haben kann also nur, wer sich selbst Ziele steckt und dann alles daran setzt diese zu erreichen. Das müssen auch gar keine weit entfernten Ziele sein. Es reicht ja schon, wenn Du vornimmst, heute fünf Kilometer zu laufen und dies dann auch schaffst. Natürlich kann es auch sein, dass Du Dir ein größeres Ziel vornimmst, für das Du dann Zwischenerfolge verbuchen kannst. Kein Marathonläufer wird anfangs daran gedacht haben, sofort     die ganze Strecke auf einmal zu laufen. Aber eines hat mit Sicherheit keiner von Ihnen: Das Ziel vor den Augen verloren. 

Mut, etwas zu schaffen

Es stimmt, es kostet Mut etwas neues schaffen zu wollen. Aber ich kann Dir nur Mut zusprechen. Fang mit kleinen Dingen an. Kleine Erfolge machen Lust auf mehr und öffnen Potenziale in Dir, die Du Dir vorher niemals hättest erträumen können! Mein letztes Erfolgserlebnis, war z.B. die Reparatur meines Autos, welche Wechsel der Scheinwerferanlage inklusive Frontblinker und Wechsel der Bremsblöcke umfasste. Für manch andere ist so etwas vielleicht alltägliche Arbeit, aber für mich erhielt für diesen "Mut" das tolle und lang andauernde Gefühl des Erfolgs. 

Egal was es ist, was Du eigentlich schon lange gerne machen würdest, was hält Dich zurück? Zeig deinem inneren Schweinehund, dem ewigen Angsthasen und Couchpotato die Zähne! Ich wünsche Dir alles was Du vielleicht dazu brauchen könntest: Mut, Begeisterung, Durchhaltevermögen und Kraft. Und natürlich wünsche ich Dir dabei letztendlich viel Erfolg! 

marcus

Was für ein Traum für die Sinne

30. April 2014

Ich liebe Blumen. Das läßt sich noch steigern von Blumen die einen angenehmen Duft verbreiten. Blumen die nur schön aussehen aber keinen Eigengeruch haben empfinde ich als unvollkommen.

Derzeit ist bei uns ein wahres Fest für die Sinne. Nicht nur die Augen sehen wunderbare und sehr kreative Farben. Die Pflanzen lassen sich anfassen und befassen. Was noch schöner ist, die Blumen in unserem Garten sind zum riechen schön. 

Dabei sind sie doch auch wie mancher Mensch. Der angenehme Duft ist aus einem Meter Entfernung angenehmer und lieblicher als wenn man direkt seine Nase rein hält. 

So geht es mir mit unserer Paeonie auch. Sie ist ein Traum, in jeder Hinsicht! Doch am schönsten ist sie aus einem Meter Entfernung. Weil sie so schön ist musste ich die Fotos unbedingt mit dir teilen.

claudia

Die Qualität der robusten Dinge

06. April 2014

iPod mit ausgetauschter Batterie. Copyright: Marcus Eitzenberger
iPod mit ausgetauschter Batterie. Copyright: Marcus Eitzenberger
Gute Qualität: Auf den Boden aufgeschlagenes Apogee One funktioniert noch. Copyright: Marcus Eitzenberger
Gute Qualität: Auf den Boden aufgeschlagenes Apogee One funktioniert noch. Copyright: Marcus Eitzenberger

 

Im Laufe seines Lebens nutzt ein Mensch viele Gegenstände. Manche sind von guter Qualität und halten lange, andere nicht. Doch kaum ein Gegenstand hält so lange wie der Mensch selbst.

 

 

Würde man einen Menschen am Ende seines Lebens mit sämtlichen Dingen fotografieren wollen, die er jemals besessen hat, würde man ziemlich viel Platz benötigen. Platz für sämtliche Hosen, T-Shirts, Sweater, Schuhe, Rucksäcke, Taschen, Möbel, Autos sowie Gegenstände für Hobbies wie Ski, Instrumente oder Werkzeuge.

 

Qualität

 

Jeder dieser Gegenstände hat eine gewisse Qualität und damit auch eine bestimmte Lebensspanne, die er überdauern kann. Je nach Robustheit, Häufigkeit der Nutzung und Anwendungsgebiet hält ein Gegenstand länger oder kürzer. Manche Dinge sind dafür ausgelegt, möglichst lange in Verwendung sein zu können. Ihre Qualität ist so gut, dass der Hersteller seine Kunden auch mit erhältlichen Ersatzteilen versorgt, um kleinere Reparaturen selbst vornehmen zu können. Meist spielen solche Waren allerdings in einer etwas höherpreisigen Liga. Andere wiederum sind günstig zu kaufen, weisen allerdings bereits oft bei der bestimmungsgemäßen Benutzung Mängel oder Nachteile auf und sind oft auch sehr viel schneller kaputt.

 

Robustheit

 

Robustheit zeichnet sich dadurch aus, dass mit einem Gegenstand auch mal etwas härter und weniger sorgsam umgegangen werden kann, ohne dass dieser gleich kaputt geht. Qualitative Ware ist oft sogar daraus ausgelegt, eine bestimmte Menge an „Brutalität“ gut verkraften zu können, besonders wenn es um Profiequipment geht.

 

Der zähe Mensch

 

Es gibt allerdings nur wenige Gegenstände, die die Lebenszeit eines Menschen bei andauernder Beanspruchung überdauern. Und wenn sie es tun, dann meist nur wenn man sie gut pflegt und alle paar Jahre kleinere Reparaturen daran vornimmt. Im Gegensatz dazu ist der Mensch ein wahres Meisterwerk an Robustheit und Qualität. Man muss ihn fast schon als zäh bezeichnen, im Hinblick auf die vielen Anforderungen, sowohl körperlich als auch psychisch.

Das ist nur möglich, weil der Körper mit allerhand Reparaturprogrammen ausgestattet ist, die sowohl auf körperlicher als auch geistiger Ebene unverzüglich Verletzungen wieder selbst heilen. Von kleineren Abschürfungen bis hin zu Knochenbrüchen – der Körper bekommt fast alles wieder repariert. 

 

An alles gedacht

 

Der Ingenieur unseres Körpers hat wirklich an alles gedacht, damit wir lange Freude an unserer Gesundheit und unserem Leben haben. Er hat nicht gespart und nur beste Materialien verwendet um Höchstleistungen und äußerst lange Lebensdauer zu ermöglichen. Durch eine Art „Notfallprogramm“ können wir unseren jetzigen Körper zukünftig sogar gegen einen ganz neuen eintauschen, inklusive neuer Erde. Alles neu. Dann brauchen wir unser altes Hab und Gut hier nicht mehr. Bis es allerdings soweit ist, kann ich jedem empfehlen lieber etwas mehr Geld auszugeben und gute Qualität zu kaufen. In den meisten Fällen zahlt es sich richtig aus.

marcus

Gesang der mein Ohr und mein Herz erreicht

03. April 2014

Direkt neben unserer Terrasse gibt es ein Spalier an der ein Jelängerjelieber wächst. Dort in dieser immer grünen Pflanze hat unsere Amsel ein Nest gebaut. 

Das Nest ist fertig und viel Zeit zum ausruhen hat unser Amselpärchen nicht. Abwechseln sind sie unterwegs, Futtersuche oder brühten steht auf dem Programm. 

Es scheint ihnen nicht besser zu gehen als uns. Bei uns steht reden oder schreiben auf der Arbeitsliste. Doch im Gegensatz zu uns scheint unsere Amsel das mit der worklife Balance besser hinzubekommen. Denn gerade jetzt höre ich ihre Lied durch die geöffnete Balkontür bis zu mir an den Schreibtisch.

So gerne würde ich ihren Gesang verstehen! Doch eigentlich egal, denn die Melodie ist einfach sehr schön. Mitten zwischen Mails, Abstimmung, Koordinierung, Nachfragen erreichen mich diese einzelnen Töne und bereiten in mir eine Melodie der Freude. 

So schafft es meine Amsel, die sicher auch müde vom Tag ist, mein Herz und alle Geschäftigkeit die sich davor ablagern will zu durchdringen. 

Ach, mein Bruder Jesus. Danke, dass du nicht willst, dass die Arbeit mich nieder ringt und danke, dass es dafür so kleine Geschöpfe wie Amseln gibt, die mich daran erinnern.

claudia

Trockenheit

31. März 2014

Es ist Frühling, wie wunderbar! Alles in unserem Garten ist auf dem Weg zum blühen. Unsere Forsythie leuchtet in einem satten goldgelb, zur Freude für uns alle und weithin sichtbar.

Während wir uns an der Pracht des zurück kehrenden Lebens freuen, sind wir etwas erschreckt von der großen Trockenheit. Ja, es ist ein erstaunliches Frühjahr. Noch nie war die Natur Ende März so weit voran geschritten und noch nie mussten wir bereits im März intensiv gießen, damit die Pflanzen ihre Kraft erhalten und weiter wachsen.

Das erinnert mich an den Bon vom Wochenende. Alex und ich schauten gemeinsam "Ein Quantum Trost". In dem James Bond Film geht es um die für uns alle lebenswichtige Ressource, Wasser. Der bereits 2008 gedrehte Film zeigt nur einen kleinen wahrscheinlich dafür sehr realen Kampf der bereits um Ressourcen wie Wasser gekämpft wird. Der Film geht offen aus.

So geht es uns derzeit auf dieser Erde auch. Wir kämpfen um Ressourcen von seltenen Rohstoffen und um Wasser. Heute stellt der Weltklimarat seinen aktuellen Bericht vor. Kurz ausgedrückt heisst es: 

Weltklimarat warnt vor Dürre, Hitze und Überflutung 

Das Szenario was sich darin für unsere Zukunft darin findet, ist alles andere als erbaulich. Laut Bericht haben wir wohl nur die Wahl zwischen zu viel ungenießbaren Wasser und zu wenig.

Schuldig wird darin der Mensch gesprochen. Seine Ausbeutung und Gier nach Profit, treiben den CO2 Ausstoß immer weiter in die Höhe. Die Aufforderung an die Staaten der Welt gemeinsam an einer Lösung für den Erhalt der Erde zu arbeiten verhallen bis jetzt ohne Konsequenz.  

Wenn ich nur alleine den Bericht in der Süddeutschen Zeitung zu Ende lese, entwickelt sich ein schaler Geschmack auf die Zukunft. Es dauert einige Sekunden, bis sich ein Hoffnungsschimmer in meinem Gesicht breit macht.

Bereits in der Bibel steht, dass der Mensch die Erde zu Grund richten wird. Doch gleichzeitig mit dieser negativen Ankündigung, gibt es einen Rettungsanker. Weil wir Menschen uns nicht selbst aus dem Sumpf ziehen können, wurde ein Plan entwickelt uns Menschen zu befreien. Dieser Plan wurde umgesetzt und ist immer noch aktiv. Wenn diese Erde einmal nicht mehr zu retten sein wird, dann kommt Jesus und wird eine neue Erde schaffen.

Das Geniale an dieser neuen Erde ist, dass die darauf lebenden Menschen nicht mehr dem Gesetz der Gier und des Profitstrebens unterliegen werden. In dem Jesus uns Menschen raus zieht, gibt er uns auch die Möglichkeit das alles los zu lassen. 

Lese ich diese Prognosen über die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte, dann erfüllt es mein Herz mit Trauer über uns Menschen. Doch gleichzeitig bin ich voller Hoffnung, weil ich weiß das es nicht das Ende ist. 

claudia

Bienen beim Trinken

12. März 2014

Bei uns an der Terrasse steht eine Vogeltränke. Hauptnutzer ist unsere Hausamsel. Ihr beim Baden und Trinken zuzuschauen macht immer wieder Freude. Nach einem solchen Bad finden wir die Tränke mit einem deutlich reduzierten Wasserstand, dafür die Fläche drum herum gut gegossen.

Derzeit aber hat eine für uns neue Nutzergruppe die Tränke okkupiert. Nach der Definition von Alex sind des Bienen. Mama meint, dafür wären sie zu klein. Ich weiß es nicht. Der Einfachheit halber bleiben wir mal bei Bienen.

Sobald es warm wird sind sie da, bis zum Abend. Ein reger Flugbetrieb, der sich von uns nicht irritieren lässt. Sie kommen, wir wissen nicht woher, trinken und fliegen weg. In Spitzenzeiten gibt es einen regelrechten Konkurrenzkampf um den Platz am Wasser. Dabei kann auch mal eine Biene ins tiefe Wasser kommen und ertrinken.

Es ist wirklich erstaunlich. Als wir dieser Tage die Hecke direkt daneben schnitten, gab es keine Unterbrechung im Flugverhalten und Störung. Wir und diese kleinen Tiere leben friedlichen nebeneinander.

Alex achtet immer darauf, dass genug Wasser für sie da ist. Meistens tut er es am Abend, damit kein Tier dabei zu schaden kommt. Als neulich eine Biene am Ertrinken war, half er bei der Rettung. Ein kleiner Buchszweig war schnell gefunden und zur Rettung in den Weg geschoben. 

Für die Biene war das Rettung von außen. Plötzlich gab es da einen Halt und Sicherheit, ohne dass sie selbst diese hätte machen können. Als ich Alex dabei zuschaute musste ich an meinen Vater im Himmel denken und lachen. Ich glaube, manches Mal ist sein Handeln an uns ähnlich dem Verhältnis von uns zu diesen kleinen Bienen. 

claudia

Licht in der Mitte des Sturms

02. März 2014

Vieste, Gargano. Copyright: Emma Eitzenberger.
Vieste, Gargano. Copyright: Emma Eitzenberger.

Mitten im Sturm gibt es Momente, in denen alles aufklart und hell wird. Die Sonne erscheint und für einen Moment ist alles gut.

 

So einen Moment haben wir im letzten Jahr auch in Süditalien erlebt, in der Stadt Vieste im Gargano, direkt am Meer. Es war sehr windig und rings umher dunkle Wolken. Das Meer war aufgewühlt und verteilte seinen salzigen Duft überall in der Luft um uns her. Die dunkelblaue Stimmung erhielt urplötzlich einen fast magischen Glanz, als die Sonne durch die Wolkendecke brach und alles in ein goldenes Licht tauchte. Die Stimmung war einfach unbeschreiblich – es war windig und warm zugleich, dunkel, neblig und bedrohlich aber auch hell und voller Glanz. Meine Frau und ich werden diesen Moment wohl niemals vergessen.

Wir wollen Dich an diesem tollen Moment teilhaben lassen, zumindest mit einem der Bilder, die meine Frau und ich in diesem Moment geschossen haben. Und wenn bei dir einmal die Wolken und der Sturm überhand nehmen, dann denk immer daran: die Sonne ist immer da, auch wenn Du sie nicht sehen kannst.

marcus

Faszination und Staunen

08. Februar 2014

Bis eben war mein Fenster zu. Es ist draußen noch etwas kühl, nachdem der Schnee von neulich wieder weggeschmolzen ist. Zumindest kommt es mir kalt vor im Gegensatz zu der Heizungsluft, die mich umgibt.

Das Fenster ist jetzt offen, weil ich trotz der recht guten Abdichtung Gepiepse gehört habe. Draußen unterhalten sich lautstark kleine Vögel. Gezwitscher füllt die Atmosphäre, die sonst von den Autos dominiert wird, die ihre Fahrer ins Wochenende bringen. Diese Freude, die die kleinen Geschöpfe ausdrücken, ist total ansteckend. Sie sind aufgeregt und eigentlich weiß ich nicht warum. Aber es weckt so eine Sehnsucht nach dem Sommer in mir, naja, Frühlingsgefühle wahrscheinlich. Vielleicht haben die Tiere keinen besonderen Anlass, aber scheinbar verschwenden sie großzügig ihre Zeit um ein Liedchen nach dem anderen zu trällern.

 

Das Wetter ist in den letzten Tagen echt ein Phänomen. In Kombination mit dem endenden Semester hat der strahlend blaue Himmel und die warme Sonne, die in die Uni geschienen hat, wirklich Wunder gewirkt. Na gut, vielleicht schiebe ich das jetzt einfach darauf. Aber ich konnte mich kaum dagegen wehren, dass ich mich unweigerlich gefreut habe, wenn der Tag angefangen hat. Heute Morgen war ich noch ziemlich müde, aber beim Blick aus dem Fenster hat mich der rosa Sonnenaufgang einfach begeistert. Als würde Gott mich mit einem Blumenstrauß begrüßen und Farbe in den Tag gießen.

Als Kind bin ich viel draußen gewesen und habe Natur auf ganz andere Weise wahrgenommen als heute. Ich weiß noch, dass ich im Garten herumgerobbt bin, Gras ausgerupft und darauf gepfiffen und Sauerampfer probiert habe. Ich habe Kränze aus Blumen geflochten, meiner Mama Fliederblüten gebracht, damit sie sie ins Wasser stellt. Mit meinen kleinen Freunden habe ich Regenwürmer aus der Erde gegraben, Marienkäfer auf der Hand krabbeln lassen, habe bunte Raupen bestaunt und bin vor Ohrwürmern abgehauen. Im Wald habe ich Bäumen die Rinde abgeschält und konnte das frische Holz riechen.

Ich bin über tauende Eisflächen auf Feldern und Wiesen gelaufen, habe schöne Steine auf Wegen aufgesammelt und Gräser von unten nach oben abgezogen. Im Herbst konnten wir Kastanien und Eicheln sammeln und für wenige Pfennige pro Kilo beim Förster abgeben. Wenn wir auf Bäume geklettert sind, hatten wir Harz an den Fingern und die Äpfel aus dem Garten waren sauer und hatten braune Stellen. Barfuß ging es im Sommer über den warmen Asphaltboden, um dann in die trockenen Straßengräben zu rutschen.

Ich glaube, die Beispiele reichen aus, damit man mir glaubt, dass ich ein Dorfkind war. Ziemlich witzig, dass man nach so vielen Jahren, in denen das Dorf auch so langweilig war, das alles doch so einen nostalgischen Charme bekommt. Es brauchte damals nicht viel, um glücklich zu sein. Die Welt war spannend und total reich an Möglichkeiten. Wenn uns Kindern langweilig war, haben wir im Garten Suppe aus Gräsern „gekocht“ und fantasievoll überlegt, was wir sonst mit dem anfangen, was wir zur Verfügung hatten. Durch den Rasensprenger zu laufen war cooler als jedes Schwimmbad.

Dieses Staunen und das damit verbundene Lebensgefühl kann man verlieren. Man kann Bildschirme und Smartphones vor den Augen haben, oder den Terminplan oder – du weißt bestimmt selbst, was alles. Ich vermute, wenn jemand Kinder hat, wird er wieder mehr mit dem Staunen konfrontiert und mit der Frage, ob man sich noch mal darauf einlassen möchte. Ich denke, sich von der Schöpfung faszinieren zu lassen, ist der simpelste Weg Gottes, unser Herz zu erreichen und zu berühren. Eine Reinform von Anbetung für den Schöpfer.

Mir ist klar, dass das Leben eines Erwachsenen im seltensten Fall so ist wie das eines Kindes. Das soll auch überhaupt nicht so sein. Aber wenn dir das Staunen fehlt und du vielleicht auch denkst, dass es deiner „erwachsenen“ Welt fehlt, dann fang doch langsam wieder damit an. Du kannst dir die Kamera schnappen und die Natur fotografieren, die dadurch eine besondere Plattform bekommt. Schau dir mal einen Naturbildband an, wenn du in der Bahnhofsbuchhandlung auf den Zug wartest. Oder steh früh auf und schau dir den Sonnenaufgang an. Für ein Picknick ist es wahrscheinlich noch zu kalt, aber Valentinstag steht ja vor der Tür. Vielleicht will sich ein Pärchen mal warm einpacken und dann auf eine Grünfläche setzen? Natur macht kreativ, denke ich, weil sie selbst total kreativ gemacht ist. Und es gibt sicher viele kreative Wege, die uns das entdecken lassen.

Sprachverständnis und der "Aha-Effekt"

26. Januar 2014

Stéphanie Kilgast http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de

Sprache ist unser hauptsächliches Mittel, um Informationen weiterzugeben. Ob wir die Informationen auch immer verstehen können, steht auf einem anderen Blatt. 

Die Rolltreppe, die nach unten führt ist ziemlich lang. Dicht gedrängt stehen die Menschen hintereinander, wobei sie links eine Trasse für diejenigen lassen, die es eilig haben. Das macht man in München so. Endlich unten angekommen, gehe ich den Bahnsteig entlang und steuere auf einen der Glaskästen zu, hinter denen ich einen Streckenplan vermute. Ich habe Glück und finde gleich einen, der mir in vertrauter Weise zeigt, welchen Zug ich nehmen muss, um mein Ziel zu erreichen.

Vertrautheit

Ich verstehe den Fahrplan, weil ich schon in jungem Alter lesen gelernt habe und mittlerweile weiß, wie ich mich auf solch einem Streckennetz orientieren muss. Gott sei Dank ist man als Mensch ja intelligent und kann mit so ziemlich allem umgehen lernen, was einem das Leben vor die Augen bringt. Irgendwann ist eine bestimmte Sache vertraut, und man muss nicht mehr überlegen und herausfinden, wie es funktioniert. Man kann es einfach. Und selbst wenn es nur so eine banale Sache ist, wie diesen Streckenplan zu lesen nüchtern betrachtet ist es eine Meisterleistung des Gehirns.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, ich habe eine ähnliche Situation schon Indien erlebt...allerdings mit weniger Erfolg. Die Schrift auf dem Fahrplan gestalte sich genauso kringelig und schwierig zu lesen für mich, wie alles andere. Ich war auf fremde Hilfe angewiesen. Die Schrift war mir einfach nicht vertraut, und somit war es mir auch unmöglich, die für mich wichtige Information herauszuholen.

Vergangenheit

Nicht nur in anderen Kulturen stoßen wir Menschen somit auf eine manchmal fast unüberwindbare Barriere. Wir brauchen bloß einmal ein altes Buch zur Hand nehmen und versuchen, darin zu lesen. Erstens wird uns bereits die alte Schrift dabei Schwierigkeiten bereiten und zweitens die Wahl der Wörter inklusive Grammatik und Ausdrucksweise. Das Buch wird sich lesen, als wäre es aus einer anderen Welt, was es letztlich auch ist. Aber nicht nur mit Büchern ist das so mit Filmen erleben wir es ähnlich. Sogar Möbel und Kleidung erscheinen uns sonderbar, wenn sie aus einer anderen Zeit als der unseren sind.

Das Alte im neuen Gewand

Viele verstehen sich jedoch meisterlich darin, Kleidung oder Möbel aus einer anderen Zeit neu zu interpretieren oder gekonnt in heutige Mode und Architektur einzubinden. Somit schaffen sie etwas Neues, was uns das Alte behalten lässt. Dies geschieht aber in einer Art und Weise, die wir verstehen und deren Schönheit wir begreifen können. Auch Filme und Bücher werden neu gemacht. Ein Stück Inhalt — übersetzt und relevant gemacht für unsere Zeit. Ein wahrer "Aha-Effekt".

Auf diese Weise wurde z.B. Shakespeares "Romeo und Julia" in einer neuen Geschichte verfilmt, die Millionen Zuschauer im Kino zum Weinen brachte.

Ein anderes Stück Literatur erfährt seit Jahrhunderten den selben Prozess: es wird an die Sprache einer neuen Generation angepasst. Die Bibel ist ein Buch, das jeder neuen Generation etwas zu sagen hat. Die Geschichten, die wir darin finden, berühren auch heute noch das Herz von Millionen Menschen. Kaum jemand kann sie allerdings in ihrer originalen Sprache und Fassung lesen, die meisten tun sich ja schwer sie in altem Deutsch zu lesen.

Für mich ist das auch absolut logisch. Es gibt einen Grund, warum wir Menschen immer wieder das Alte mit dem Neuen verbinden: nur so kann es unser Herz berühren, weil es unsere Sprache spricht.

Ich wünsche dir, dass du dich immer wieder davon begeistern lässt, nach alten Schätzen zu graben und diese neu für dich zu entdecken. Falls die Bibel bisher für dich nur ein angestaubtes, altes Buch mit einer komischen Sprache war, dann versuche doch einmal, sie in deiner eigenen Sprache zu entdecken. Du findest bestimmt eine Übersetzung, die deine Sprache spricht.

marcus