
Auf dem Kongress „The Sun Still Shines“ hat Vanesa Pizzuto Andachten zum Thema „Voice Of God“ (die Stimme Gottes) gehalten. Jeden Tag hat sie uns 3 Tipps gegeben, wie wir Gottes Stimme besser hören können.
Weil ihre Gedanken für mich inspirierend waren, möchte ich sie mit dir teilen. Ich wünsche dir, dass ihre Gedanken auch dein Herz ansprechen.
1. No Special Effects (keine Special Effects)
Der erste Punkt, den Vanesa genannt hat, war, dass Gottes Stimme nicht so sein wird, wie du sie dir vorstellst. In den allermeisten Fällen hat Gottes Stimme keine Special Effects. Sie ist nicht laut und drängend, nicht zu ignorieren. Gottes Stimme wird in den meisten Fällen wie eine Art Bauchgefühl oder Überzeugung oder wie deine eigene Stimme klingen. Gottes Stimme ist leise, aber dennoch eindringlich. Manchmal wird sie wie ein Flüstern oder der Wind wahrgenommen. Die Oma von Claudia hat immer gesagt, die erste und ganz leise Stimme (Gedanke) kommt von Gott.
Wir erwarten Gottes Stimme in atemberaubenden, beeindruckenden, filmreifen Soundeffekten zu finden, aber normalerweise kommt sie als ein Flüstern. […] Meistens scheint seine Stimme ganz gewöhnlich zu sein, nur ein Anstupser oder ein Gefühl, eine hartnäckige Idee oder ein dringender Appell an einem langweiligen Abend. Ein Flüstern. (eigene Übersetzung)
Hearing God in Conversation: How to recognize His Voice everywhere, Samuel C. Williamson
Du wirst Gott vermutlich in der Form von inspirierenden Gedanken wahrnehmen. Hierbei ist ganz wichtig zu beachten, dass Gott selten mit komplexen Worten spricht und seltenst schwierige Dinge von dir verlangt. Gott gibt dir meistens moralische und einfache Gedanken, wie z.B. ‚Rufe deine Mutter an‘. Das ist nicht kompliziert und schadet auf keinen Fall, aber vielleicht hat deine Mutter diesen Anruf gerade gebraucht.
Wenn du denkst, Gott spricht mit dir, aber das, was Er sagt, ist nicht moralisch, dann war das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht Gott. Wenn das, was Er sagt, nicht einfach ist, solltest du dich nicht direkt hineinstürzen, sondern nochmal nachfragen, ob das wirklich von Gott kam. In dem Fall empfehle ich dir auch, das mit deiner Familie und anderen Christen zu besprechen und im Gebet nochmal vor Gott zu bringen. Gleiche das, was du hörst, mit dem ab, was in der Bibel steht (Dazu später mehr).
2. Silence the Inner Critic (Lasse den inneren Kritiker verstummen)
Wir haben alle diese nagende innere Stimme, die immer alles kritisiert und schlechtredet. Es ist wichtig, Gottes Stimme von diesem inneren Kritiker unterscheiden zu können. Dieser innere Kritiker entsteht nämlich aus unseren eigenen Ängsten und Befürchtungen.
Und ist Gott nicht viel größer als unsere Angst? Gottes Stimme ist immer liebevoll und respektvoll. Sie verurteilt weder dich und deine Taten noch die anderen und deren Taten. Gott ermahnt dich und möchte dir etwas ganz klar aufzeigen, tut das jedoch immer aus Liebe heraus und nicht lautstark und dominant von oben herab. Gottes Stimme hält dich in der Gegenwart und wirkt meist beruhigend.

Falls die Nachricht, die du hörst, wenn du versuchst, seinen persönlichen Willen und Plan für dein Leben zu erkennen, verurteilend oder in Angst oder Einschüchterung verwurzelt ist […] dann ist es nicht die Stimme von Gott, der dich liebt. Es ist die Stimme deines Feindes, die versucht, deine Verletzlichkeit auszunutzen, um dich zu täuschen. (eigene Übersetzung)
Discerning the Voice of God: How to recognize when God is speaking, Priscilla Shirer
| Die Stimme Gottes | Die Stimme des inneren Kritikers |
|---|---|
| Freundlich/Liebevoll | Bösartig/Spöttisch |
| Sagt die Wahrheit (Du bist immer noch Kind Gottes) | Lügen (Gott kann dich so niemals lieben) |
| Führt zu Hoffnung | Führt zu Verzweiflung |
| Leitet | Manipuliert |
| Spezifisch („Das war falsch“) | Stereotypen („Du kannst nichts richtig machen“) |
| Hilft dir, im Jetzt zu leben (Gott zu erleben) | Bindet dich an die Vergangenheit oder katapultiert dich in die Zukunft |
| Leise, aber kräftig | Laut, aber schwach |
3. One Size Fits None (Eine einheitliche Größe passt niemandem)
Hattest du schon mal eine Hose oder ein T-Shirt, in dem ‚One Size‘ steht? Es passt dir wahrscheinlich, aber passt es gut? Sitzt es gut? Wahrscheinlich nicht. Das ist genau das, was Vanesa mit diesem Punkt meint. Zu jedem spricht Gott in der für ihn passenden Weise. Es ist immer der gleiche Gott, der spricht, aber er spricht zu jedem auf individuelle Art und Weise.
Während deine Freundin, wenn sie Gottes Stimme hört, inneren Frieden verspürt, fühlst du vielleicht Zurückhaltung oder Scheu. Jeder reagiert anders, wenn er Gottes Stimme hört. Deine Reaktion ist zum einen kontextabhängig, zum anderen abhängig von deiner momentanen Lebenssituation. Und du wirst auch nicht das Gleiche wie deine Freunde hören. Das ist jedoch ganz normal, da Gott zu jedem individuell spricht; nämlich so, wie es für dich gerade am besten ist. Also wundere dich nicht, wenn du keinen Frieden verspürst, wenn du Gottes Stimme hörst. Es ist ganz natürlich, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Reaktionen auf die Stimme Gottes haben. Wichtig ist, sie als das wahrzunehmen, was sie ist.
Der „Friedens“-Ratschlag ist die vorherrschende Lehre, der ich begegne, wenn es darum geht, Gottes Stimme zu erkennen. Aber ich halte das für irreführend. In allen biblischen Berichten von Männern und Frauen, die Gottes Stimme hören, ist deren Hauptemotion Angst, nicht Frieden […] Sehr häufige Antworten auf Gottes Wort umfassen Widerwillen, Verwirrung, Unruhe und Angst. Stellt euch nur einmal den ‚inneren Frieden‘ des armen Hosea vor, als Gott ihm sagte, er solle eine Prostituierte heiraten (Hos. 1:2-3). (eigene Übersetzung) 1
Hearing God in Conversation: How to recognize His Voice everywhere, Samuel C. Williamson
Fazit
- Keine Sorge, wenn du nichts hörst. Mein Tipp: Entferne Ablenkungen, die deine Gedanken gefangen nehmen, und versuch es einfach zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal.
- Beachte das Erste, was du hörst, oder den ersten Eindruck, den du hast. Mach dir keine Gedanken darüber, den Eindruck zu bearbeiten oder sicherzustellen, dass er „perfekt“ oder „korrekt“ ist.
- Reflektiere, was du gehört hast. Ist es eine Nachricht, die Gottes Liebe für dich reflektiert? Falls du dir nicht sicher bist, teile es mit einem Christen, dem du vertraust und der schon mehr erlebt hat.
- Sprich mit Gott. Er möchte eine Beziehung mit dir und dies bedeutet, miteinander zu sprechen.
Erwarte keine großen ‚Special Effects‘; in den meisten Fällen klingt Gottes Stimme wie deine eigene oder ist ein Flüstern im Gegensatz zu dem ganzen anderen Lärm. Gott gibt dir fast immer klare und einfache Gedanken. Rechne also nicht mit den kompliziertesten Dingen, die du dir vorstellen kannst. Lerne, Gottes Stimme von der Stimme deines inneren Kritikers zu unterscheiden. Gottes Stimme ist immer leise, während die deines Kritikers meist laut ist. Gottes Stimme ist immer liebevoll, während die deines Kritikers meist zweifelnd oder ängstlich ist. Erwarte nicht, Gott auf die gleiche Weise zu hören, wie es andere um dich herum vielleicht tun. Jeder hat andere Gefühle und Reaktionen auf Gottes Stimme. Wenn Gott etwas sagt, verspüren die Wenigsten als Reaktion darauf, wenn Gott zu etwas auffordert, Frieden. Nicht einmal die Menschen in der Bibel haben immer Frieden gespürt, wenn Gott zu ihnen gesprochen und ihnen etwas aufgetragen hat.

- Zu der Zeit des Propheten Hosea war das Volk Israel Gottes Bund mehrfach untreu und betrieb vermehrt Götzendienst. Hier wird somit ein wichtiges Thema aus der Thora (den Gesetzen von Mose) aufgegriffen, in dem Gott als Ehemann von Israel bezeichnet wird und die Untreue gegenüber dem Bund mit Gott mit ehelicher Untreue verglichen wird. „Die Ehe wird somit zu einer Metapher für die Bundesbeziehung Jahwes zu Israel und Hurerei zu einer Metapher für Götzendienst.“ („Warum musste Hosea eine Prostituierte heiraten“ Artikel von Evangelium 21) ↩︎