Wenn Gott Träume schenkt

Jeder Mensch trägt Wünsche, Sehnsüchte und Träume in seinem Herzen. Manche begleiten uns seit unserer Kindheit, andere entstehen erst im Laufe des Lebens. Oft fragen wir uns dabei: Sind diese Träume nur meine eigenen Vorstellungen oder kommen die Träume von Gott? Vielleicht fragst du dich auch, ob Gott dir durch Träume etwas sagen möchte.

Gott hat einen Plan

Die Bibel zeigt immer wieder auf, dass Gott Menschen Träume, Visionen und Berufungen schenkt. Dabei geht es nicht nur um spektakuläre Lebenswege, sondern darum, dass jeder Mensch einen einzigartigen Platz in Gottes Plan hat.

Als Beispiel fällt mir Esther ein, die als Jüdin vom Waisenkind zur Königin Persiens berufen wurde. Sie ist durch einen Befehl des Königs mit vielen anderen Frauen in den Palast gebracht worden, um dort dem König vorgestellt zu werden. Von den vielen Frauen wurde sie als neue Königin ausgewählt. Esther hatte, auf Anraten ihres Cousins Mordechai verschwiegen, dass sie Jüdin ist. Nachdem Esther schon einige Zeit Königin war, veröffentlichte der oberste Berater des Königs, Haman, einen Erlass mit dem Siegel des Königs. Dieser Erlass besagte, dass an einem bestimmten Tag eines bestimmten Monats alle Juden umgebracht und ihre Häuser geplündert werden sollten. Als Mordechai Esther dies mitteilte, forderte er sie auf zum König zu gehen und ihn um Gnade zu bitten, damit sie nicht alle sterben müssen. Diese Bitte Mordechais brachte Esther in eine schwierige Situation. Sie ging schlussendlich, nach viel Gebet und einer Fastenzeit, zum König und bat ihn um Gnade für ihr Volk. Als der König hörte, was Haman geplant hatte, veröffentlichte er einen neuen Erlass, der den Juden erlaubte, sich zu wehren und zurückzuschlagen.

Esther hatte einen festen Platz in Gottes Plan, der ihr letztendlich erlaubte, ihr Volk vor dem Tod zu retten. Gott hat Esther dazu berufen, als Jüdin zur Königin Persiens zu werden und ihrem Volk zu dienen und somit Gottes Plan weiterzuführen. Ziemlich sicher war nichts von alledem, was passierte, Esthers Traum. Sie hat sich nicht getraut vor den König zu treten, als sie von dem Erlass erfahren hat. Es schien viel zu schwierig, fast unmöglich für sie, was Gott von ihr wollte. Aber Gott hat sie darin nicht alleine gelassen.

Wenn Gott einen Plan für dich hat, dann gibt er uns auch die Fähigkeiten und Möglichkeiten, diesem Plan zu folgen. Er lässt uns damit nie alleine, genauso wenig wie er damals Esther allein gelassen hat.

Gott schenkt Träume

Oftmals legt Gott uns Gedanken, Wünsche, Träume oder Visionen aufs Herz, die größer erscheinen als das, was du dir selbst zutrauen würdest. Genau darin liegt aber die Kraft seines Wirkens.

Wie Vanesa Pizzuto es so treffend bei einer Andacht formuliert hat:

Gott wird dir Träume geben, von denen du denkst, dass sie viel zu groß für dich sind, damit du in sie hineinwachsen kannst. (eigene Übersetzung)

Gott ist nicht von unseren scheinbaren Grenzen oder unserer begrenzten Vorstellungskraft des Möglichen eingeschränkt. Er kennt und sieht das Potenzial, das er selbst in jeden Einzelnen hineingelegt hat. Wenn ein Traum zu groß für dich oder unmöglich scheint, bedeutet das nicht automatisch, dass er falsch ist oder nicht von Gott kommt. Vielleicht ist der Traum genau aus diesem Grund von Gott, weil er dir helfen soll, ihm zu vertrauen und Schritt für Schritt in diesen Traum und in Gottes Plan für dich hineinzuwachsen.

Jeder ist berufen

Wenn wir von Berufung sprechen, denken viele zunächst an Missionare, Pastoren oder Menschen in geistlichen Leitungsaufgaben. Im biblischen Kontext werden auch viele an die Propheten denken. Berufung von Gott ist oft viel umfassender und vielfältiger. Und es sind nicht nur besondere Personen, die von Gott berufen werden. Jeder wird von Gott berufen, aber jeder wird auf eine individuelle Art und zu den unterschiedlichsten Dingen berufen.

Es gibt Menschen, die dazu berufen sind, Familien zu prägen. Andere dienen Gott als Lehrer, Handwerker, Unternehmer, Künstler, Pflegekräfte, Führungskräfte oder ehrenamtlich als Streetworker. Aber alle sind berufen, Trost zu schenken, Gerechtigkeit zu fördern und Menschen zu ermutigen.

Berufung bedeutet nicht zwangsläufig, etwas Außergewöhnliches oder Weltbewegendes zu tun. Es kann auch einfach bedeuten, das Gewöhnliche mit außergewöhnlicher Liebe und Treue zu leben. Aber egal, ob du zu etwas Außergewöhnlichem oder etwas scheinbar Gewöhnlichem berufen wirst, es geht immer darum, wie du es machst. Wenn du berufen wirst, aber keine Leidenschaft, Liebe, Beziehung oder Treue zu Gott hast, dann machst du keinen großen Unterschied. Das Gleiche gilt für ‚gewöhnliche‘ Dinge.

„They will know we are Christians by our love“ (An unserer Liebe werden sie erkennen, dass wir Christen sind)

Lied (1966) von Peter Scholtes (Cover auf YT)

Gott ruft Menschen an die unterschiedlichsten Orte und in die unterschiedlichsten Aufgaben. Keine Berufung ist dabei wertvoller als die andere. Entscheidend ist dabei nicht die Sichtbarkeit oder Größe unserer Aufgabe, sondern unsere Bereitschaft, Gott zu vertrauen.

Wenn Gott anders führt als erwartet

Doch was passiert, wenn sich deine Erwartungen nicht erfüllen?

Viele Menschen erleben Enttäuschungen, Türen schließen sich, Pläne scheitern. In solchen Momenten fällt Vertrauen oft schwer.

Es scheint, als ob Gott zu deinen Wünschen schweigt. Erst im Nachhinein kannst du erkennen, dass Gottes Antwort damals kein nein sondern ein ‚Warte‘ war. Oft sehen wir nur einen kleinen Ausschnitt unseres Lebens, während Gott das ganze Bild kennt. Was heute wie eine Enttäuschung aussieht, kann sich später als Schutz, Umleitung oder Vorbereitung auf etwas Größeres oder Besseres herausstellen.

Nicht deine Fähigkeiten entscheiden

Viele Menschen denken, sie seien unzureichend für das, wozu sie sich berufen fühlen. Sie vergleichen sich mit anderen, sehen hauptsächlich ihre eigenen Schwächen und fragen sich, warum Gott gerade sie gebrauchen will.

Die gute Nachricht ist: „Gott beruft nicht die Fähigen, er befähigt die Berufenen.“

Durch die gesamte Bibel zieht sich dieses Muster. Mose fühlte sich ungeeignet. Gideon hielt sich für zu schwach. Jeremia sich für zu jung. Petrus machte Fehler. Doch Gott sah nicht nur ihre Grenzen, sondern vor allem das, was er durch sie bewirken konnte.

Berufung beginnt deshalb nicht mit Perfektion, sondern mit Vertrauen und Beziehung.

Der nächste Schritt genügt

Vielleicht kennst du den Traum, den Gott in dein Herz gelegt hat, bereits ganz genau. Vielleicht suchst du noch nach deiner Berufung. Beides ist in Ordnung.

Wichtig ist nicht, dass du heute schon den gesamten Weg kennst. Wichtig ist, den nächsten Schritt zu gehen und weiterzumachen. Gott offenbart selten den ganzen Plan auf einmal, sondern führt uns Schritt für Schritt.

Vertraue darauf, dass der Gott, der dir die Träume schenkt, dir auch alles zur Verfügung stellt, um ihnen nachzugehen. Und wenn sich manche Wege anders entwickeln als erwartet, darfst du wissen: Seine Gedanken sind größer und besser, als du es dir vorstellen kannst.

 »Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken«, sagt der HERR, »und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.

Jesaja 55, 8-9

Gottes Berufung ist eine Einladung, gemeinsam mit ihm unterwegs zu sein und die Träume und Wege zu entdecken. Sie ist deine Einladung, zusammen mit Gott dein Potenzial und die Fähigkeiten, die Er dir geschenkt hat, zu entdecken, von denen Er schon lange weiß, dass du sie hast.

Beitrag erstellt 15

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben