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Vom Ende der Geduld

12. Oktober 2014, marcus - Mannablog

Wer Geduld hat erträgt etwas, was er eigentlich lieber nicht ertragen würde. Wo fängt Geduld an und wo hört sie auf? Ein individueller Erklärungsversuch.

Geduld ist eine Eigenschaft, die jeder in seinem Leben irgendwann schon einmal gebraucht hat bzw. noch des Öfteren brauchen wird. Geduld beschreibt laut Duden die „Ausdauer im ruhigen, beherrschten, nachsichtigen Ertragen oder Abwarten von etwas“. Wer also von Natur aus ein eher ruhiger und beherrschter Mensch ist, der nachsichtig mit seinen Mitmenschen ist, hat es wohl leichter geduldig zu sein.

Der Sonntagsfahrer am Montag

Ich kann mich an unzählige Situationen erinnern, die sich in meinem Auto abgespielt haben und mit relativem Zeitdruck und langsam voranschleichenden Verkehrsteilnehmern vor mir im Auto zu tun hatten. Gedanken wie „Das gibt´s doch nicht“, „Fahr endlich weiter du .......“ oder „Gib endlich Gas!“ entwickeln sich dabei am laufenden Band und lösen einander ab. Besser wird es erst, wenn die Gelegenheit zum überholen da war. Ahhhhh. Tief durchatmen und endlich wieder entspannt in den Sitz lehnen. 

Jetzt kommt allerdings die Krux: Schon mal versucht in so einer Situation Geduld zu haben? Das ist nämlich extrem schwer! So sehr ich mich anstrenge, meist wird es doch nur verkrampftes Ausharren oder ein hoffnungsloses Ergeben in die Situation. Mit „ruhigem, beherrschtem, nachsichtigem Ertragen“ hat das an sich meistens eher wenig zu tun....

Der Sonntagsfahrer wenn ich besser drauf bin

Ebenso kann ich an genügend Situationen zurückdenken, an denen ich in der selben Situation die Ruhe selbst gewesen bin. Ruhig und ausgeglichen folgte ich in aller Seelenruhe entspannt dem allgemeinen Verkehr inklusive meinem langsam vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. 

Mit „ruhigem, beherrschtem, nachsichtigem Ertragen“ hatte das allerdings auch in diesem Fall nicht viel zu tun, da ich ja von vorneherein die Ruhe selbst war. Wo fängt also eigentlich Geduld an und wo hört sie auf? Wie kann ich Geduld bekommen, in den Situationen, in denen ich sie wirklich brauche?

Geduld ist, sich in den anderen hinein zu versetzen

Aus meiner Erfahrung ist es unmöglich, Geduld eben mal dann zu bekommen, wenn man sie gerade braucht. Geduld hat laut Definition damit zu tun, dass ich „nachsichtig“ bin. Nachsicht kann ich allerdings nur bekommen, wenn ich versuche mich in den Anderen hineinzuversetzen und mich nicht selbst als den Nabel der Welt betrachte. Denn nur so kann ich verstehen, dass Andere die Dinge anders machen als ich, aus verschiedensten Gründen länger brauchen als ich, etwas vielleicht erst lernen müssen, und so weiter. 

Ruhig und beherrscht sein, dass sind eher Eigenschaften als Verhaltensweisen. Da gibt es also etwas im Vorfeld zu lernen, bevor ich überhaupt in die Situation komme, diese Eigenschaften zu benötigen.

Ruhe und Frieden als Geschenk

Manche Menschen sind von Natur aus mit einer fast göttlichen Ruhe und gesegnet, während Andere Hitzköpfe sind, die nur auf die richtige Gelegenheit warten, um zu explodieren. Für mich ist die Sache etwas einfacher, da ich mich eher zu ersten Gruppe zählen darf. Ich weiß nicht, zu welchen Menschen Du Dich zählst, aber selbst wenn Du eher ein Hitzkopf bist, gibt es dennoch auch für Dich die Aussicht auf Ruhe, Frieden und Geduld.

Es gibt einen Frieden, von dem Jesus sagt, dass nur er ihn uns Menschen geben kann. Niemand sonst. Es soll sogar ein anderer Frieden sein, als der, den wir aus eigener Kraft auf dieser Welt erlangen können. Egal in welcher Situation Du Dich das nächste Mal befindest und fast am ausflippen bist, versuch es mal mit einem Hilferuf an Gott. Noch besser ist natürlich, Du lässt Dir jeden Tag bereits im Voraus die Kraft für den neuen Tag schenken. Und auch wenn es einfach mal nicht klappen will, kannst Du Dich trösten: Irgendwann ist auch die längste Geduld mal zu Ende.


Wie lange hält Geduld

23. Februar 2014, marcus - Mannablog

Geduld ist eine Eigenschaft, die nur in besonderen Situationen auf die Probe gestellt wird. Doch genau dann, wenn sie am meisten gebraucht wird, geht sie meist verloren. 

Tief durchatmen, schließ die Augen. Streck die Arme in Richtung Erdboden durch und balle die Fäuste. Kopf in den Nacken, tief durchatmen, gleich geht ´s wieder. Ruhig bleiben, auf keinen Fall schreien jetzt – so oder ähnlich sieht es aus, wenn wir die Geduld verlieren und dennoch versuchen unsere Fassung zu behalten. Wenn die nämlich auch noch verloren geht, dann ist es mit einem Schrei, der unseren Frust herauslässt nicht mehr weit her. Doch was ist eigentlich Geduld, und warum geht sie uns immer ausgerechnet dann verloren, wenn wir sie am dringendsten brauchen?

 

Wahre Geduld verschafft Respekt

Abends nach der Arbeit, wenn wir endlich Zuhause angekommen sind und keine Termine oder Pläne mehr haben, sind wir im Normalfall die geduldigsten Menschen der Welt. Nichts bringt uns im herrlichen Feierabend aus der Fassung außer vielleicht, wir haben wahnsinnigen Hunger und das Essen lässt noch auf sich warten bzw. muss erst noch gekocht werden. Und obendrein würde dann das Essen vielleicht mit unserer Lieblingssendung im Fernsehen kollidieren, weil wir ja immer noch kein Pay-TV mit On-Demand-Streaming haben. Das sollte ja eigentlich auch schon seit letzter Woche funktionieren, wenn das Unternehmen die Freischaltung nicht versammelt hätte…..

Ich bin mir sicher, dass auch du diese Momente kennst, in denen sie auf einmal weg ist, die Geduld. Gerade war sie doch noch da, griffbereit, zum Einsatz bereit. Menschen verlieren in den unterschiedlichsten Momenten ihre Geduld, in wichtigen und unwichtigen, in kleinen und großen. Mit Sicherheit gibt es in jeder Sache irgendwann einen Punkt, an dem der Moment gekommen ist, die Geduld beiseite zu schieben und das Ganze endlich zu beenden bzw. weiterzubringen. Vor meinem geistigen Auge gibt es einige Menschen, die für mich der Inbegriff von Geduld sind. Sie ertragen, so scheint es, fast alles. Sie bleiben immer freundlich und versuchen das Beste aus der jeweiligen Situation herauszuholen. Ist der Moment gekommen, schieben sie die Geduld bewusst zur Seite, reagieren aber selbst bei schwierigen und verfahrenen Gegebenheiten immer ruhig und sachlich, ohne andere anzugreifen. Sie üben dann dennoch harte Kritik – durch ihre Geduld und Art und Weise der Kritik wahren sie aber das Gesicht der anderen und erhalten im Gegenzug deren Respekt. Zugegeben, solche Menschen findet man nicht sehr oft, sie befinden sich ganz am äußeren Ende der Geduld-Skala. Am anderen Ende dieser Skala gibt es die Menschen, die sofort wegen jeder Kleinigkeit zu brodeln beginnen und am laufenden Band ihre Fassung verlieren. Sie fühlen sich stets im Recht, Anschuldigungen und Geschrei sind dann bereits vorprogrammiert. Ihre Umwelt erlebt sie als extrem unangenehme Zeitgenossen, meidet sie oder versucht ihnen möglichst alles recht zu machen, nur um ihren Wutausbrüchen aus dem Weg zu gehen. Vor ihnen hat man keinen echten Respekt, höchstens Angst.

 

Ruhe, die Wiege der Geduld

Zwischen den beiden Extremformen der Geduld finden sich sämtliche Abstufungen der Geduld. Schauen wir uns die Menschen auf dieser Messlatte genauer an, erkennen wir sehr schnell, dass Geduld aus einer inneren Ruhe entsteht, gepaart mit Selbstwert und Güte. Menschen, die Geduld haben, können vertrauen – vertrauen dass etwas nicht so schlimm ist oder trotzdem ein gutes Ende nehmen wird. Menschen mit Geduld wissen, dass sie selbst Fehler haben, auch wenn diese vielleicht in anderen Bereichen angesiedelt sind. Menschen mit Geduld sind bereit, andere Menschen aus ihren Fehlern lernen zu lassen, und das in einem positiven Klima der Vergebung und Unterstützung. Allerdings haben sie auch die nötige Stärke, Dinge direkt anzusprechen und im Bedarfsfall das Ruder herumzureißen.

 

Geduld - ein Geschenk des Himmels

Woher haben solche Menschen aber ihre innere Ruhe, ihr Vertrauen, ihren Selbstwert und ihre Güte? Mit Sicherheit gibt es ein paar Lebenskünstler, die diese Eigenschaften aus irgendeinem Grund einfach mitbringen. Wie können aber wir – du und ich – zu solcher Geduld kommen? Aus meiner Erfahrung heraus ist Geduld nicht etwas, was man hat oder nicht hat. Viele Umstände beeinflussen sie: gesundheitlicher Zustand, Stress, Beziehungsprobleme und so weiter. Allerdings gibt es eine Grundlage, die uns alle diese Dinge besser meistern lässt – Gottvertrauen. Wenn dein und mein Leben in Gottes Hand sind und wir uns in ihm geborgen fühlen, wird es für Lebensstürme unmöglich, uns komplett zu entwurzeln. Und die kleinen „Geduldsproben“ des Alltags werden bald keine mehr sein. Ich lade dich ein, Dein Leben Gott zu geben. Denn Geduld ist ein Geschenk des Himmels.


Die Pflaume in unserem Garten und ihre Botschaft

08. August 2013, claudia - Mannablog

Die Pflaume in unserem Garten lehrt uns Geduld und Vertrauen.

Vor nunmehr sieben Jahren bekamen wir für unseren Garten eine Pflaume geschenkt. Es war ein schöner kleine Pflaumenbaum, den wir in unseren Garten eingruben. Das erste Jahr verging, die Blätter kamen, Blüten und dann wurde Herbst und die Blätter fielen. Eine Pflaume war aber nicht am Baum gewesen. Die Enttäuschung war groß.

Im nächsten Jahr erging es uns und unserer Pflaume nicht anders. So verging ein Jahr ums andere. Irgendwann wurden wir ungeduldig. Es wurde über die Pflaume eine Art Gericht gehalten. Wir stellten uns um die Pflaume und diskutierten über ihre Zukunft. Pflaume, wenn du keine Früchte bringst, dann mußt du aus unseren Garten gehen, wir hacken dich ab. So die eine Argumentation. Dann kam Mama und sagte, nein noch nicht. Ich will die Pflaume düngen und gießen und vielleicht bringt sie ja doch noch Früchte.

Als hätte uns unsere Pflaume verstanden. Im Jahr darauf hatte sie die ersten 4 Früchte. Ganze vier Stück! Trotzdem haben wir uns riesig gefreut. Darauf hin entschieden wir uns unserer Pflaume noch ein weiteres Jahr zu geben und ihr zu vertrauen. Sie wurde wieder viel gegoßen und gedüngt.

Investieren lohnt sich

In diesem Jahr nun zeigt sich der Erfolg der Mühe. Es ist der Dank für die viele Mühe und Fürsorge die unsere Pflaume in den Jahren bekommen hat. Unsere Pflaume hat eine reiche Last zu tragen. Noch sind sie grün, aber sie wachsen und werden wunderbare, saftige Pflaumen werden. 

Manchmal kommt es mir so vor, als ob wir viel zu schnell aufgeben. Sei es bei uns selbst oder bei anderen. Wir geben keine weitere Chance, sondern hacken den Baum Vertrauen/Beziehung einfach raus. Schade drum!

Dabei lehrt gerade unsere Pflaume, dass düngen und investieren Sinn machen. Auch wenn der Erfolg lange auf sich warten läßt, manchmal sehr lange, so lohnt sich der Einsatz.


Geduld ist nicht meine Stärke

05. Juni 2013, Mannablog


Kennst du das? Geduldig sein und warten auf etwas, was du nicht beeinflussen kannst? Irgendwie warten wir doch alle auf etwas.
Dass es Abend wird und der Partner heimkommt, dass die Kinder groß genug bzw. selbständiger sind, dass der neue Kinofilm endlich anläuft. 
Im Moment warte ich auf neue Arbeit. Viele Bewerbungen sind geschrieben und einige Arbeitgeber haben geantwortet, ein Großteil noch nicht. Ein paar vielversprechende Angebote sind dann doch geplatzt – kurzum: Ich sitze und warte, wo ich arbeiten darf. Daran hängt noch mehr: Umzug, neuer Ort, Wohnung suchen, … 
Ich muss leider sagen, dass mich diese Ungewissheit nicht so gelassen bleiben lässt, wie ich das gern hätte. Gott weiß ja schon, wo er mich haben will, wo ich leben und arbeiten soll.
Die Ungewissheit nervt mich, die Zeit drängt und es gibt so viel zu tun. Ich will mich nicht auf den letzten Drücker um alles kümmern müssen. Ich will mich darauf verlassen, dass er das Beste für mich vorbereitet hat.
Kennst du diese Spannung? Dann schreibe mir doch, wie du mit solchen Situationen umgehst.


Gut Ding will Weile haben

26. Oktober 2012, claudia - Mannablog

Von meiner Kindheit her kenne ich den Spruch: gut Ding will Weile haben.

Ganz instinktiv legt sich meine Nase in Falten und bekommt Runzeln. Wie, damit etwas gut wird, braucht es Zeit? Das kann doch nicht sein.

He Claudia: kannst du das nicht mal kurz machen? Ja klar, ich schicke es dir in den nächsten Tagen. Doch dann merke ich, dass die Einschätzung falsch war. Es braucht Zeit, bis sich Texte gestalten und entwickeln. Es braucht Zeit, bis Ideen ausformuliert sind und wer will das schon?

Wir leben in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss. Keiner hat mehr Zeit oder wollen wir uns die Zeit nur nicht nehmen?

Haben wir verlernt einen Entwicklungsprozess auszuhalten? Sind wir bereit den Dingen auf den Grund zu gehen?

Gut Ding will Weile haben. Stöhn! Auch wenn es mir nicht gefällt, die Aussage bestätigt sich immer wieder in unserem Leben. Wir erleben es in unseren Beziehungen und in der Arbeit von modobonum.

Etwas zu machen ist das eine, aber etwas gut zu machen braucht Zeit. Wenn wir uns die Zeit nicht nehmen, beschneiden wir unseren Erfolg von vornherein. Deshalb gilt auch heute noch: gut Ding will Weile haben und manchmal muss das einfach ausgehalten werden.


Unverdient, aber wichtig ...

10. Oktober 2012, Mannablog

Heute war eigentlich ein schöner Tag, bis ich in der Straßenbahn kurz vor dem Aussteigen stand. Ich wollte nach dem Praktikum nach Hause, bin also zum Bahnhof gefahren. Als die Haltestelle durchgesagt wurde, sah ich von Weitem noch, wie Kontrolleure die Fahrgäste um ihre Ausweise baten. Schön und gut, ich habe eine Monatskarte. Ich dachte aber, ?nee, den holst du jetzt nicht extra raus, bist wahrscheinlich eh gleich draußen?. So war dem dann aber nicht, da eine Person mich doch noch ansprach. Also hab ich die Karte rausgesucht ? und - sie war nicht ausreichend. Ich wurde schon leicht ungehalten, als die Frau meinte, ich bräuchte eine extra Kundenkarte und solle doch bitte mit zu ihrem Kollegen folgen. 
 Als würde ich abgeführt werden. Die Leute drumherum haben schon gefragt, ob "wieder jemand erwischt wurde". Na super. Hatte ich meine knapp 40 Euro für insgesamt vielleicht 35 Fahrten doch schon bezahlt und wartete nun wie auf Kohlen, dass die Kontrolleurin meinen Perso begutachtete, alle Informationen in ihr Gerät tippte und mir schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit einen Zettel gab. Ich war sowieso schon innerlich ziemlich sauer, weil mein Zug in dem Moment abgefahren war, aber später merkte ich auch noch, dass ich einen Strafbetrag zahlen muss und mir bei einer Stelle einen Stempel holen soll, von deren Standort ich keinen Schimmer habe. 
Aber das eigentlich Blöde war, ich hab mich schlicht und einfach ungerecht behandelt gefühlt. So, wie viele Menschen es tun, ob sie bestohlen werden, ob ihnen ein Geld gekürzt wird, jemand Liebes stirbt etc. - nur in Kleinformat. Ich hatte nirgendwo gesehen, dass ich einen Extra-Ausweis brauche und hatte das somit nicht absichtlich falsch gemacht. Aber die Konsequenzen darf ich trotzdem tragen. 
 Als ich im Zug später drüber nachgedacht habe, wurde mir irgendwie klar, dass dieses innerliche Gemeckere doch etwas übertrieben war. Könnte es nicht sein, dass Gott mir hier einen kleinen Denkzettel für meinen Stolz geben wollte? Wie schon angedeutet - Ungerechtigkeit im Kleinen. Den Umgang damit zu lernen ist total wichtig, besonders wenn ich an die Logik Gottes denke. Als Jesus auf der Welt unterwegs war, hat er nach dem Schlag die andere Wange hingehalten. Und wie sollen wir das lernen, wenn nicht durch Learning by Doing?! Viel Geduld beim Üben!


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