Was bedeutet Pfingsten für mich?
An diesen Tagen feiern wir Pfingsten. Wir, das sind alle Menschen, die ihr Leben Jesus anvertrauten und sein Leben an dieser Stelle erhielten. Warum ist Pfingsten überhaupt relevant? Denn eigentlich kann es mir doch egal sein, dass vor 2000 Jahren ein paar Menschen etwas verrücktes erlebten.
Ich will dir etwas von meinem Mann erzählen. Als wir uns entschieden haben, zu heiraten, war das kein romantischer Anflug von vielen Emotionen. Es war eine logische Entscheidung, die aufgrund von dreieinhalb Jahren gewachsenem Vertrauen von uns Beiden getroffen wurde. Wir heirateten also. Das, was danach geschah, war, dass wir – obwohl wir jeweils eigene Persönlichkeiten waren – zu einer wurden. Wir wurden Eins – in unserem Denken, in dem, was uns bewegt und wofür wir stehen, wie wir unser Leben leben und was wir gerne machen. Für mich ist dies das beste Symbol für das, was Pfingsten ist.
Pfingsten ist Teil 2 zu Ostern
Gäbe es Pfingsten nicht, dann würde der Realitätsnachweis zu Ostern fehlen.
Stell dir einmal vor, du wärst ein Jünger von Jesus. Es muss ja nicht gleich Petrus oder Johannes sein, es gibt noch ein paar mehr. 🙂 Die zwölf Jungs waren mit Jesus immer zusammen. Sie erlebten verrückte Dinge mit ihm. Ihr Vertrauen zu ihm wuchs und wurde so stark, dass sie sich ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen konnten und wollten. Und dann sagt Jesus, dass er geht und ihnen einen Ratgeber schicken wird (Johannes 14,15ff). Jemanden, der mit ihnen ist und das immer und überall.
Was wäre geschehen, wenn Jesus gestorben, auferstanden und dann wieder gegangen wäre? Es wäre für die Jungs und alle, die Jesus kennengelernt hatten, nur eine Erinnerung an eine vergangene Zeit und eine Hoffnung auf eine irgendwann kommende Zeit gewesen. Beides wäre mit der Zeit in ihnen verblasst. Der Alltag mit all seinen Sorgen und Herausforderungen hätte sie gefangen genommen und es wäre gewesen wie „es von Anfang der Welt gewesen ist“.
Pfingsten hat den Beweis erbracht, dass jetzt alles anders ist. Doch was eigentlich?

Der Heilige Geist – Was macht der eigentlich?
Die nachfolgende Aufzählung ist sicher nicht vollständig.
Jesus selbst hat ihn als Ratgeber und Tröster bezeichnet.( Johannes 14,26) Genauso erlebe ich ihn. Frage ich ihn, bekomme ich eine Antwort. (Wenn ich nur mehr fragen würde, bevor ich etwas tue und nicht erst hinterher.) Weiter nennt ihn Jesus Lehrer. Es ist wirklich beeindruckend, dass er tatsächlich Dinge erklärt, die mir so nie auffallen würden.
Jesus sagt auch, dass dieser Ratgeber uns hilft, Dinge zu verstehen, die wir sonst einfach nicht sehen können. Immer wieder sagen Menschen: „Du musst es selbst erleben, um zu wissen, worüber du redest.“ Nun, mit diesem Ratgeber ist es nicht anders. Es kann sich keiner vorstellen, der ihn nicht kennt. Genau das ist es, was Jesus in Johannes 14,17 sagt.
Er macht klar, dass dieser Ratgeber etwas Besonderes ist. Er ist nur für die Menschen da, die mit Jesus gehen und ihn als Tür und seinen Tod am Kreuz als für sie bestimmt nehmen. Für alle anderen ist dieser Ratgeber im wahrsten Sinne des Wortes ein Buch mit sieben Siegeln.
Gottes sichere Zusagen für uns:
| Durch Gottes Geist kann ich seine Geschenke erkennen | 1.Kor 2,12 |
| Gott hat mich als Wohnort erwählt | 1.Kor 3,16 |
| Gottes Geist in meinem Herzen bestätigt, dass ich sein Kind bin | 2.Kor 1,21-22 |
| Gottes Geist ist meine Bestätigung für ein Leben im Reich Gottes | 2.Kor 5,5 |
| Jesus hat mich gerettet, weil ich es nicht selbst kann | Titus 3,5-6 |
| Gott hat mich auserwählt | 1.Joh 2,20 |
| Gottes Geist ist mein Lehrer | 1.Joh 2,27 |
| Gottes Geist bestätigt das liebevolle Handeln des Vaters an mir | Gal 3,14 |
| Gottes Geist wohnt (immer) in mir | Eph 2,22 |
Wie gehört die Liebe jetzt da hinein?
Gottes Geist ist die individuelle Verbindung eines jeden Kindes zu seiner Familie und damit zu Jesus und zu Gott als Vater. Es ist die direkte und alles sichernde Beziehung. Gottes Geist ist Ratgeber und Freund. Er bringt in unser Leben, was Jesus zugesagt hat. Es ist nicht nur das theoretische Wissen; es ist die praktische Umsetzung, warum Jesus sagen konnte: „Ihr werdet größere Dinge tun als ich.“ Dies meint, die Liebe des Vaters auszudrücken und seine Liebe zu leben. Und Liebe ist immer Handeln.
An der Stelle schließt sich der Kreis, denn das Gespräch zwischen Jesus und seinen Jungs begann mit der Ansage: „Ein neues Gebot gebe ich, dass ihr einander liebt.“ Diese Liebe ist das Erkennungszeichen für alle Menschen, dass wir zu Jesus gehören.

Was bedeutet das für mich persönlich?
Dieser Tage ging es um Kinder zu Beginn der Pubertät und ihre Frage, was Liebe ist und warum diese Liebe innerhalb kürzester Zeit die persönliche Welt so sehr auf den Kopf stellt, dass man bereit ist, Dinge zu tun, die man sonst nicht tun würde. Diese Kinder konnten sich nicht vorstellen, wie stark und alles verändernd diese Liebe sein kann. Und genau das ist die Sache mit dem Geist Gottes, den Jesus als Ratgeber und Tröster bezeichnet.
Erst wenn du mit Jesus gehst und dieser Ratgeber in deinem Herzen eingezogen ist, wirst du buchstäblich alles mit anderen Augen sehen. Ich wünsche mir für dich, dass du das erlebst.