Ich helfe dir … gleich.

Letzten Dienstag wurde von der „New York Post“ ein Foto auf der Titelseite veröffentlicht, das einen Mann zeigt, der in wenigen Sekunden von einer einfahrenden U-Bahn zerquetscht werden wird. Unter Tatverdacht steht ein 30-jähriger Obdachloser, der den 58-jährigen Familienvater Ki-Suck Han nach einem Streit auf die Gleise gestoßen haben soll. Sekunden nachdem der Fotograf der New York Post den Auslöser gedrückt hatte, endete das Leben dieses Menschen auf tragische Art und Weise.

Tragödie

Es sind mehrere Dinge, die mich an dieser Tragödie massiv erschrecken.

Warum stößt jemand einen anderen Menschen aufgrund eines banalen Streits vor eine einfahrende U-Bahn? Hat er keinen Respekt vor dem Leben? Hat er einfach nicht nachgedacht, also rein aus dem Moment heraus gehandelt, ohne die Konsequenzen zu bedenken? War er betrunken? Hat er – selbst wenn ihm der andere Mensch egal gewesen ist – nicht einmal an seine eigene Zukunft gedacht? Oder hat er vielleicht nichts mehr zu verlieren?

Warum gibt es niemanden, der dem Familienvater hilft? Selbst wenn sonst niemand anwesend gewesen wäre (was in einer U-Bahn Station äußerst unwahrscheinlich ist), dann hätte es immer noch den Fotografen und den Täter selbst gegeben. Warum drückt jemand lieber den Auslöser einer Kamera, anstatt die kostbaren Sekunden zu nutzen um zu helfen? Hatte er „zufällig“ seine Kamera schon bereit oder musste er sie vielleicht erst noch aus einer Tasche holen?

Schaulustig

Warum erkennt der Täter nicht, dass er krassen Mist gebaut hat und eilt seinem Opfer zu Hilfe?

Warum schockiert es uns nicht, dass ein solches Bild die Titelseite einer Tageszeitung schmückt? Sind wir es schon gewohnt, Zuschauer solcher Gewaltexzesse zu sein?

Haben wir uns schon an eine Welt gewohnt, in der 15-Jährige einen Linienrichter tot treten, weil er eine – in ihren Augen – falsche Entscheidung getroffen hat?

Ich muss mir in letzter Zeit sehr oft diese Fragen stellen. Wo in aller Welt – und vor allem wie – haben die Menschen dieser Welt ihr Herz verloren? Wo ist ihnen die Barmherzigkeit, Demut und Liebe abhanden gekommen? Wer hat ihnen das Einfühlungsvermögen, die Güte, Geduld und den Frieden geraubt?

Ich wünsche dir und mir ein Herz, dem es nie an Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung mangelt.

„Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt.“ (Hesekiel 36:26)

Marcus
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