Dünnwandig, mit Herzblut gefüllt

Ich habe heute den Vers in der Bibel gelesen, in dem steht, dass wir der Ton in Gottes Händen sind. An anderen Stellen wird auch deutlich, dass wir Gefäße sind, die vom Heiligen Geist erfüllt Gottes Zielen dienen. Wie sehen seine Gefäße nun wirklich aus?

Ein Gefäß kann auch mit ihm untypischen Dingen gefüllt werden, die es verunreinigen. Dann ist es nötig, dass unser Töpfer uns wieder rein wäscht. Vielleicht ist es sogar nötig, dass unsere Existenz Risse bekommt, damit wir merken, dass wir zu durchlässig geworden sind. Dass wir nicht mehr dem Ziel dienen, zu dem wir geschaffen wurden. Dann kann uns Gott mit seinen liebevollen, aber auch starken Händen wieder in Form bringen und neu brennen.

Ich war mit meiner Familie heute in einer Töpferstube. Die Töpferin hat uns erklärt, dass eine Tontasse mit dünner Wand nicht so viel Wärme schluckt und somit mehr Aroma im Getränk belässt. Das hat mich jetzt daran erinnert, dass auch wir Menschen als Gefäße hin und wieder die Wärme in uns selbst ziehen wollen und dass dann ein eher fader, kühler Geschmack für unsere Mitmenschen übrig bleibt. Dienen wir noch dem Ziel, wenn wir uns selbst erst unseren Anteil an Kuschelfaktor nehmen und das, was übrig bleibt, den wirklichen Adressaten abgeben?

Töpferstube

Diese Frage stellt sich mir besonders auch in Momenten, wo ich eigentlich mal einen ganzen Tag für mich nehmen könnte. Ich erwarte wahrscheinlich eine total Zufriedenheit, wenn ich mal nur faulenze und es mir gut gehen lasse. Aber komischerweise stellt sich die dann doch nicht ein und ich fühle mich erst dann richtig zufrieden und glücklich, wenn ich jemandem helfen konnte. So ging es mir zum Beispiel, als ich gestern die Wohnung meiner Familie sauber gemacht habe, obwohl ich hier meinen Urlaub verbringe.

Was die Frau in der Töpferstube noch sagte, war, dass die Menschen, die etwas Getöpfertes benutzen, merken, ob es mit Liebe und Begeisterung gemacht wurde oder ob es nur aus Routine und Pflichtbewusstsein entstanden ist. Irgendwann wird es langweilig, wenn wir nur für uns selbst das Gute nehmen und wenn wir das Gute für Andere nur tun, weil es von uns erwartet wird.

Ich finde es wirklich erstaunlich, wie Gott durch so etwas zu uns redet! Bleiben wir weiter offene Gefäße, die sich von ihm formen und füllen lassen und zu dem Zweck eingesetzt werden können, der für uns vorgesehen ist.

Anne
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