Das Gehirn läuft auf Sparflamme

Gegensatz: Schaf und wach © Andreas Nadler; Flickr.com
Gegensatz: Schaf und wach © Andreas Nadler; Flickr.com

Tagsüber in der Arbeit läuft das Gehirn auf Hochtouren und verbraucht immens Energie. Wenn der Abend kommt ist Sparflamme angesagt, was aber wenn das nicht so einfach geht?

Morgens nach dem Aufstehen beginnt der Kopf bereits zu arbeiten, besser gesagt bekommen wir das ab diesem Zeitpunkt wieder bewusst mit. Allerdings ist das Gehirn nachts weit davon entfernt untätig zu sein, es sortiert den Tag und verarbeitet das Erlebte. Die Leistung des Gehirns sowohl nachts als auch tags hängt von einigen Faktoren ab. Neben der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Sauerstoff hat das Schlafverhalten einen sehr großen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit unseres gottgegebenen Supercomputers in der Schädelkalotte.

Ich bin müde

„Ich bin müde“ ist eine Aussage, die auch Du mit Sicherheit wenigstens ein paar mal in Deinem bisherigen Leben getätigt hast. Die natürliche Müdigkeit kommt normalerweise abends und zeigt uns, dass es Zeit wäre, sich hinzulegen und zu schlafen. Ein Tag voller Konzentration, Fokussierung, Aufmerksamkeit, Rechnen, Abwägen, Mitfühlen, Vermitteln, Verhandeln und so weiter fordert dem Gehirn so einiges ab und irgendwann ist die Grenze erreicht: Wir sind müde. 

Ich will aber nicht schlafen

Wenn es Dir geht wie mir, dann hast Du aber abends keine Lust Dich so früh hinzulegen. Du möchtest ja schließlich noch etwas von Deiner Freizeit haben und so dehnt sich der Abend bis in die späte Nacht. Allerdings ergibt die Zeitspanne von Mitternacht bis sechs Uhr morgens mathematisch gesehen leider nur sechs Stunden. Abzüglich der Zeit, die Du zum Einschlafen benötigst, wird vielleicht sogar noch etwas weniger daraus. Die Folge ist allerdings, dass Du Dich wahrscheinlich am nächsten Morgen nicht wirklich ausgeruht fühlen wirst.

Anlaufschwierigkeiten

Anfangs war es in meinem Fall wirklich toll, den Abend so lange hinauszuziehen, da ich tatsächlich noch so einiges von meiner Freizeit hatte. Schreiben, Musik machen, Serien schauen und das alles an einem Abend – kein Problem. Irgendwann kam jedoch der Punkt, an dem ich mich morgens nicht nur einfach müde fühlte sondern richtig gerädert.

Logisch betrachtet ist der Umstand sonnenklar: Das Gehirn ist unausgeruht, weil es nachts zu wenig Zeit hatte um die „Festplatte“ wieder aufzuräumen. Ganz klar, dass die Leistung unter ständig fehlender Regeneration abnimmt. Mein Tipp in diesem Fall: einfach mal wieder früher hinlegen. Wirkt Wunder, ehrlich!

Drück die Not-Aus-Taste

Glücklicherweise habe ich bei meinem Gehirn festgestellt, dass unser Schöpfer dem Mensch eine Art „Not-Aus-Taste“ eingebaut hat. Bei mir sieht das mit dieser Taste etwa so aus:

Ich laufe den ganzen Tag konzentriert arbeitend durch die Gegend (naja, zumindest meistens). Nach getaner Arbeit fahre ich nach Hause. Ich gehe die Treppen hinauf, öffne die Haustüre, betätige den Lichtschalter und schalte mein Gehirn aus. Das passiert ganz automatisch, ich muss nichts dafür tun. Von nun an begebe ich mich freiwillig für etwa ein bis zwei Stunden in den „Existenz-Modus“. Ich existiere einfach nur. Natürlich ist dieser Modus mal mehr und mal weniger ausgeprägt, je nachdem wie anstrengend mein Tag war. Nach einer gewissen Zeit der mentalen Atempause fährt die Leistung wieder hoch und ich kann weitere Arbeit oder Hobbies aufnehmen.

Die Taste klemmt.

Meine Frau hat lange nicht verstanden, wie ich nach Hause kommen kann und erstmal eine Zeit lang „blöd“ bin. Zwar ist es nicht so, dass ich in dieser Zeit nichts mache, aber ich bin langsamer und kann einfach nicht so schnell denken. Ich habe es nie geschafft ihr zu erklären, dass ich mich freiwillig in diesen Zustand begebe, weil mein Gehirn das braucht. Sie hatte bisher nicht einmal gewusst, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Ihr Gehirn lief bis dato immer auf Hochtouren – Ihre Not-Aus-Taste hat geklemmt. Meine Frau hat wirklich immens viel Energie um viele Aufgaben zu erledigen – wenn es sein muss auch gleichzeitig. Allerdings kam der Zeitpunkt, an dem selbst ihr Supercomputer einen „Overload“ hatte. Mittlerweile versteht sie meine abendliche „Blödheit“ wenigstens etwas besser und erwägt sogar die Option, sich dieser vielleicht auch einmal hinzugeben.

Wie geht es Deiner „Not-Aus-Taste“? Hast Du sie schon einmal betätigt bzw. Dich einer „abendlichen Blödheit“ hingegeben? Ich bin gespannt auf deine Erfahrung!

Marcus
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