Kleine Perle – großer Unterschied

Viele fragen sich, ob sie mit ihren Taten überhaupt einen Unterschied machen. Ich kann mit Sicherheit sagen: Ja, auch die kleinste gute Tat macht einen großen Unterschied. Nehmen wir als Beispiel die Armbänder, die wir als Gibbor an Frauen in komplizierten Situationen verteilen. Diese Armbänder zeigen ihnen, dass sie nicht alleine sind, dass es Hoffnung gibt und dass sie gesehen sowie unterstützt werden.

Aber wie kommt es überhaupt zu diesen Armbändern?

Aller Anfang ist klein…

Das Ganze startet auf der italienischen Insel Murano mit Sebastiano und grün gefärbtem Glas. Sebastiano nimmt dieses Glas, schneidet eine kleine Perle aus und schleift sie, bis sie glatt ist. Diese Perle, nennen wir sie mal Jade, landet in einer Box mit ganz vielen ähnlich aussehenden Perlen. Diese Box wird nun, mit vielen anderen Boxen zusammen, auf ein Boot geladen, das sie zu einem nahegelegenen Hafen bringt. Von dort aus werden die Boxen in einen LKW geladen, der sie zu einer Halle fährt.

Ganz schön viel los hier…

In der Halle werden die Boxen ausgeladen und an verschiedenen Stationen verteilt. Die Box mit unserer Jade landet an Station 7. An Station 7 arbeitet Martin zusammen mit einer Sortiermaschine. Martin gibt unsere Perle jetzt in die Maschine, die sie auf einem Laufband zu einer Plastikkiste mit vielen Abteilen bringt. In der Plastikkiste sind schon andere Perlen in ganz vielen unterschiedlichen Farben: rot, gelb, blau, lila und pink. Die Plastikkiste mit Jade und ihren neuen Mitbewohnern reist jetzt auf einem Roboterwagen zu Lisa, die nebenan in Halle 2 arbeitet.

So viele neue Eindrücke…

Lisa arbeitet hier mit einer Maschine zusammen, die Etiketten bedruckt und aufklebt. Sie wählt das richtige Etikett für die Kiste mit unserer kleinen Jade und die Maschine druckt das Etikett und klebt es auf die Kiste. Nachdem Lisa Jades Kiste nun richtig beschriftet hat, schickt sie die Kiste auf einem Laufband zur Verpackungsstation. Hier erwartet Alina unsere Perle mitsamt Kiste schon.

Alina schweißt unsere Kiste jetzt ein, damit ihr auf der Weiterreise nichts passiert. Dann packt sie Jades Plastikkiste, zusammen mit weiteren Kisten, in einen Pappkarton, der auf eine Palette geladen wird. Damian nimmt diese Palette jetzt mit seinem Gabelstapler in Empfang und lädt sie in einen LKW.

Wo es jetzt wohl hingeht?

Der volle LKW bringt die Palette mit unserer Perle zu einem Flugzeug, das die Perlen nach Frankfurt am Main fliegt. Am Flughafen wartet Christian mit einem Frachtguttransporter auf den Karton mit unserer Jade. Er bringt ihn zu einer Lagerhalle, wo er den Karton an einen Transporter nach München abgibt.

In München wartet Linda auf die Plastikkiste mit Jade. Sie nimmt die Plastikkiste aus ihrem Pappkarton und überprüft, ob sie beschädigt wurde. Da unserer Perle und ihrer Verpackung nichts passiert ist, schickt Linda sie jetzt zu Claudia, die in Landshut schon auf die neue Lieferung Glasperlen wartet.

Was passiert jetzt mit unserer Perle?

In Landshut freut sich Claudia, dass die neuen Glasperlen gerade noch rechtzeitig angekommen sind, denn sie fährt morgen zu ihrer Freundin Christa. Christa ist Künstlerin und fädelt fleißig Armbänder aus den verschiedensten Perlen.

Am nächsten Morgen packt Claudia die Plastikkiste mit Jade und ein paar weitere Sachen für Christa ein und fährt mit ihrem Auto los. Endlich kommt Claudia mit dem Perlennachschub bei Christa an. Christa freut sich sehr darüber, denn sie war in den letzten Wochen fleißig und hat 300 Armbänder gefädelt.

Als Claudia sich die fertigen Armbänder genauer anschaut, stellt sie fest, dass alle etwas unterschiedlich aussehen und es keine zwei gleichen Armbänder gibt. Das liegt daran, dass Christa sich bei jedem Armband Gedanken darüber macht, was am besten zusammenpasst. Bevor Christa die Armbänder auffädelt, legt sie alle Teile in der Reihenfolge, in der sie sie auffädeln möchte, auf ein Holzbrett. Damit stellt sie sicher, dass die Farben der Armbänder gut zusammenpassen und so viel Freude wie möglich verbreiten. Christa schaut sich ihre neuen Glasperlen etwas genauer an und entdeckt auch unsere grüne Perle Jade, die ihr besonders gut gefällt. Sie entschließt sich, diese Perle direkt für ein wunderschönes Armband zu nutzen.

„Wozu sind denn die ganzen Armbänder?“

Das fragt sich unsere kleine Jade auch. Eine rote Perle, Ruby, die schon etwas länger bei Christa ist, kann diese Frage beantworten. Ruby erklärt Jade, dass Claudia zusammen mit ein paar anderen Frauen die Armbänder an Frauen und ihre Kinder verteilt, die Unterstützung brauchen. Die Armbänder sollen Hoffnung spenden und Freude bringen. Ruby erklärt: „Claudia wurde von Gott dazu aufgefordert, Frauen, Kindern und Jugendlichen in komplizierten oder überfordernden Situationen zu helfen.“ Sie erzählt, dass Claudia, mithilfe von Christa und vielen anderen, dazu berufen wurde, anderen von Gott und seiner Liebe zu erzählen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.
Als Jade das hört, freut sie sich, auch ein Teil des Ganzen zu sein und Hoffnung sowie kleine Glücksmomente zu verteilen.

Was bedeutet das jetzt für mich?

Wenn eine kleine Perle mithilfe eines Armbands schon so viel Hoffnung und Freude schenken kann, wie viel Freude können wir dann erst verschenken? Ich bin der festen Überzeugung, dass selbst die kleinen Dinge, wie zum Beispiel ein Lächeln, eine helfende Hand beim Tragen oder Hilfe beim Überqueren der Straße, einen großen Unterschied machen können. Vor allem, wenn wir sie mit Gott an unserer Seite tun, denn genau dann scheint seine Liebe zu uns allen durch. Exakt diese kleinen Taten zeigen nämlich, dass man gesehen wird, und sie spiegeln wider, wie Gott ist.

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