Eine Party für dich

Stell dir mal eine Situation vor, in der du versagt hast und deine Eltern oder die Menschen, denen gegenüber du Verantwortung ablegen musstest, maßlos enttäuscht von dir waren. Einen Fehler, den dir keiner vergeben konnte.

Falls dir so etwas einfällt, ist das traurig. Nicht, weil du so einen riesigen Fehler fabriziert hast, sondern entweder weil es anscheinend wirklich Menschen gibt, die nicht vergeben oder weil deine Erwartungshaltung so stark negativ geprägt war, dass du auch erhalten hast, was du vermutet hast. Oder du hast es zumindest so wahrgenommen.

Ich komme immer wieder an den Punkt, wo ich mich schlecht fühle, wenn ich im Gebet vor Gott komme. Mir wird bewusst, dass ich Fehler gemacht habe oder dass ich mich absichtlich aus seinem Herrschafts- und Mitsprachebereich gezogen habe. Dem Bereich, der mir gut tut und der mich schützt. Irgendwie ist das eine Form des Fremdelns, wie man es von kleinen Kindern kennt, die unsicher sind, wem sie trauen können.

Als mir mal wieder solche Gedanken kamen, gab mir Gott eine Antwort. Ich wurde an die Geschichte vom verlorenen Sohn erinnert. Erst fiel mir ein, dass der Vater den Sohn bei seiner Rückkehr nach einem ausschweifenden Leben freudestrahlend wieder willkommen hieß. Aber bei einem Blick in die Bibel waren da noch viel mehr erstaunliche Details der Liebe des Vaters: er sieht das verlorene Kind von weit weg, er rennt ihm entgegen, fällt ihm um den Hals, küsst es. Er geht nicht auf die zermürbten Wortes des Kindes ein, das nun anbietet als weniger als sein leibliches Kind zu leben. Nein, der Vater lässt ein Festgewand bringen, zieht es dem Kind an und bedeckt das dreckige Äußere, für das sich das Kind schämt. Einen Ring, der vorwiegend für Bündnisse verwendet wird, bekommt das Kind an den Finger gesteckt und neue Schuhe für seinen neuen Weg bedecken seine Füße. Sofort werden Vorbereitungen für eine Willkommensparty getroffen, Fleisch wird aufgetischt und alle freuen sich.

Konzert

Der Sohn, das verlorene Kind, wird so überschwänglich von seinem Vater willkommen geheißen, dass er sich kaum dagegen wehren kann. Sein Äußeres verändert sich, er wird zärtlich begrüßt, er wird gestärkt mit Nahrungsmitteln und emotional aufgebaut mit Freude, Musik und alten Bekannten.

Ist der Vater, der sich uns in diesem Gleichnis vorstellt, ein Vater, dem wir nicht trauen können? Ist das ein Vater, der uns droht und uns alle unsere Fehler vorhält, wenn wir uns hinter dem Rockzipfel hervortrauen? Oder sind es vielmehr unsere Erfahrungen in der gefallenen Welt, die uns das weismachen wollen? Ich wünsche uns allen wirkliche Begegnungen mit unserem Papa im Himmel.

Anne
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